FC Bayern München ist Meister: Jubel, Tränen, Weißbier

Der FC Bayern München hat sich zum 29. Mal den Titel des deutschen Fußballmeisters erkämpft. Für die Münchner war die siebte Meisterschaft in Folge aber nicht nur ein großer Vereinerfolg, sondern auch eine besonders emotionale Angelegenheit.

Das der FC Bayern die deutsche Meisterschaft gewinnt, war in den letzten Jahren immer so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch in der Saison 2018/2019 war bis zum Schluss nicht klar, welcher Bundesligist sich den Titel dieses Mal sichern kann.
Nach dem gestrigen Tabellenstand, hätte auch der BVB die Meisterschale ergattern können. Dafür hätte allerdings Bayern gegen die Eintracht aus Frankfurt verlieren und die Borussen gegen Mönchengladbach gewinnen müssen. Spannende Voraussetzungen für den finalen Spieltag.
Denn immerhin war es ein ganzes Jahrzehnt her, dass sich die deutsche Meisterschaft am letzten Spieltag der Saison entschied. Auch beim damaligen Finale, in der Saison 2008/2009, kämpfte Bayern um den Titel, unterlag aber letztendlich dem VfL Wolfsburg.
Zumindest kurzeitig war das gestrige Meisterschaftsfinale also eine spannende Sache. Doch schon nach wenigen Minuten sicherten sich die Bayern durch einen Treffer von Kingsley Coman, die Führung gegen die Eintracht.
Auch vom Ausgleich durch Sébastien Haller in der 50. Minute zeigten sich die Münchner wenig beeindruckt. Nur drei Minuten später knallte David Alaba den Ball erneut ins Tor der Eintracht.
Und fünf Minuten später legte Renato Sanches für die Bayern zum 3:1 nach.
Coman, Alaba und Sanches legten zwar den Grundstein für den 29. Titel, das eigentliche Highlight waren aber ohne Zweifel die Treffer von Franck Ribéry und Arjen Robben. Für die Vereins-Veteranen, wie auch für Rafinha, war die Final-Partie nämlich das letzte Bundesligaspiel beim Rekordmeister.
Ein würdiger Abschluss für zwei so verdiente Spieler und das obwohl beide nicht in der Startelf standen.
Besonders Ribérys Tor war auch noch ein wahres Meisterstück. Der Franzose setzte sich alleine gegen Frankfurts Costa und Abraham durch, spielte den Ball zwischen den beiden hindurch und lupfte ihn gegen einen Rettungsversuch von Hasebe über Trapp in das Tor der Eintracht.
Den Fans mussten Robben und Ribéry aber nichts mehr beweisen. Die feierten die Bayern-Urgesteine schon vor dem Anpfiff in Form einer Choreo und Transparenten, womit sie für Gänsehaut-Momente in der Allianzarena sorgten.
Überhaupt war das Finalspiel eine durch und durch emotionale Angelegenheit, bei der einige Personen die Tränen nicht zurückhalten konnten. So zum Beispiel Bayern-Boss Uli Honeß, bei dem sich nach Ribérys Traumtor die Schleusen öffneten.
Aber natürlich wurde der Titel auch gebührend gefeiert. So entkam Trainer Nico Kovac der traditionellen Weißbierdusche nicht und wurde sogar gleich mehrfach mit dem Gerstensaft übergossen. Zudem feierten die Fans den Trainer, dessen Zukunft bei Bayern Gerüchten zufolge auf der Kippe steht, mit Sprechchören.
Auch die Co-Trainer Robert Kovac und Peter Hermann (im Bild zu sehen), wurden noch auf dem Spielfeld geduscht.
Ein Tor beim Finale bliebt Stürmer Robert Lewandowski zwar verwehrt, die Torjägerkannone durfte er dennoch mit nach Hause nehmen. 22 Treffer erzielte der 30-Jährige über die gesamte Saison und liegt damit ganze vier Zähler vor dem Dortmunder Paco Alcácer. Für Lewandowski ist es der vierte Torschützenkönig-Titel. Nur der "Bomber" Gerd Müller kann das mit sieben Titeln überbieten.
Die Meisterschaftsschale wurde Bayern-Kapitän Manuel Neuer von Lothar Matthäus überreicht. Doch der Torwart behielt die Trophäe nicht lange.
Stattdessen übergab er das gute Stück umgehend an Ribéry, Robben und Rafinha.
Letzterer erhielt beim Finale ebenfalls noch seinen Abschieds-Moment. Vor den 75.000 Zuschauern in der Allianz-Arena ließen seine Mannschaftskollegen den Abwehrspieler, der seit der Saison 2011/12 bei den Bayern unter Vertrag steht, hochleben.
Auch das Tanzbein wurde von den Bayern-Profis noch ein wenig geschwungen.
Im Anschluss an das Spiel und die Pressekonferenz danach, bei der auch die eine oder andere Träne vergossen wurde, ging es zur Meisterschaftsfeier auf den Nockherberg.
Dort warteten schon die Fans auf ihre Mannschaft und feierten den Titel mit diesen. Die traditionelle Feier auf dem Münchner Rathausplatz findet erst nach dem Pokalfinale in Berlin am 26.05.2019 statt.