Rassismus im Fußball ist immer noch ein Problem. Das bekommt gerade Gelson Fernandes von Eintracht Frankfurt zu spüren, der nach seiner roten Karte im DFB-Pokal-Halbfinale übel beschimpft wird.

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Sein Auftritt im Halbfinale des DFB-Pokals war etwas unglücklich: Gelson Fernandes wird für Eintracht Frankfurt eingewechselt und sieht nach nicht einmal einer Minute auf dem Platz Rot für ein Foul am Schalker Leon Goretzka.

Frankfurt gewinnt am Ende trotz Unterzahl und fährt zum Finale nach Berlin.

Fernandes erreichen nach dem Spiel Nachrichten mit üblen Beschimpfungen, offenbar von aufgebrachten Schalke-Anhängern, die ihm vorwerfen, er habe Leon Goretzka verletzen wollen.

In einer Nachricht soll Fernandes unter anderem als "Sohn einer Affen-Schlampe" betitelt worden sein.

Das berichtet das Schweizer Nachrichtenportal "Blick.ch".

Fernandes: "Einfach nur dumm"

Im Gespräch mit "Blick.ch" erklärt Fernandes: "Ich finde es einfach nur dumm, wenn man so auf andere Menschen losgeht. Du bist hilflos und verletzt."

Angezeigt habe er den Verfasser der Nachricht dennoch nicht. Er habe keine Lust, sich mit solchen Leuten noch weiter zu beschäftigen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Fernandes Fremdenhass ausgesetzt sieht.

In seiner Zeit als Spieler von Udinese Calcio gab es in einem Spiel gegen Juventus Turin rassistische Sprechchöre gegen ihn. Die Strafe für Juve betrug damals 10.000 Euro.

"Ich lasse mich von solchen Dingen nicht unterkriegen", sagt Gelson bei "Blick.ch".

Der 31-Jährige fühlt sich laut eigener Aussage als Schweizer. Mit fünf Jahren kam er mit seiner Mutter von den Kapverdischen Inseln nach Sion.

Inzwischen hat er 66 Länderspiele für die Schweizer Nati absolviert und wird aller Voraussicht nach auch bei der WM in Russland auf dem Platz stehen. (ska)