Borussia Dortmund ist weiterhin in Topform. Der Spitzenreiter der Bundesliga hat auch in den Playoffs der Europa League sein Offensivpotenzial voll ausgeschöpft und Odds BK Skien mit 7:2 aus dem Stadion geballert. Für ARD-Experte Mehmet Scholl hat Trainer Thomas Tuchel daran einen ganz entscheidenden Anteil.

Zweimal 4:0 in der Bundesliga sowie ein 4:3 und ein 7:2 gegen Odds BK Skien in den Playoffs der Europa League: Borussia Dortmund beweist - insbesondere im Offensivspiel - eine exzellente Frühform. ARD-Experte Mehmet Scholl sieht den momentanen Erfolg der Borussen auch in der Spielausrichtung von BVB-Trainer Thomas Tuchel begründet. Der Ex-Nationalspieler erkennt bei Tuchel sogar Parallelen zur Fußball-Denkweise des Bayern-Trainers Pep Guardiola. "Das kommt mir alles bekannt vor. So wie Thomas Tuchel das System umgebaut hat - das hat Pep in seinem ersten Jahr in München auch brutal gemacht. Jetzt passen die Spieler zu seinen Wünschen. Darum sind Piszczek und Castro nicht dabei", sagte der 44-Jährige.

Was Scholl meint: Tuchel stellt ähnlich wie Guardiola nicht nach Namen auf und hält nicht an Systemen fest. Vielmehr werden Spieler und Spielausrichtung perfekt auf die Stärken und Schwächen des Gegners angepasst. Gegen die sehr defensiv ausgerichteten Norweger von Odds BK spielten die zentralen Mittelfeldspieler Julian Weigl und Ilkay Gündogan steile sowie hohe Pässe auf die aufgerückten BVB-Verteidiger und kamen so immer wieder hinter die Abwehr des Gegners. Weigl und Gündogan haben diese Bälle eher in ihrem Repertoire als der 90 Minuten lang auf der Bank schmorende Kämpfertyp Gonzalo Castro.

Dass Tuchel einige Ideen von Guardiola abgekupfert hat, scheint gar nicht mal so unwahrscheinlich. Schließlich gilt der BVB-Coach als großer Verfechter der Arbeitsweise des Katalanen. (tfr)