Thomas Müller ist wie ein Mario-Barth-Witz und der FC Schalke 04 ist wiederum wie Thomas Müller. Leon Andreasen ist Kölns neuer Held und Borussia Mönchengladbach sollte häufiger tindern. In unserer Serie ziehen wir die etwas anderen und meist nicht ganz ernst gemeinten Lehren des jeweiligen Spieltags der Fußball-Bundesliga.

1. Erkenntnis: Thomas Müller ist wie ein Mario-Barth-Witz

Es gibt Dinge, die können wir Normalbürger uns einfach nicht erklären. Was war vor dem Urknall? Wieso lachen Menschen über Mario-Barth-Witze? Warum liegt hier überhaupt Stroh rum? Und vor allem: Wie ist dieses Naturphänomen namens Thomas Müller zu erklären? Dieser optische 08/15-Typ läuft auf dem Fußballplatz schluffiger rum als so mancher Kreisligakicker und ist dennoch einer der besten Fußballer dieses Planeten. Das geht uns einfach nicht in den Kopf!

Beim Spiel des FC Bayern bei Werder Bremen war es einmal mehr eben jener Thomas Müller, der das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg schoss. Und wie? Nach fantastischem Solo über den halben Platz, bei dem er fünf Gegenspieler ausdribbelt? Natürlich nicht! Derlei Traumtore gehören nicht zum Repertoire eines Thomas Müller. Ein echter Thomas Müller verschludert eine Direktabnahme, legt sich auf diese Weise den Ball perfekt vor die Haxen und schiebt dann unhaltbar ein. Rational ist das alles nicht zu erklären. Das verstehen nur Genies. So wie Thomas Müller selbst eines ist.

2. Erkenntnis: Der FC Schalke 04 ist wie Thomas Müller

Nimmt man die Ergebnisse als Maßstab, läuft’s beim FC Schalke 04 derzeit ziemlich rund. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich von Herthas Salomon Kalou in der 73. Minute sah es zwar nicht nach einem königsblauen Sa(h)né-Tag aus, doch dann hatte der 91 Minuten lang äußert schwache Leroy doch noch seinen Auftritt und bereitete den 2:1-Siegtreffer, den der Max dann reinmeyerte, mustergültig vor.

Alles bello also bei Königsblau? Natürlich nicht. Denn wenn es sportlich nur wenig zu meckern gibt, sorgt der Klub halt abseits des Platzes für Unruhe. Der Mainzer Christian Heidel wird Horst Heldt als S04-Manager ablösen, das deutete Heldt im Sport1-"Doppelpass" mehr als nur zwischen den Zeilen an.

Warum diese Personal-Diskussion ausgerechnet jetzt öffentlich geführt wird, da es bei den Knappen gut läuft und man als Tabellendritter grüßt? Keine Ahnung! Schalke ist irgendwie wie Thomas Müller: rational nicht zu erklären.

3. Erkenntnis: Leon Andreasen ist Kölns neuer Held

Apropos Schalke und Heldt. Ein Spieler mit fast demselben Nachnamen stand einst als Profi für die Königsblauen auf dem Platz: Oliver Held schnürte zwischen 1995 und 2001 die Schuhe für S04. Und so manch einer wird sich noch an seine bekannteste Tat erinnern: Im April 1998 wechselte Held kurzzeitig die Sportart und wehrte beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln eine Großchance mit der Hand ab. Der Schiri sah es nicht, Schalke gewann, Köln stieg ab und Effzeh-Stürmer Toni Polster sowie zahlreiche Kölner Fans wünschten Held ewigwährendes Pech in dessen Leben.

Doch spätestens seit diesem Spieltag werden die Effzeh-Fans einen neuen Feind auserkoren haben: Hannover-96-Spieler Leon (H)andreasen. Dessen Handspiel bei seinem letztlich entscheidenden Treffer zum 1:0 nicht zu erkennen, war schon ein Kunststück von Bastian Dankert und seinen Schiedsrichter-Assistenten.

Hannovers starker Torwart Ron-Robert Zieler sprach nach dem Abpfiff von einem "dreckigen Sieg" – und dürfte damit selten so Recht gehabt haben wie an diesem Tag.

4. Erkenntnis: Borussia Mönchengladbach sollte häufiger tindern

Es ist eigentlich merkwürdig, aber so manche Wörter finden sich beinahe ausschließlich im fußballerischen Sprachgebrauch wieder. Das Wort "Interimslösung" ist so eines. Dabei ließe es sich ideal in den Alltag integrieren. Wenn Sie Hunger haben, es aber noch gut eine Stunde bis zum Abendessen dauert, essen Sie doch als "Interimslösung" ein Stück Obst. Oder wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Partner sind, allerdings keinen finden, suchen Sie sich doch eine "Interimslösung" bei Tinder.

Auch Borussia Mönchengladbach hat aktuell eine "Interimslösung" – und die bringt die Fans beinahe wöchentlich zur Ekstase. André Schubert heißt sie und ist in ihrem Wirken äußerst erfolgreich. Der 44-Jährige übernahm Ende September "interimsweise" die Trainer-Nachfolge des zurückgetretenen Lucien Favre. Seitdem rauscht die Borussia in der Bundesliga von Sieg zu Sieg. Bei Eintracht Frankfurt gab es den vierten Erfolg in Serie – und das mit einem satten 5:1.

Nicht nur so mancher Tinder-Nutzer weiß: Wenn man an einer "Interimslösung" langfristig Gefallen findet, sollte man alles daran setzen, eine Dauerlösung draus zu machen. Haben Sie gehört, Herr Eberl?