Nach der schweren Verletzung von Niklas Süle am Wochenende hat es beim Sieg in der Champions League bei Piräus jetzt auch Lucas Hernández erwischt. Der Münchner Rekordeinkauf könnte bis Jahresende ausfallen. Wie könnte Bayerns schwer ausgedünnte Abwehr jetzt auflaufen?

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Es wird langsam übersichtlich in Bayerns Abwehr. Niklas Süle fällt wegen eines Kreuzbandrisses wahrscheinlich bis Saisonende aus. Jetzt hat es auch noch 85-Millionen-Mann Lucas Hernández erwischt.

Mitte der zweiten Halbzeit der CL-Partie in Piräus prallte er in einem Zweikampf mit Gegenspieler Omar Elabdellaoui zusammen und verletzte sich dabei am Knöchel. Nach kurzer Behandlungspause verließ er humpelnd den Rasen. Jérôme Boateng ersetzte ihn.

Lucas Hernández: Zwei Monate Pause?

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidžić verkündete nach dem Spiel: "Es ist sicher ein Band angerissen. Dr. Müller-Wohlfarth hat jetzt die erste Diagnose gestellt, es wird über mehrere Wochen gehen."

Wie der Verein am Mittwoch auf seiner Website mitteilte, hat sich der Verteidiger "eine Teilruptur des Innenbandes am rechten Sprunggelenk zugezogen". Über eine Ausfalldauer machte der Klub keine Angaben.

Wie Sport1 berichtet, geht man vereinsintern allerdings von einer Ausfallzeit von rund zwei Monaten aus. Damit wäre das Fußballjahr 2019 für den Franzosen, der das Stadion nach dem Spiel auf Krücken verließ, beendet.

Auch bei Javi Martínez, der gegen Piräus zwar im Mittelfeld auflief, aber auch als Innenverteidiger spielen kann, gab es einen Schreckmoment: Er blieb nach der ersten Halbzeit angeschlagen in der Kabine.

Bei ihm handelte es sich allerdings nur um eine Vorsichtsmaßnahme. "Er hatte muskuläre Probleme, das hat er bereits in der ersten Halbzeit angedeutet, dann mussten wir reagieren, um kein Risiko einzugehen", begründete Trainer Niko Kovac die Auswechslung.

Dennoch ist Kovac jetzt gefordert, er muss mit dem verbliebenen Personal eine funktionierende Abwehr zusammenstellen. Zudem braucht die Defensive generell Stabilität: Bereits zum fünften Mal in Folge kassierte der FC Bayern beim 3:2-Sieg in Piräus zwei Gegentore.

Welche Abwehrspieler sind noch übrig?

Viele Alternativen hat der Bayern-Coach nicht. Weltmeister Benjamin Pavard dürfte weiterhin gesetzt sein. Der Franzose verpasste in dieser Saison noch keine Spielminute. Allerdings ragte er, ebenso wie seine Kollegen, bisher auch noch nicht heraus.

Auch Jérôme Boateng wird nun notgedrungen wieder mehr Einsatzzeit bekommen. Er war zuletzt nur noch Innenverteidiger Nummer vier und stand im Sommer kurz vor einem Wechsel. Allerdings bleibt abzuwarten, ob er, auch wenn er wieder regelmäßiger zum Einsatz kommt, an seine Form von früher herankommen kann.

David Alaba ist eigentlich Linksverteidiger, hat allerdings auch schon oft als Innenverteidiger ausgeholfen. Sein ehemaliger Coach Pep Guardiola bescheinigte ihm einst in seiner gewohnt enthusiastischen Art, "einer der besten Innenverteidiger der Welt" werden zu können.

Das darf man vielleicht bezweifeln, aber der Österreicher würde der Verteidigung mit seiner Schnelligkeit gut tun. Allerdings ist er nach der Hernández-Verletzung auch der einzige verbliebene Linksverteidiger im Kader und ist deswegen wohl auf dieser Position genauso gesetzt wie Joshua Kimmich auf Rechts.

Bleibt noch Lars Lukas Mai (Lesen Sie hier ein Porträt): Der 19-Jährige, der in der zweiten Mannschaft der Bayern spielt und regelmäßig mit den "Großen" trainiert, hat vor wenigen Tagen einen neuen Vertrag unterzeichnet und wird in den kommenden Monaten wohl als Back-up auf der Bank Platz nehmen.

Damit stellt sich die Abwehr momentan mehr oder weniger von selbst auf. Einen Wintertransfer hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach der Süle-Verletzung noch ausgeschlossen. Mal schauen, ob das auch noch nach der Verletzung von Lucas Hernández gilt.

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