FC Bayern knackt Milliarden-Ausgabe-Marke: Die Top- und Flop-Einkäufe

Mit der Verpflichtung von Leroy Sané hat der FC Bayern eine magische Marke geknackt: Seit 2000 hat der deutsche Rekordmeister mehr als eine Milliarde Euro an Ablösen gezahlt. Welcher Einkauf konnte sich beweisen? Wer war sein Geld nicht wert? Die Tops und Flops zum Durchklicken. (Ablösesummen nach Angaben von transfermarkt.de)

Michael Ballack wechselte im Sommer 2002 für sechs Millionen Euro aus Leverkusen zum FC Bayern - und gewann auf Anhieb das Double bestehend aus DFB-Pokal und Meisterschaft. Nach insgesamt vier Jahren zog der ehemalige Mittelfeldspieler nach Auslaufen seines Vertrages weiter. In seiner Münchner Zeit hinterließ er einen bleibenden Eindruck, führte die Mannschaft zwischenzeitlich als Kapitän an.
Als Alemmania Aachen 2006 in die Bundesliga aufstieg, war Jan Schlaudraff mit 18 Scorer-Punkten einer der Erfolgsgaranten. Zwar stieg der NRW-Klub in der Folgesaison direkt wieder ab, doch machte der Angreifer mit 15 Torbeteiligungen erneut von sich reden. Der FC Bayern verpflichtete daraufhin das deutsche Talent. In München kam er aber lediglich auf acht Kurzeinsätze in der Bundesliga, weshalb sich die Wege nach nur einer Saison wieder trennten.
Roy Makaay kam 2003 von Deportivo La Coruna für fast 20 Millionen Euro zum FC Bayern. Der ehemalige Stürmer bewies in vier Jahren, dass er jeden Cent wert war: In 129 Bundesliga-Einsätzen steuerte er 105 Torbeteiligungen bei (78 Treffer, 27 Vorlagen). Ein Top-Transfer.
Renato Sanches gab im Trikot des FC Bayern ein enttäuschendes Bild ab. In seiner Debüt-Saison kam er bei 17 Bundesliga-Einsätzen auf keine Torbeteiligung. Nach einer einjährigen Leihe und einer anschließend weiteren Saison in München endete die Zeit des Mittelfeldspielers beim Deutschen Meister. 35 Millionen Euro bezahlte der FCB 2016 für ihn, der Verkauf spülte immerhin 20 Millionen wieder in die Kasse.
"Manchmal musst du eben Gelbe Karten für deine Mann­schaft holen", hatte Mark van Bommel einmal in einem Inter­view mit der ​"Sport Bild" gesagt. Dementsprechend präsentierte er sich auf dem Platz: Er war der Typ Spieler, den man nicht gerne als Gegner hatte. Aus diesem Grund erinnern sich die Fans des FC Bayern heute noch gerne an den ehemaligen Mittelfeldspieler. Für sechs Millionen Euro war er 2006 vom FC Barcelona gekommen.
Torsten Frings kommt in seiner Vita zwar auf 29 Bundesliga-Einsätze für den FC Bayern, doch wurde er in seinem einem Jahr beim deutschen Rekordmeister einfach nicht glücklich. Und so verließ er das Münchner Starensemble nach nur einer Spielzeit wieder in Richtung Werder Bremen. Für rund acht Millionen Euro vom BVB zu den Bayern gekommen, verkauften die ihn für fünf Millionen Euro.
"Ich kam, ich sah, ich siegte" - was der 44 vor Christus verstorbene römische Feldherr Julius Caesar einmal sagte, beschreibt wohl ganz gut die Zeit von Arjen Robben im Trikot des FC Bayern. Etwa, als er 2013 im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund Sekunden vor dem Abpfiff zum 2:1-Endstand traf. 2009 kam er für 25 Millionen Euro von Real Madrid, 2019 feierte er seinen Abschied.
17 Bundesliga-Einsätze - das war den Vereinsbossen zu wenig, weshalb Marcell Jansen den FC Bayern nach nur einer Saison wieder verließ. Für 14 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach verpflichtet, ging es für den ehemaligen Außenspieler 2008 weiter zum Hamburger SV. Ablösesumme: acht Millionen Euro.
Joshua Kimmich hat sich im Alter von nur 25 Jahren zum Anführer beim FC Bayern hochgearbeitet. Gleiches gilt für seine Rolle in der Deutschen Nationalmannschaft. Der Mittelfeldspieler beweist aber auch abseits des Platzes durch sein Auftreten (Migründer der Initiative "We kick Corona"), dass er eines der wichtigsten Gesichter der Münchner Gegenwart und Zukunft ist. Rund acht Millionen Euro überwies der FCB 2015 an den VfB Stuttgart.
