Irgendwann muss auch die unendliche Geschichte der Trainersuche des FC Bayern ein Ende finden. Wenn es nach Jupp Heynckes ginge, würde sein Nachfolger wohl schon längst feststehen: Thomas Tuchel.

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Nicht einmal mehr drei Monate, dann ist die Bundesliga-Saison de facto vorbei und wenn es blöd läuft, steht der FC Bayern ohne Trainer da. Jupp Heynckes hat inzwischen so oft bekräftigt, dass er nicht weitermachen wird, dass es ihm inzwischen sogar Uli Hoeneß glauben dürfte. Dennoch tun sich die Bayern-Verantwortlichen weiterhin schwer, sich auf einen Nachfolger festzulegen.

Anfang April soll die Entscheidung fallen. Wenn es nach Jupp Heynckes ginge, wäre die Sache jedoch längst klar. Denn der aktuelle Trainer der Bayern hat einen Favoriten für seine eigene Nachfolge, das macht er im Gespräch mit der "Sport-Bild" nur allzu deutlich.

"Ich denke, dass Thomas Tuchel die Qualität hat, auch einen FC Bayern zu trainieren", erklärt Heynckes da und setzt dann zu einer wahren Lobeshymne auf den früheren BVB-Coach an: "Ich schätze Thomas Tuchel, er hat den Weg in Mainz von den Jugendmannschaften nach oben kontinuierlich zurückgelegt. Das ist die Erfolgsleiter, die man gehen muss: Man lernt die richtige Ansprache, den Umgang mit Menschen."

Heynckes mit klarer Meinung

Borussia Dortmund habe unter Tuchel einen sehr tollen Fußball gespielt, führt Heynckes weiter aus. "Alle modernen Elemente, die zum heutigen Fußball gehören, waren vorhanden. (...) Es hat mir Spaß gemacht, seinem BVB zuzusehen."

Und zur vermeintlich problematischen menschlichen Komponente - Tuchel wird ein etwas schwieriger Charakter nachgesagt - hat Heynckes eine klare Meinung: "Ach, was wurde da über mich auch schon alles geschrieben. Als junger Trainer macht man Fehler, mein Gott, das kommt vor. Natürlich wird Thomas irgendwann die eine oder andere Sache anders sehen. Aber das sind Kleinigkeiten. Was zählt, ist doch: Seit Tuchel weg ist aus Dortmund, hat der Verein nicht mehr einen so tollen Fußball gespielt."

Bestechende Argumente, die Heynckes da vorbringt und tatsächlich soll Tuchel der Favorit auf den Posten beim FC Bayern sein. Lediglich Uli Hoeneß soll sich noch sträuben. Der Präsident ist offenbar noch von den Querelen zwischen der Führungsriege des BVB und Tuchel abgeschreckt.

Was ist mit Hasenhüttl und Kovac?

Der einzige Kandidat, der Tuchel den neuen Job noch streitig machen könnte, ist wohl Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl. Der Österreicher besitzt bei RB zwar noch einen Vertrag bis 2019, aber weil er sich ziert, diesen zu verlängern, denkt Sportdirektor Ralf Rangnick laut "Kicker" auch schon über eine vorzeitige Trennung nach. Hasenhüttl selbst bezeichnet sich allerdings als noch nicht reif genug für den Bayern-Job.

An mangelnder Erfahrung auf internationalem Top-Niveau scheitert es wohl auch bei Niko Kovac. Die Entwicklung des ehemaligen Bayern-Spielers als Trainer von Eintracht Frankfurt werden die FCB-Bosse sicherlich dennoch mit großem Interesse weiter verfolgen. Denn wer weiß, wann die Bayern das nächste Mal auf Trainersuche sind. (ska)