Was für ein Debakel! Nach den Niederlagen der deutschen Champions-League-Teilnehmer haben auch die deutschen Europa-League-Teams ihre Partien verloren. Sechs Niederlagen an einem Europapokal-Spieltag - das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr.

Mazedonien, Slowenien, Kasachstan, Weißrussland, Bulgarien, Aserbaidschan: Das ist nur eine kleine Auswahl der insgesamt 26 (!) Länder, die in dieser Europapokal-Saison eine bessere Bilanz aufweisen als Deutschland.

SC Freiburg leitete schwache Europapokal-Saison ein

Mit sieben Teams startete die Bundesliga in diese Europapokal-Saison - der SC Freiburg musste sich bereits in der Europa-League-Qualifikation dem slowenischen Vertreter NK Domzale geschlagen geben.

Hoeneß soll sich bei Trainer-Suche auch mit dem Ex-Bayern-Profi beschäftigen.

1899 Hoffenheim scheiterte in den Champions-League-Playoffs deutlich am FC Liverpool - und verlor am ersten Europa-League-Spieltag gegen Sporting Braga aus Portugal.

Auch der 1. FC Köln und Borussia Dortmund unterlagen zum Auftakt der Europapokal-Gruppenphasen.

Hertha BSC und RB Leipzig holten immerhin ein Remis, der FC Bayern gewann standesgemäß gegen den RSC Anderlecht.

Es war ein schwacher Auftakt - doch wer dachte, schlechter geht es nicht, sieht sich nun getäuscht: In dieser Woche verloren gleich alle sechs Bundesligisten ihre Champions- bzw. Europa-League-Spiele.

Dem BVB wurden von Real Madrid die Grenzen aufgezeigt, Leipzig fehlte bei Besiktas Istanbul die Kaltschnäuzigkeit, der FC Bayern ging in Paris unter - was am Ende das Aus für Trainer Carlo Ancelotti bedeutete.

Es waren zweifellos schwere Gegner für die deutschen Königsklassen-Vertreter, weshalb die drei Niederlagen noch halbwegs zu entschuldigen sind.

Europa-League-Teilnehmer verlieren gegen machbare Gegner

Anders sieht es hingegen bei den deutschen Europa-League-Teilnehmern aus. Köln scheiterte an Roter Stern Belgrad, Hertha BSC verlor in der schwedischen Provinz bei Östersunds FK und 1899 Hoffenheim ging trotz Führung bei Ludogorez Rasgrad leer aus.

Belgrad, Östersund, Rasgrad: allesamt wahrlich keine Big Player im europäischen Fußball.

Erstmals seit 1981 kassierten damit an einem Spieltag sechs deutsche Teams Niederlagen im Europapokal.

Obwohl die italienische Serie A nun in der Fünfjahreswertung an der Bundesliga vorbeigezogen ist, ist das aktuelle Abschneiden noch kein Grund, in Panik zu verfallen.

Denn in der kommenden Saison qualifizieren sich aus den Top-Vier-Ligen, zu denen Deutschland klar vor Frankreich gehört, vier Mannschaften direkt für die Champions League.

Dennoch sind die aktuellen Ergebnisse ein Warnschuss: Die Bundesliga droht den Anschluss nach ganz oben zu verlieren.

Und: Diese sich abzeichnende Katastrophen-Saison im Europapokal ist - bezogen auf die Fünfjahreswertung - eine Last, die die Bundesliga in den kommenden Jahren mit sich herumschleppen muss.