Vorstandschef Heribert Bruchhagen ist beim Hamburger SV mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Auch Sportdirektor Jens Todt sei beurlaubt worden, teilte der abstiegsbedrohte Bundesligist mit. An Trainer Bernd Hollerbach soll vorerst festgehalten werden.

Der HSV möchte mit sofortiger Wirkung eine Neuausrichtung starten. Das teilt der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Hoffmann in einem Interview auf der Vereinsseite des Hamburger SV mit.

Als erste Handlung hat der Verein den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt freigestellt. Man trenne sich jedoch nicht im Streit, erklärt Hoffmann: "Zu der aktuellen Gesamtlage haben eine Vielzahl von Ursachen und Entwicklungen über Jahre beigetragen. Heribert Bruchhagen trug zuletzt als Vorstandsvorsitzender die Hauptverantwortung, was er selbst ja auch immer wieder betont hat."

Der Grund für die Beurlaubung von Vorstandschef und Sportdirektor sei die Erkenntnis, dass der "HSV jetzt unmittelbar" mit dem Umbruch beginnen müsse. Die Trennung von Bruchhagen und Todt war erst zum Saisonende erwartet worden. Bruchhagens Vertrag war bis Sommer 2019 datiert, Todts bis zum Ende dieses Jahres.

Ein Nachfolger für Bruchhagen steht laut Hoffmann noch nicht fest. Man wolle das Anforderungsprofil für einen neuen Vorstandsvorsitzenden "mit höchster Priorität intern behandeln". Ziel müsse es sein, "eine Person zu finden, die langfristig die Neuausrichtung des HSV steuern kann".

Hollerbach bleibt vorerst Trainer

Die Führung der HSV Fußball-AG liegt nun allein in den Händen von Frank Wettstein. Wettstein habe sich als ersten Beschluss für die Beurlaubung von Sportdirektor Todt entschieden. Todt war seit Januar 2017 im Amt.

Todts Aufgaben, zu denen auch die Vertragsverhandlungen mit Spielern für den möglichen Abstiegsfall gehören, werden demnach intern aufgeteilt, so dass keine Lücke entstehen werde. "Wir sind voll handlungsfähig", versicherte Wettstein.

Trainer der Rothosen soll zumindest vorerst Bernd Hollerbach bleiben. "Stand heute halte ich einen Trainerwechsel nicht für möglich. Hollerbach ist Bestandteil des Teams", sagte Wettstein am Donnerstag,

Der HSV rangiert derzeit auf Platz 17 in der Bundesliga-Tabelle mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Damit droht dem Club erstmals seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 der Gang in die Zweitklassigkeit.(ska/ms/dpa)

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