Die 0:3-Niederlage in der Bundesliga gegen den HSV war ein herber Dämpfer für RB Leipzig. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise der Niederlage sorgen für Gesprächsstoff. Ist der Lauf von Leipzig nun vorbei?

RB Leipzig ist zurück auf dem Boden der Tatsachen. Nach der 0:3-Niederlage am vergangenen Bundesliga-Wochenende gegen den HSV herrscht Ernüchterung beim Tabellenzweiten. Zu deutlich war die Niederlage, die noch höher hätte ausfallen können.

Trainer Ralph Hasenhüttl nahm im Anschluss den Druck von seinem Team. "Es kann schon sein, das wir einige Male überperformt haben. Doch ich glaube trotzdem, dass wir die Ansprüche an diese Mannschaft nicht zu hoch schrauben sollten", sagte er am Sonntag nach dem Training.

Das klang vor einigen Wochen noch ganz anders. Nach der überragenden Hinserie hatte Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz Europa als neues Ziel ausgerufen. "Wir wissen ja, dass vier die Champions League und zwei die Europa League erreichen - das ist das Minimalziel", sagte der Österreicher der Schweizer Zeitung "Blick".

Wo landet RB Leipzig am Saisonende?
  • A
    Deutscher Meister
  • B
    Champions-League-Platz
  • C
    Europa-League-Platz
  • D
    Tabellenmittelfeld

Niederlage gegen FC Bayern als Wendepunkt

Noch am gleichen Tag kassierten die Leipziger die 0:3-Lehrstunde beim FC Bayern. Alle, die ernsthaft geglaubt haben, Leipzig könne schon in dieser Saison bis zum Schluss um den Titel mitspielen, wurden eines Besseren belehrt. Doch RB steckte diese Niederlage erstaunlich schnell weg und gewann danach die ersten beiden Spiele im Jahr 2017 - immerhin gegen Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim, aktuell Platz drei und fünf in der Liga.

Das 0:1 bei den Dortmundern am vorvergangenen Wochenende war dabei trotz der zu dem Zeitpunkt dramatischen Personalsituation noch knapp. Leipzig musste, stark grippegeschwächt, einige Ausfälle hinnehmen, unter anderem fehlten Top-Torjäger Timo Werner und Trainer Hasenhüttl.

... und ein "Monster" rächt sich wieder an einer Ex. Die Lehren des Spieltags.

Am Wochenende dann die Klatsche beim HSV. Es war die erste Niederlage vor eigenem Publikum für die stärkste Heimmannschaft der Liga. Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick sah das Auftreten auch der Personalsituation geschuldet. "Die Nachwehen steckst du nach vier Tagen im Bett liegen nicht einfach so weg", sagte Rangnick.

Leipzig erschreckend laufschwach

Aber gerade die körperliche Fitness, die am Wochenende fehlte, ist Grundvoraussetzung für den Leipziger Spielstil. Viel Laufarbeit, aggressives Pressing, das sind die Tugenden des RB-Fußballs. Und das ist schwierig durchzusetzen, wenn die Mannschaft sich nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte zeigt. "Bild-Online" zufolge sind die "Bullen" im vergangenen Spiel mit 108,1 km so wenig gelaufen wie nie in der Saison zuvor. Zudem blieben sie zwei Spiele am Stück torlos.

Für die Ziele in der Bundesliga ist die aktuelle Krise bisher unerheblich - tabellentechnisch hat sich nämlich überhaupt nichts verändert. Vorne zieht der FC Bayern einsam seine Kreise, dahinter herrscht Stillstand. Alle Mannschaften auf den Plätzen zwei bis sieben haben am vergangenen Wochenende verloren.

Und auch beim vermeintlich ärgsten Verfolger, dem BVB, ist man derzeit weit entfernt, zur Aufholjagd zu Blasen. Es sind immer noch acht Punkte Vorsprung auf die Dortmunder.

Fazit: Kein Grund zur Panik

Es gibt zwei Hauptgründe für den derzeit stotternden Motor der Leipziger. Das Auftaktprogramm ins Kalenderjahr 2017 war ganz schön happig, in den vergangenen fünf Partien musste RB gegen die aktuelle Top Vier der Liga ran. Dazu kam vor dem Dortmund-Spiel die akute Personalnot und die damit verbundene fehlende Frische, die sich bis zum HSV-Spiel erstreckte.

Alles in allem keine Gründe, die für einen dauerhaften Einbruch der Leipziger Saison sprechen. Schon zum Gladbach-Spiel am kommenden Wochenende sollte sich die Personalsituation noch weiter entspannen. Dann können die Leipziger wieder den Fußball spielen, der sie aktuell auf Platz zwei gehievt hat.

Das DFB-Sportgericht hat Borussia Dortmund zur Sperrung der Südtribüne für ein Bundesliga-Spiel und zu einer Geldstrafe von 100 000 Euro verurteilt. Zuvor hatte der Fußball-Bundesligist einem entsprechenden Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses zugestimmt.