Bei Götze läuft es hervorragend, Domenico Tedesco findet alles super und Borussia Dortmund kennt sich in Bayern nicht ordentlich aus. Unsere - wie immer nicht ganz ernst gemeinten - Lehren des 5. Spieltags

Sabrina Schäfer
Eine Glosse
von Sabrina Schäfer, Redakteurin Sport und stellvertr. CvD

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1. Erkenntnis: Bei Götze läuft's doch

Was haben wir uns in den vergangenen Wochen sorgen müssen! Die Nachrichtenseiten überschlugen sich mit Horror-Meldungen: Mario Götze sei das große Sorgenkind von Borussia Dortmund. Er müsse den Verein wechseln. Er stehe auf dem Abstellgleis.

Und was lesen wir jetzt? "Götze ärgert FC Bayern" ("Sport Bild"), "Götzes Märchen-Rückkehr" ("Sport1.de") und "Neuer-Patzer ruiniert Kovacs weiße Weste - Götze trifft" ("Eurosport.de").

Reingeklickt haben wir in die Artikel jetzt nicht, aber in der heutigen Zeit lässt sich doch auch prima eine Meinung aus Überschriften bilden.

Unsere Erkenntnis also: Götze geht's prima. Die Lügenpresse übertreibt mal wieder schamlos und wir können uns endlich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren: Welche Promis waren eigentlich schon auf der Wiesn? Felix Götze war anscheinend noch nicht da.

2. Erkenntnis: Tedesco findet alles prima

Wenn man Domenico Tedesco nach dem Spiel beim SC Freiburg so zuhört, könnte man meinen beim FC Schalke 04 liefe gerade alles hervorragend. "Die Jungs haben das top gemacht. Das war spielerisch mit die beste Leistung in diesem Jahr", erklärte Tedesco bei Sky. Man müsse genau so weitermachen.

Wir wollen ihm ja seine gute Laune nicht verderben, dem Domenico, aber wir haben nochmal nachgeschaut und Schalke ist zwar Erster, aber halt von hinten. Und das ist ungefähr so schlecht wie der eben dargebrachte Witz, der ungefähr in der selben Humorklasse spielt wie: "Was sitzt auf dem Baum und schreit 'Aha'? - Ein Uhu mit Sprachfehler." (Wobei, das nehmen wir zurück. Der ist wirklich lustig!)

Und außerdem wirkt es fast ein bisschen so, als würde ein prominentes Mitglied der großen Koalition erklären, er verstehe gar nicht, wo die ganze Aufregung herkomme, die GroKo arbeite schließlich störungsfrei.

3. Erkenntnis: So geht's also auf dem Dorf zu!

Ok, wir wollen uns nicht länger verstecken. Hinter unserer ach so allwissenden Großstädterfassade steckt ein kleines Mädchen vom Land. Was war das für eine schöne Kindheit! Wir hatten ständig Dirndl an, geflochtene Haare und pflückten täglich einen großen Blumenstrauß für unsere Mutter auf der Wiese vor dem Haus. Und abends haben wir beim Scheunentanz geschuhplattelt bis in die frühen Morgenstunden, wenn wir wieder zu den Kühen mussten. Schee war's. Und komischerweise hatten wir das alles schon wieder verdrängt.

Doch nun ist alles wieder hochgekommen. Und zu verdanken haben wir das den einzig wahren Bayern-Jägern von Werder Bremen, namentlich Max Kruse und Martin Harnik, die nach ihren Treffern gegen Hertha BSC jeweils eine Variante des Zillertaler Hochzeitstanzes aufführten und sich danach vor den Fernsehkameras von Sky folgendermaßen erklärten:

Max Kruse und Martin Harnik beim Torjubel.

Martin Harnik (Geburtsort: Hamburg): "Wir sind zwei Jungs vom Dorf und dementsprechend halten wir es beim Jubeln auch einfach. Normalerweise muss ich ein Dirndl anziehen mit meinen langen Haaren und er zieht Tracht an und dann geht's ab."

Max Kruse (Geburtsort: Reinbek bei Hamburg): "Wer vom Dorf kommt, weiß es. Bei den ganzen Zelt-Discos, die da abgehen, ist das Tradition und und da haben wir uns was überlegt vor der Saison"

... nämlich offenbar nichtsahnenden Fußballanhängern weismachen zu wollen, dass die traditionelle Tracht in Hamburg aus Dirndl und Lederhose besteht - und gut verdrängt geglaubte Kindheitserinnerungen wieder aus der Versenkung zu holen.

4. Erkenntnis: Bayern bleiben halt gern unter sich

Jetzt, wo wieder mal Oktoberfest ist und man sich als Bayer in München ohnehin schon viel mehr in der Unterzahl befindet als sonst in der bayerischen Landeshauptstadt, ist die Zeit, in der die echten Bayern wieder enger zusammenrücken, sich brüderlich Brezn und Hendl teilen und gemeinschaftlich auf die lästigen Preißn schimpfen.

Zu einem solchen netten Zusammensein trafen sich am Dienstagabend auch der FC Bayern und der FC Augsburg und machten unter dem Deckmantel eines ernsthaften Bundesligaspiels Gmoaschaft (Bairisch für: Gemeinschaft). Anstatt den FCA nach alter Wiesn-Tradition wie jede x-beliebige Bundesligamannschaft abzuwatschn, erlaubte der FCB den bayerischen Schwaben sogar, einen Punkt aus der Allianz Arena mitzunehmen. Oder war das vielleicht doch gar keine Absicht und die Augsburger tatsächlich ein ebenbürtiger Gegner? Schmarrn. Mia Bayern halten einfach zam, ge!

5. Erkenntnis: Der BVB braucht Bayern-Nachhilfe

Eine überragende Vorstellung war das, die Borussia Dortmund da gegen den 1. FC Nürnberg aus dem Hut gezaubert hatte. 7:0, der BVB wieder auf Platz zwei und nur noch zwei Punkte hinter den Bayern. Es wird doch nicht etwa einen spannenden Meisterschaftskampf geben? Vermutlich nicht, wenn wir mal ganz ehrlich sind. Und wir sagen Ihnen auch, warum: Während einige Unwissende weiterhin steif und fest behaupten, Franken gehöre zu Bayern (Gell, Markus Söder!), so ist es doch im Freistaat weithin bekannt, dass dem nicht so ist. Erstens wollen die Franken gar keine Bayern sein und zweitens und drittens und überhaupt.

Das dem so ist, ist allerdings offenbar noch nicht bis nach Dortmund durchgedrungen, denn die Wucht, mit der der BVB gegen die bedauernswerten Nürnberger vorging, lässt nur einen Schluss zu: Die Dortmunder dachten, sie hätten es mit richtigen Bayern zu tun!

Tut uns sehr leid, dass wir euch da enttäuschen müssen, liebe Dortmunder. Gegen die echten Bayern geht es erst am 10 November. Und danach haben wir hoffentlich berechtigte Hoffnung auf einen spannenden Meisterschaftskampf.

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