• Der Titelkampf in der Bundesliga ist dank der finanziellen Mittel des FC Bayern wenig spannend.
  • Aus dem Bericht der DFL zum Geschäftsjahresende geht hervor, welcher Verein wie viel für Personalkosten ausgegeben hat.
  • Überraschend: In einem Punkt gibt Borussia Dortmund weit mehr aus als der FC Bayern.

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Von Uli Hoeneß ist der Satz überliefert, die anderen müssten "sich einfach noch mehr anstrengen", um den FC Bayern München von der Spitze der Bundesliga zu verdrängen. Man könne ja wohl kaum "von den Leuten vom FC Bayern erwarten, dass sie nur halbtags arbeiten, damit die Bundesliga wieder spannend wird".

Mit "den anderen" dürfen sich in Hoeneß' Welt in erster Linie RB Leipzig und Borussia Dortmund angesprochen fühlen und immerhin hat Hoeneß wohl recht mit der Annahme, dass in beiden Klubs in den letzten Jahren auf der sportlichen Ebene nicht immer glücklich oder besonders nachhaltig entschieden wurde.

Die andere Hälfte der Wahrheit aber sparte der ehemalige Bayern-Patron damals geflissentlich aus. Denn in finanzieller Hinsicht ist der FC Bayern für die Konkurrenz, solange die 50+1-Regelung in Deutschland noch Bestand hat, wohl so schnell nicht mehr einzuholen.

Am vergangenen Freitag lieferte die Deutsche Fußball Liga mit der Veröffentlichung der Finanzkennzahlen der deutschen Profi-Klubs von ganz neutraler Stelle den Beweis, wie weit die Schere mittlerweile auseinanderklafft. Und wie viel Rückstand ein Klub wie der BVB, die Nummer 1B der Liga, auf den FC Bayern hat.

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Bayern mit den mit Abstand höchsten Personalkosten

Einer der wichtigsten Posten der Kennzahlen zum Geschäftsjahresende 2021 ist der des Personalaufwands. So hatte der damalige und nun auch wieder künftige Zweitligist Greuther Fürth rund 12,6 Millionen Euro Kosten für seine Lizenzspielermannschaft ausgewiesen – und die Bayern einen um den Faktor 30 höheren Aufwand: Etwas über 373 Millionen Euro hat der Rekordmeister in diesem Segment ausgegeben und damit noch einmal etwa 158 Millionen Euro mehr als Borussia Dortmund als Zweiter in diesem Ranking.

Besonders auffällig: Diese Diskrepanz bei den Personalkosten zwischen dem Krösus und dem Klub dahinter auf Platz zwei ist größer als jene zwischen Dortmund (2.) und Fürth (18.).

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BVB: Keiner gibt mehr Geld für Spielerberater aus

Die DFL weist in ihrem Bericht unter anderem auch die "Auszahlungen an Spielerberater im letzten Geschäftsjahr" aus. Und da liegt die Borussia - zum wiederholten Male - unangefochten an der Spitze. Satte 32,781 Millionen Euro gab der BVB an Mittelsmänner aus, da waren selbst die Bayern (25,813 Mio. Euro) deutlich sparsamer. Dabei ist es der Borussia sogar gelungen, die Kosten zu reduzieren: In der letzten Bilanz lagen die Ausgaben für Spielerberater sogar noch um rund sechs Millionen Euro höher ...

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Verwendete Quellen:

  • Süddeutsche Zeitung: Hoeneß: Konkurrenten müssen "sich einfach noch mehr anstrengen" (29.06.2020)
  • media.dfl.de: Finanzkennzahlen: Clubs der Bundesliga in der Saison 2022-23. Geschäftsjahresende 2021
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