Dass Lukas Podolski ein klasse Angreifer ist, ist unbestritten. Doch seine Zeit beim FC Bayern gehört zu seinen weniger erfolgreichen Fußballer-Jahren. In drei Münchner Jahren gelangen ihm lediglich 15 Bundesliga-Tore: zu wenig. Vom 1. FC Köln 2006 für zehn Millionen Euro gekommen, ging es für die gleiche Summe 2009 wieder zurück.
Xabi Alonso wechselte 2014 - im Alter von 32 Jahren - für neun Millionen Euro von Real Madrid zum FC Bayern. Er schnürte lediglich drei Jahre seine Schuhe für die Münchner, doch hinterließ in dieser Zeit einen bleibenden Eindruck. Der ehemalige Mittelfeldspieler überzeugte mit hohem Spielverständnis, Abgezocktheit und Brillianz.
Ja, dieser heute 35-Jährige spielte ebenfalls mal für den FC Bayern: José Ernesto Sosa. Rückblickend hätte die Münchner auf die Verpflichtung des Mittelfeldspielers 2007 (zehn Millionen Euro Ablöse) aber auch gut verzichten können. In drei Bundesliga-Spielzeiten kam er auf 35 Spiele bei drei Torbeteiligungen, ehe er weiter zog zur SSC Neapel (drei Millionen Euro Ablöse).
Rafinha lief während seiner Münchner Zeit irgendwie immer unter dem Star-Radar - dabei hätte der Verteidiger durchaus Anspruch erheben können: Acht Jahre spielte der Brasilianer für den FC Bayern, das können nur wenige Spieler von sich behaupten. 2011 war er rund fünf Millionen Euro vom FC Genua an die Säbener Straße gewechselt.
Zwölf Jahre lang stand Franck Ribéry beim FC Bayern unter Vertrag, ehe er den Verein 2019 verließ. "Es war eine tolle Zeit für mich und meine Familie. Ich kann das nicht vergessen", sagte der Franzose beim Abschied. Die Fans - so viel ist sicher - werden den Flügelspieler auch nie vergessen. In München wird Ribéry verehrt wie kaum ein anderer - trotz seiner Fehler. 2007 verpflichteten ihn die Bayern für 30 Millionen Euro von Olympique Marseille.
Edson Braafheid sollte sich hinten links festspielen, so war zumindest die Hoffnung der Vereinsbosse. Doch nach nur sechs Monaten endete das Kapitel des Niederländers beim FC Bayern bereits wieder. Für zwei Millionen Euro von Twente Enschede verpflichtet, ging es zunächst per Leihe nach Glasgow, ehe er erneut sechs Monate in München unter Vertrag stand und schließlich ablösefrei nach Hoffenheim wechselte.
Jérôme Boateng hat bislang 20 Titel mit dem FC Bayern seit seinem Antritt an der Säbener Straße 2011 gesammelt. Immer wieder gab es Wechsel-Spekulationen um den Verteidiger in den vergangenen Jahren, doch auch immer wieder setzte er sich bei den Münchnern durch. Ob er auch kommende Saison für die Bayern spielt, ist unklar. Fest steht aber: Der Deutsche war ein Top-Transfer - verpflichtet für rund 13 Millionen Euro von Manchester City.
Vom VfL Bochum für zwei Millionen Euro 2004 verpflichtet, entpuppte sich Vahid Hashemian schnell als Transferflop des FC Bayern. Und so endete seine Zeit in München nach nur einem Jahr mit neun Bundesliga-Einsätzen (keine Torbeteiligung). Hannover waren die Dienste des Ex-Angreifers immerhin noch mehr als eine Millionen Euro Ablöse wert.
Torjäger, Titelsammler, Fan-Liebling: Claudio Pizarro (Mitte) hat nach der Saison 2020 seine Karriere beendet. Zwar in Bremen - wo seine Bundesliga-Zeit 1999 auch begann -, doch spielte der Ex-Stürmer neun Jahre à zwei Engagements für die Bayern. 327 Mal lief er wettbewerbsübergreifend für die Münchner auf. 2001 überwies der FCB rund sieben Millionen Euro an Werder.
Auch Nils Petersen stand mal beim FC Bayern unter Vertrag. Allerdings kam er nicht besonders häufig zum Einsatz: In der Saison 2011/2012 lediglich neunmal, dabei traf der Stürmer zweimal. Für rund drei Millionen von Energie Cottbus gekommen, ging es nach nur einer Spielzeit in München weiter zu Werder Bremen (drei Millionen Euro Ablöse).
30 Millionen Euro schickte der FC Bayern 2011 in Richtung Gelsenkirchen für Manuel Neuer - nur ein Torhüter war zu diesem Zeitpunkt teurer gewesen. Der heute 34-Jährige bewies in der Folge aber, dass er jeden Cent wert ist. Neuer wurde zum Beispiel von 2013 bis 2016 viermal in Folge von der FIFA in die beste Elf des jeweiligen Jahres gewählt.