Lange war der ÖFB-Star Martin Hinteregger im Gespräch bei RB Leipzig, entschied sich aber für den FC Augsburg. In einem Interview erklärte er, warum - und ließ dabei ordentlich Dampf ab. In Leipzig wies man seine Kritik unterdessen entschieden zurück.

RB Leipzig hatte um ihn gebuhlt. Doch Martin Hinteregger ließ das kalt, der ÖFB-Star entschied sich für den FC Augsburg.

... und zwei Lachnummern in England: So verlief der "Deadline Day".

"Ich wollte unbedingt wieder in der Bundesliga spielen und sehe den FCA als die perfekte Adresse", sagte der Verteidiger am Mittwoch, nachdem er den Vertrag bis zum 30. Juni 2018 plus Option unterzeichnet hatte.

"Salzburg wird kaputtgemacht"

Inzwischen wurde er aber sehr viel konkreter. Im Interview mit "Sky Sport News HD" ätzte der 23-Jährige gegen RB Leipzig: Salzburg sei "ein Ausbildungsverein für Leipzig", erklärte er, "die Art und Weise, wie Salzburg von Leipzig kaputtgemacht wird, finde ich schade. Im Endeffekt sind es zwei verschiedene Vereine, aber alles wird aus Salzburg wegdirigiert."

Hinteregger spielt damit auf die letzten Transfers nach Leipzig an: Vor einem Jahr wechselten unter anderem Péter Gulácsi und Stefan Ilsanker, im Jahr zuvor hatten auch schon vier Salzburg-Kicker ihr Glück in Sachsen gesucht.

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Wut auf Ralf Rangnick

Vor allem gegen RB-Sportchef Ralf Rangnick schoss Hinteregger: "Er hat in Salzburg noch immer das Sagen. So gut er das einmal gemacht hat - und er hat es richtig stark gemacht – jetzt lässt er alles wieder den Bach runtergehen."

Die zwei Vereine müssten aus Hintereggers Sicht so geführt sein, "dass beide top dastehen und nicht nur einer."

Leipzig reagiert auf Kritik

"Das ist einfach nur populistisch und inhaltlicher Nonsens", konterte der Vorstandsvorsitzende von RB Leipzig, Oliver Mintzlaff, die Kritik von Hinteregger, "Fakt ist, dass Ralf Rangnick seit Sommer letzten Jahres nur noch ausschließlich für RB Leipzig tätig und verantwortlich ist", sagte Mintzlaff am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Hinteregger habe Salzburg "unbedingt verlassen" wollen, betonte Mintzlaff. Dabei habe der österreichische Nationalspieler "in der Vergangenheit selbst noch das Ziel geäußert, einmal für RB Leipzig spielen zu wollen."

Der Vorstandsvorsitzende, der seit 2014 bei Red Bull auch "Head of Global Soccer" ist, bescheinigt Leipzigs ehemaligem Partnerverein RB Salzburg eine gute Entwicklung, "obwohl immer wieder sehr talentierte Spieler den Verein verlassen haben, um den nächsten Entwicklungsschritt in einer stärkeren Liga zu machen." Das sei völlig legitim und auch nachvollziehbar.

(af, mit Material der dpa)