Niko Kovac wird der neue Trainer des FC Bayern. Doch er kommt nicht allein. Wie schon bei seinen vorherigen Stationen wird ihn auch dieses Mal wieder sein Bruder Robert begleiten. Und das hat gute Gründe.

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"Ich arbeite gern im Hintergrund", erklärte Robert Kovac unlängst in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau". Es passiert tatsächlich nicht oft, dass der jüngere Bruder von Niko Kovac das Scheinwerferlicht auf sich zieht. Auch jetzt nicht.

Alle schreiben davon, dass der 46-jährige Niko neuer Trainer beim FC Bayern wird. Es wird diskutiert, ob er das denn kann, die Bayern trainieren. Immerhin sind beim deutschen Rekordmeister schon ganz andere Trainer gescheitert.

Dass Niko Kovac nicht alleine kommt, dass er seinen Bruder Robert mitbringt, das ist den meisten zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Randnotiz wert.

Kovac-Brüder halten immer zusammen

Dabei hat es gute Gründe, dass die Kovac-Brüder nur im Doppelpack zu haben sind. Und natürlich spielen dabei auch die Familienbande eine Rolle. Die beiden haben einfach schon immer zusammengehalten. Ob als Kinder auf dem Bolzplatz in Berlin-Wedding, oder später als Profis bei Bayer Leverkusen und dem FC Bayern.

Laut "FAZ" berichtete der ehemalige Leverkusener Jens Nowotny einmal, man habe immer gleich mit beiden Kovacs Stress bekommen, wenn es mal eine Auseinandersetzung mit einem der beiden gegeben hätte.

Und jetzt halten sie eben als Trainer zusammen. Seit 2013 betreuen sie gemeinsam Mannschaften. Zuerst die kroatische U-21-Nationalmannschaft, dann die kroatische A-Nationalmannschaft und seit dem 8. März 2016 Eintracht Frankfurt. Und nun geht es zu den Bayern. Wieder im Doppelpack.

Robert: "Ich möchte ihm helfen"

Dass Niko als Cheftrainer bei Entscheidungen das letzte Wort hat, mehr in der Öffentlichkeit steht, und vermutlich öfter auf der Straße erkannt wird, ist Robert nur Recht.

"Ich möchte mich nicht hervortun, mein Bruder ist im Vordergrund, er ist der Cheftrainer, ich möchte ihm helfen", erklärte der 44-Jährige vergangenes Jahr in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Das Verhältnis der beiden habe sich in den Jahren der Zusammenarbeit eher gefestigt, behauptet Robert selbst.

"Wir diskutieren über alles, wir haben dieselben Ansichten über den Fußball, wir haben auf ähnlichem Niveau selbst Fußball gespielt, wir haben den gleichen Werdegang. Deshalb ergänzen wir uns sehr gut."

Robert als der Spielerversteher

Er selbst, der Lockere der beiden Brüder, definiert seine Rolle als Bindeglied zwischen Mannschaft und Cheftrainer. Die Spieler können mit Problemen und Fragen jederzeit zu ihm kommen.

"Sie müssen ja sehen, viele Spieler trauen sich nicht, zum Cheftrainer zu gehen. Wenn man jung ist, geht man halt eher zum Assistenten, zum Physio, oder einem anderen Vertrauten. Und natürlich sollte man Vertrauen generell nicht enttäuschen", beschreibt Robert seine Rolle in der "Frankfurter Rundschau".

Die Aufgabe des Spielerverstehers könnte auch bei den Bayern noch wichtig werden - vor allem wenn es darum geht, Spieler aus dem Nachwuchs in den Profibereich zu integrieren.

Ein Bereich, auf dem die Bayern definitiv großen Nachholbedarf haben. Denn seit David Alaba 2010 hat beim FCB kein Nachwuchsspieler mehr den langfristigen Sprung zu den Profis geschafft.

Robert hält seinem Bruder den Rücken frei

Für Niko ist Robert aber nicht nur als Bindeglied zur Mannschaft wichtig. In seinem Bruder hat der Noch-Frankfurt-Trainer einen Menschen in seinem Team, der ihm in jeder Situation den Rücken freihält. Der ihn über den grünen Klee lobt, wenn er darauf angesprochen wird.

Im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" schwärmt Robert regelrecht über Niko: "Er läuft immer vorneweg, er lässt nie locker, er fordert jeden Tag das Maximum ein. Er geht nie einen Schritt zurück, sondern immer nur nach vorne. Arbeiten, arbeiten, arbeiten. So lautet das Credo. Und dann kommt auch der Erfolg".

Sollten die Bayern-Bosse noch Zweifel an ihrer Entscheidung gehabt haben, ein kurzes Gespräch mit Robert hätte sie mit Sicherheit alle beseitigt.

In der nächsten Saison wird also Niko Kovac bei den Bayern an der Seitenlinie stehen. Die Scheinwerfer auf ihn gerichtet. Robert wird sich im Hintergrund halten. Wie bisher auch.

Nur einmal, da hatte Robert Kovac die Aufmerksamkeit für sich ganz allein. Als er im Mai vergangenen Jahres einen Räuber stellte, der einen alten Mann überfallen hatte. Nach einem 50-Meter-Sprint hatte er den bedauernswerten Täter in den Schwitzkasten genommen und ihn der Polizei übergeben.

Robert hält eben nicht nur seinem Bruder den Rücken frei.

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