Erling Haaland wurde Montag bei Borussia Dortmund freigestellt, um eine persönliche Angelegenheit zu regeln. Offensichtlich wollte der Norweger mal eben zur Vermögensberatung. Sein neuer Verein, seit gestern offiziell Manchester City, schüttet ihn mit Millionen zu.

Pit Gottschalk
Eine Kolumne
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Auf Erling Haaland wartet ein heikles Abenteuer. Wer 150 Mio. Euro Ablöse und ein unverschämt hohes Gehalt kostet, darf in der Premier League keine Wohlfühloase erwarten. Jedes Tor und noch mehr jedes nicht geschossene Tor löst dort derbe Diskussionen aus, Woche für Woche.

Härtetest in der Premier League

Dort wird sich niemand wie in Dortmund hinstellen und um Verständnis werben. Er ist der Lachs in einem Fluss voller Piranhas: Jeder will ein Stückchen abbeißen. Medien, Mitspieler, Manager. Ist Haaland mit 21 Jahren stabil genug für die härteste Fußball-Liga der Welt?

Trainer wie Pep Guardiola sind nicht bekannt dafür, dass sie Mittelstürmer klassischer Prägung verehren und bereit sind, das Spielsystem zugunsten eines Torjägers neu zu definieren. Eines Torjägers, der Hauruck mehr liebt als Tiki-Taka. Guardiola zwingt jedem Spieler taktische Vorgaben auf.

Haaland hat zuletzt keine Zuversicht ausgestrahlt, als es beim BVB nicht so gut lief, und wenig Vermögen gezeigt, dass er Schlechtes zum Guten wenden kann. Aber genau das wird ihn erwarten: eine Neidgesellschaft, die nur eines will: Tore, Tore, Tore.

Der BVB blickt in die Zukunft

Man darf also gespannt sein, ob das viele Geld Haaland glücklich macht. Im Zweifelsfall heißt es ja immer: Pecunia non olet - Geld stinkt nicht. Was sicher ist: Der BVB wird auch diesen Verlust überwinden, denn kein Spieler ist größer als der Verein.

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Der künftige Sportdirektor Sebastian Kehl hat inzwischen die Abwehr erneuert (Niklas Süle und Nico Schlotterbeck), jetzt folgt der Umbau im Sturmzentrum. Auch das gehört zum modernen Fußball: Man wird Haaland schneller vergessen, als man glaubt.

Gestern unterschrieb Karim Adeyemi bei Borussia Dortmund.

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