Die Vertragsverhandlungen zwischen Manuel Neuer und dem FC Bayern stocken derzeit. In der Torhüterdebatte hat sich Cheftrainer Hansi Flick nun allerdings hinter seinen Kapitän gestellt. Neuer werde auch in der nächsten Saison die Nummer 1 in München sein.

Weitere Bundesligathemen finden Sie hier

Bayern-Trainer Hansi Flick hat Torwart Manuel Neuer mitten im Vertragspoker mit den Münchnern den Rücken gestärkt. "Manuel Neuer ist eindeutig unsere Nummer 1, daran wird sich auch in der kommenden Saison nichts ändern. Alexander Nübel weiß das", sagte Flick im Interview des "Kicker".

Der vom FC Schalke 04 verpflichtete Nübel soll den 34 Jahre alten Nationalkeeper künftig herausfordern und perspektivisch dessen Nachfolge bei den Bayern antreten.

Flick: "Wer spielt, ist Sache des Trainers"

Flick versicherte: "Alexander Nübel wird das gleiche Vertrauen und die gleiche Wertschätzung wie alle anderen Torhüter und Spieler in unserer Mannschaft bekommen. Wir wollen ihn weiterentwickeln, allerdings ist auch klar, dass beim FC Bayern der Leistungsgedanke zählt." Der Chefcoach betonte zudem, auch der aktuelle Neuer-Ersatz Sven Ulreich mache "seine Sache wirklich hervorragend".

Zur Anzahl von Pflichtspielen, die Nübel im Bayern-Vertrag zugesagt worden sein soll, will sich Flick nicht äußern. "Wer letztendlich spielt, ist immer Sache des Trainers. Und diese Entscheidung spreche ich immer mit meinem Trainerteam ab", sagte er.

Flick: Nübel "ein junger, sehr talentierter Keeper"

So wird sich Nübel erst einmal im Konkurrenzkampf gegen die aktuelle Nummer zwei im Bayern-Tor, Sven Ulreich, durchsetzen müssen. "Er ist ein junger, sehr talentierter Keeper, den wir weiterentwickeln wollen. Allerdings ist auch klar, dass beim FC Bayern der Leistungsgedanke zählt - sogar noch extremer als woanders. Und zurzeit macht Sven Ulreich seine Sache wirklich hervorragend", lobte Flick.

Der 55-Jährige betonte jedoch: "Alexander Nübel wird das gleiche Vertrauen und die gleiche Wertschätzung wie alle anderen Torhüter und Spieler in unserer Mannschaft bekommen."

Zugleich nahm der 55-Jährige den Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic gegen immer wieder aufflammende Kritik an der Verpflichtung von Nübel erneut in Schutz. Es sei "eine sehr gute und strategisch kluge Entscheidung" gewesen, den 23-Jährigen ablösefrei zu holen. "Wenn du den besten deutschen Nachwuchstorhüter verpflichten kannst, dann musst du es tun. Das hat Hasan wirklich super gemacht", sagte Flick.

Auch Karl-Heinz Rummenigge stärkte Nübel in einer extra abgegeben Stellungnahme den Rücken: "Alle Entscheidungsträger des FC Bayern inklusive Cheftrainer Hansi Flick sind sehr glücklich darüber, dass Alexander Nübel zur neuen Saison Spieler des FC Bayern wird", ließ Bayerns Vorstandschef verlauten.

Nübel sei einer der besten Nachwuchstorhüter Europas und ein wichtiger Spieler für die Zukunft der Mannschaft. Auch Neuer sieht er dabei in besonderer Verantwortung: "Wir sind überzeugt, dass Manuel Neuer mit seiner Qualität und großen Erfahrung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Alexander Nübel leisten wird", fügte Rummenigge hinzu.

Die Vertragsverhandlungen zwischen Manuel Neuer und dem FC Bayern stocken

Neuer verhandelt mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister derzeit über eine Verlängerung seines Ende Juni 2021 auslaufenden Vertrags. Und die laufen alles andere als rund. Von einer "stark erschütterten" Vertrauensbasis war gar die Rede. In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" gab Neuer an, die Gerüchte, die über ihn bezüglich geforderter Vertragslaufzeit kursieren, ergäben "überhaupt keinen Sinn".

Rummenigge geht trotz der Unstimmigkeiten davon aus, dass im Verhandlungspoker zwischen den Bayern und dem verärgerten Neuer die Fronten nicht hoffnungslos verhärtet sind. "Ich glaube, wir wissen, was beide aneinander haben und bin optimistisch, dass wir am Ende eine für beide Seiten glückliche Lösung finden werden – und dass Manuel dann einen neuen Vertrag unterschreiben wird", sagte der 64-Jährige am Montag während einer Videoschalte mit der "Bild".

Mit Material von dpa und AFP.
Bildergalerie starten

Bundesliga 2000/01: Ein unglaubliches Saisonfinale und ein Meister der Herzen

Das Coronavirus hat auch den Fußball in die Knie gezwungen. Um die Zwangspause etwas angenehmer zu gestalten, widmen wir uns in den nächsten Wochen in einer Serie einigen Klassikern der Bundesligageschichte. Die zweite Folge: Die Saison 2000/01, als der FC Bayern dem FC Schalke in letzter Sekunde die Meisterschaft entriss.