Bayern-Trainer Niko Kovac hat auf eine Frage zum Power-Fußball des FC Liverpool mit einer leicht misszuverstehenden Antwort für Verwunderung gesorgt. Ist der Coach mit seinem Spielermaterial unzufrieden?

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Es war eigentlich eine ziemlich harmlose Frage, die Niko Kovac am Montag auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel seines FC Bayern beim Zweitligisten VfL Bochum (Anpfiff Dienstag, 20 Uhr, bei uns im Live-Ticker!) gestellt wurde.

Ob er denn das "Mörder-Pressing" des FC Liverpool am Sonntag beim 2:1-Erfolg gegen Tottenham verfolgt habe und ob die Spielweise des Teams von Jürgen Klopp eine Art Vorbild für ihn und den Rekordmeister sei, wollte ein Reporter wissen.

200 km/h? Kovac: Wir schaffen nur 100

In seiner Antwort lobte Kovac zunächst die Qualität der Engländer - immerhin aktueller Champions-League-Sieger. Der Erklärungsversuch, warum beim FC Bayern ein anderer Fußball gespielt werde, klang dann allerdings etwas unglücklich.

"Man muss auch die Spielertypen haben", erklärte der Bayern-Trainer zum Vergleich mit den "Reds" aus Liverpool. "Man kann nicht versuchen, 200 km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn sie nur 100 schaffen. Man muss das anpassen, was man hat. Und wir haben andere Spielertypen."

Hat der Bayern-Coach seinem Kader also fehlende Geschwindigkeit unterstellt? Verbunden mit einer leichten Spitze an die Verantwortlichen, die bei der Auswahl des Spielermaterials offensichtlich andere Prioritäten gesetzt hätten?

Aussage zu Müller wurde Kovac um die Ohren gehauen

Bereits Anfang Oktober hatte Kovac mit einer Aussage über Thomas Müller für Verwirrung gesorgt. Die Tatsache, dass der Bayern-Fanliebling gegen Hoffenheim erneut nur auf der Ersatzbank saß, kommentierte der Coach damals flapsig: "Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen."

Es folgte ein medialer Aufschrei, Kovac wurde mangelnder Respekt unterstellt, zwei Tage später ruderte Kovac öffentlich wieder zurück und erklärte, das sei alles nicht so gemeint gewesen.

Bayern-Trainer Kovac spricht über fehlende Kontinuität

Nun die 100-km/h-Aussage über seinen Kader. Hat Kovac seine Spieler damit erneut öffentlich angezählt? Sicherlich eine zulässige Interpretation, wenngleich Kovac noch hinterherschob: "Unser Gegenpressing ist auch gut. Natürlich kann es immer noch besser werden, klar, [...] aber das ist ein Prozess."

Jürgen Klopp sei jetzt vier Jahre Trainer in Liverpool, "wir reden also über Kontinuität, über Zeit, die es im Fußball anscheinend nicht mehr gibt", so Kovac.

Ein Schelm, wer darin eine Anspielung auf die offenbar fehlende Unterstützung aus der Riege der Bayern-Bosse um Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic sieht...

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Verwendete Quelle:

  • fcbayern.com: Video der Pressekonferenz mit Niko Kovac
Teaserbild: © picture alliance / nordphoto