Mario Götze ist zurück. Seit bei dem 25-Jährigen eine Stoffwechselerkrankung festgestellt wurde, sind fünf Monate vergangen. Nun findet man ihn wieder mit einem Lächeln auf dem Platz. Die Botschaft ist klar: Der WM-Torschütze kämpft sich zurück zu alter Stärke.

Mario Götze hat sich mit seinem Tor zum Weltmeistertitel 2014 bei den deutschen Fußballfans unsterblich gemacht. Das war vor drei Jahren.

Seitdem hatte Götze kaum Glück und zu allem Überfluss kam auch noch Pech dazu.

Nach einem langen Formtief wurde bei dem Weltmeister im Februar 2017 eine Stoffwechselstörung diagnostiziert, die ihn dazu zwang, den Trainingsplatz gegen die Behandlungszimmer der Ärzte einzutauschen.

"Das wird keine Kurzzeit-Sache werden", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke damals.

Das klang nicht gut und so mancher befürchtete, Götze würde als Folge sein Karriereende verkünden.

Mario Götze: Die Spielfreude ist zurück

Doch nun ist Götze zurück. Seit Anfang Juli trainiert er wieder mit der Mannschaft von Borussia Dortmund, wird von Trainer Peter Bosz auch schon bei Testspielen eingesetzt und führte seine Mannschaft gegen Atlanta Bergamo am Dienstag sogar als Kapitän aufs Feld.

Es scheint dem 25-Jährigen wieder richtig gut zu gehen. Er scherzt mit den Fans, postet wieder in den sozialen Medien und lässt die Menschen auch an seinem privaten Glück mit seiner Verlobten Ann-Kathrin Brömmel teilhaben.

Hans-Joachim Watzke wäre nach eigener Aussage beim BVB um ein Haar in der vergangenen Saison zurückgetreten. Hätte Borussia Dortmund das DFB-Pokal-Finale gegen Eintracht Frankfurt verloren, wäre ein Abschied des Geschäftsführers im Bereich des Möglichen gewesen. 

Im Vergleich zu seinen Auftritten vor der Diagnose wirkt Götze nun athletischer und entspannter. Und auch seine Spielfreude ist zurück.

Ein Eindruck, den auch Watzke bestätigt: "Er wirkt sehr gelöst, findet immer mehr zu seinem Rhythmus und fühlt sich wohl und wichtig", sagt er in der "Bild" und tritt nur leicht auf die Euphoriebremse: "Natürlich wird es noch dauern, bis er seine absolute Top-Form erreicht. Aber er macht gute Fortschritte."

Götze auch mental gestärkt

Fortschritte, die sich Götze hart erarbeitet hat. "Ich hatte ein spezielles individuelles Programm. Wir haben das von Tag zu Tag und Woche zu Woche gesteigert. Ich habe viele Läufe gemacht, war regelmäßig im Kraftraum und habe mich so auf die unterschiedlichen Situationen eingestellt", erklärte Götze gegenüber "Spox" im Rahmen der Asienreise des BVB.

Doch nicht nur körperlich ist der 25-Jährige wieder zu Kräften gekommen, auch mental wirkt er gestärkt.

Hatte man ihm in der Zeit vor der Diagnose deutlich angesehen, wie sehr ihm das mangelnde Vertrauen der Trainer, die Kritik der Fans und der Medien sowie seine eigenen mittelmäßigen Auftritte an die Substanz gingen, so scheint er das alles nun tatsächlich hinter sich gelassen zu haben.

Endlich wieder Spaß am Fußball

BVB-Kapitän Marcel Schmelzer sagte dem "kicker": "Mario kommt wieder mit einem Lächeln im Gesicht zum Training. Er ist sehr positiv drauf und wirkt sehr glücklich."

Ein gutes Zeichen, dass sich Götze wohl tatsächlich wieder auf dem Weg zu alter Stärke befindet.

Schließlich hatte der 25-Jährige seine beste Zeit auf dem Platz, als er unbeschwert aufspielen konnte.

Gutes Verhältnis zu Trainer Bosz

Dass Götze wieder mit Freude an die Arbeit geht, dürfte auch ein Verdienst des neuen Dortmund Trainers Peter Bosz sein, der sich bereits jetzt begeistert von den Fähigkeiten des einstigen Problemspielers zeigt: "Wenn ich das nicht als Trainer sagen dürfte, sondern als Fußball-Liebhaber: Es macht einfach Spaß, ihm bei der Arbeit zuzusehen."

Aus diesen Worten spricht ein Vertrauen, das Götze zuletzt gefehlt haben dürfte, unter Thomas Tuchel, mit dem die Zusammenarbeit "nicht immer einfach" war.

Jetzt habe man das Gefühl, dass Götze "in den Planungen des Trainers eine wichtige Rolle spielt", meint Watzke.

Und auch Götze selbst schwärmt im Interview mit "Spox" von Bosz: "Er macht auf mich einen sehr positiven und offenen Eindruck. (...) Ich freue mich über sein Vertrauen und auf alles, was jetzt noch kommt. Ich glaube, wir werden viel Spaß mit ihm haben."

Und was ist mit der WM 2018?

Hauptsache Spaß. Das steht jetzt für Götze im Vordergrund und das ist auch gut so.

Der Druck kommt mit dem Anpfiff der Bundesligasaison 2017/18 am 18. August noch früh genug. Und dann ist da ja noch die WM 2018 in Russland.

"Ich würde mir natürlich wünschen, nächstes Jahr bei der WM dabei zu sein, aber bis dahin ist noch viel Zeit. Es muss jetzt Schritt für Schritt für mich gehen", sagt Götze bei "Spox".

Schritt für Schritt zurück zu alter Stärke. Und vielleicht sorgt Götze vier Jahre nach seinem größten Triumph dann wieder für ein deutsches Sommermärchen.