DFB-Star Mario Götze spricht über sein Image-Problem in der Öffentlichkeit, eigene Fehler sowie seine großen persönlichen Ziele beim FC Bayern. Dabei bezieht er auch Stellung zu den Wechsel-Gerüchten.

"Ich würde sehr gerne ein Gesicht des FC Bayern werden", sagt der 23-Jährige Mario Götze in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Trotz einer schwierigen Saison 2014/15 mit einigen Einsätzen nur als Einwechselspieler erzählt Götze: "Ich habe mich vom ersten Tag an als Bayern-Spieler gefühlt! Und ich habe mich nie damit befasst, woanders hinzugehen. Auch jetzt im Sommer nicht. Das war nie ein Gedanke." Vor dieser Spielzeit signalisierte unter anderem Juventus Turin großes Interesse an einer Verpflichtung.

Dass der FCB mit Douglas Costa und Kingsley Coman zwei Flügelspieler verpflichtet hat, versteht Götze nicht als Kampfansage - im Gegenteil. "Man könnte diese Transfers aber auch so deuten, dass die Verantwortlichen mich künftig weniger auf dem Flügel, sondern eher zentral sehen", sagt Götze, der sich "im Zentrum und da möglichst weit vorne" am wohlsten fühlt.

Mario Götze: "Was ich habe, ist nicht einfach von Gott gegeben."

Im Interview wehrt sich Götze zudem gegen die Unterstellung, dass ihm als junges Talent vieles zugefallen sei. "Ich glaube, es erreicht keiner diese Dinge, weil es einfach so passiert", sagt der Weltmeister. "Ich habe mit 18 schon Situationen erlebt, die ruhig auch später hätten kommen können. Die wenigsten wissen, wie viel Arbeit und Kampf auch bei talentierten Spielern dazugehört." Götze stellt klar: "Was ich habe, ist nicht einfach von Gott gegeben. Ich tue auch viel dafür!".

Götze und seine Kollegen machen regelmäßig ihre Fans glücklich.

Nach dem Wechsel von Borussia Dortmund zu den Bayern im Sommer 2013 konnte sich der gebürtige Allgäuer noch nicht in die Herzen der Fans spielen, was auch an der Außendarstellung des Offensivkünstlers festgemacht wird.

"Die letzten beiden Jahre waren jedenfalls wie ein Reifeprozess für mich. Ich habe eigene Fehler gemacht, aber auch viele Dinge ertragen müssen, die verdreht wurden", findet Götze. Er habe es versäumt, den Vorwurf zu entkräften, er gehe nur des Geldes wegen zu den Bayern.

Mario Götze hat keine Probleme mit Pep Guardiola

"Heute weiß ich: Spätestens zu Beginn der Saisonvorbereitung in München hätte ich den Wechsel offensiv erklären sollen. Ich hätte meine sportlichen Motive nennen und alle Spekulationen geraderücken können, dann wäre die Sache vielleicht zu Ende gewesen", meint er. "Aber so wurde weiter fleißig ruminterpretiert."

Zur Phase, in der Götze von Trainer Pep Guardiola oft nicht für die Startelf nominiert worden war, sagte er: "Das war nicht leicht für mich, gerade in Barcelona, wo wir viele Verletzte hatten und ich gedacht habe: Jetzt rutsch’ ich vielleicht rein ins Team. Aber es gab und gibt zwischen uns kein Problem."

Auch in der Nationalmannschaft, die heute Abend mit einem Remis beim EM-Qualifikationspiel in Irland (20:45 Uhr, LIVE bei RTL und bei uns im Ticker) die Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich perfekt machen kann, ist Götze nicht immer erste Wahl gewesen. Zum EM-Kader wird der Siegtorschütze des WM-Endspiels allerdings wohl ohne jede Frage gehören, sollte er sich nicht noch vor dem Turnier verletzen. Angesprochen darauf, wer denn im EM-Finale 2016 für das entscheidende Tor in der Mitte stehe, antwortet Götze schlagfertig: "Ich? Wobei: Am besten wäre es wahrscheinlich für mein Image, wenn ich von links flanke - und dann auch noch selbst in der Mitte stehe." (dpa/tfr)

Erneut hat der FC Bayern mit dem BVB einen potentiellen Konkurrenten um die Meisterschaft überdeutlich besiegt. Selbst BVB-Trainer Thomas Tuchel ist davon überzeugt, dass den Münchnern in dieser Saison die Meisterschaft nicht mehr streitig gemacht werden kann.