Die vergangenen Wochen haben beim FC Bayern Spuren hinterlassen. Längst muss Trainer Niko Kovac um seinen Job kämpfen. Ein Umbruch steht bevor. Dabei wird es im Sommer auch den einen oder anderen Star treffen.

Steffen Meyer
Eine Kolumne
von Steffen Meyer, Freier Autor

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Der 5:1-Sieg über Benfica Lissabon kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vergangenen Wochen beim FC Bayern Spuren hinterlassen haben. Das 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf am Wochenende war ein negativer Höhepunkt - nicht nur mit Blick auf diese Saison, sondern auch auf die vergangenen fünf Jahre.

Niko Kovac kämpft längst um seinen Job. Dabei wackelt bei Bayern nicht nur der Trainer. Ein Umbruch steht an, spätestens im Sommer wird es in München knallen. Der weitere Saisonverlauf entscheidet dabei lediglich, wie laut dieser Knall ausfällt. Der FC Bayern wirkt entschlossen wie seit zehn Jahren nicht mehr, den veralteten Kader einer Generalüberholung zu unterziehen.

Die Münchner wollen auf dem Transfermarkt richtig zuschlagen und damit den Kader erstmals seit der Verpflichtung von Robert Lewandowski nicht nur in der Breite, sondern auch in der Spitze verbessern.

Das erhöht den Druck auf einige etablierte Stars. Auch sie stehen ab jetzt unter verstärkter Beobachtung.

Die Innenverteidigung

Mats Hummels und Jérôme Boateng bilden seit Jahren ein prägendes Innenverteidigerduo. Nicht nur beim FC Bayern, sondern auch in der Nationalelf. Beide wurden in den vergangenen Wochen mit individuellen Fehlern und sichtbaren Defiziten in den Bereichen Explosivität und Schnelligkeit zum Sinnbild der Bayern-Krise.

Mit Niklas Süle steht der logische Nachfolger bereits im Kader. Mit Weltmeister Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart war schon im Sommer ein weiterer Jungstar hoch im Kurs.

Hummels und vor allem Boateng werden sich trotz eines Vertrags bis 2021 strecken müssen, um ihre Rollen zu verteidigen. Interessenten aus der europäischen Spitze gibt es gerade für Boateng im Übrigen genug.

Der Kreative

James hat eine überragende Phase unter Jupp Heynckes hinter sich. Mit Niko Kovac wurde der Kolumbianer allerdings bisher nicht warm. Verletzungen, Wehwehchen. Geringe Einsatzzeiten. James, der jenseits des Platzes ohnehin noch nicht wirklich in der Bayern-Familie angekommen war, wirkt unzufrieden.

Er ist in der eigenen Wahrnehmung, und auch was die weltweite Popularität angeht, ein Superstar. Dazu passt die Rolle als Rotationsspieler in München nicht. Sollte sich hier in der laufenden Saison nicht gewaltig etwas ändern, steht James vor dem Absprung.

Der Triple-Held

Javi Martínez war der Königstransfer des FC Bayern auf dem Weg zum Triple im Jahr 2013. Inzwischen wirkt er nach vielen Verletzungen in die Jahre gekommen, und wenn man ehrlich ist, auch ein wenig aus der Zeit gefallen. Sein Zweikampfverhalten ist immer noch gut.

Sein Kopfballspiel weltklasse, aber gerade im Spielaufbau genügte Martínez, der in dieser Saison häufig als alleiniger 6er auflief, den Ansprüchen nicht. Es ist kein Zufall, dass gegen Lissabon die agile und junge Doppelsechs aus Kimmich und Goretzka spürbar neue Impulse setzte. Martínez muss aufpassen, nicht völlig zum Auslaufmodell zu werden.

Die Altstars

Vor allem Arjen Robben schien gegen Benfica mal wieder die Zeit zurückzudrehen. Aggressiv, torgefährlich, immer präsent - es wirkte am Dienstagabend, als sei auf einmal wieder 2011.

Doch es ist nicht mehr zu leugnen: Arjen Robben und Franck Ribéry sind auf der Zielgeraden ihrer Zeit in München. Die Verträge der beiden Oldies laufen im Sommer aus.

Vor allem Ribéry musste aufgrund der Verletzung von Kingsley Coman viel mehr spielen, als ursprünglich geplant. Die ganz große Durchschlagskraft ist weg. Vor allem im grauen Alltag.

Die Offensive

Wenn der FC Bayern im Sommer richtig investiert, dann vor allem auf der im europäischen Fußball so entscheidenden offensiven Außenbahn. Dort, wo der Unterschied gemacht wird.

Dort, wo die Ablösesummen auf Topniveau längst im dreistelligen Bereich liegen. Wenn die Münchner wieder groß angreifen wollen, kommen sie hier um Veränderungen nicht herum.

Auch, wenn sich derzeit also viel um die Personalien Kovac und Hasan Salihamidzic dreht: das Gesicht des FC Bayern wird sich so oder so im kommenden Jahr verändern.

Der FC Bayern muss seinen Umbruch im Kader beschleunigen. Das ist auch eine Lehre der bisher so erschreckend schwachen Hinrunde. Treffen wird es dabei auch den einen oder anderen etablierten Star.

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