• Die letzten Spiele nähren den Verdacht: Borussia Dortmund hat wieder einmal Sorgen mit gegnerischen Standards.
  • Niklas Süle hat das Problem erkannt und liefert eine einfache Lösung.

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Ein Muster im bisher eher durchwachsenen Oktober sind bei Borussia Dortmund die vielen Gegentore. Zu Beginn der Saison wurde der BVB noch für seine stabile Defensive gelobt und dafür, dass er die Flut an Gegentreffern im Vergleich zur abgelaufenen Saison spürbar eindämmen konnte. An den grundsätzlich guten Abläufen im Pressing und Gegenpressing - immer noch die beiden Paradedisziplinen unter Edin Terzic - hat sich auch kaum etwas verändert. Wohl aber an der Anzahl der Gegentore.

Sieben waren es in den letzten vier Spielen und damit fast so viele wie in den zehn Pflichtspielen davor (neun). Die Quote hat sich von 0,9 Gegentoren pro Partie auf 1,75 also fast verdoppelt. Bei der Suche nach Gründen dürfte dabei nicht nur der Verweis auf die höhere Qualität der Gegner gelten, mit Köln, den Bayern und nun zwei Mal dem FC Sevilla hatten die es tatsächlich in sich.

Die Schwäche bei defensiven Standards schleicht sich wieder ein

Der BVB sollte wohl auch wieder mehr Augenmerk auf das Verteidigen von defensiven Standards legen. Zuletzt setzte es drei Gegentore nach ruhenden Bällen, insgesamt sind es nun schon deren vier in der Saison. Gegen Sevilla bedeutete eine erste Unachtsamkeit den ebenso frühen wie überraschenden Rückstand, eine zweite zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte ohne Gregor Kobels famose Rettungstat zu einem weiteren Gegentor geführt.

Die mittlerweile fast schon notorische Schwäche bei gegnerischen und auch eigenen Standardsituationen scheint sich schon wieder einzuschleichen, zumindest haben nun auch die ersten Spieler das Gefühl, dass es in der Disziplin noch erheblichen Verbesserungsbedarf gäbe.

"Wir haben wieder ein scheiß Standard-Gegentor kassiert. Das ist gerade ein bisschen unser Problem, da müssen wir uns mal zusammensetzen", sagte Niklas Süle nach dem Sevilla-Spiel. "Das hat viel mit Einstellung zu tun - du musst es mehr verteidigen wollen als der Gegner. Da sehe ich ein Problem bei uns. So läufst du wieder einem 0:1 hinterher und weißt gar nicht, wie das zustande kam..."

Süle: "Das Simpelste, was du verteidigen kannst"

An der Einstellung fehle es nicht, so Süle weiter. Die Kritik seines Abwehrkollegen Mats Hummels würde in der Debatte also nicht verfangen. "Ich finde nicht, dass wir eine schlechte Einstellung haben. Ich sage einfach nur, dass das Thema Standards ein ganz eigenes ist im Fußball. Da müssen wir vielleicht mal ein bisschen mehr investieren, vielleicht auch mal im Training ein bisschen mehr investieren", sagte Süle.

"Vielleicht müssen wir auch mal untereinander reden. Das ist eigentlich das Simpelste, was du verteidigen kannst - wenn du es mehr willst als der Gegner."

Ein schwieriger letzter Halbsatz war das, der in Dortmund angesichts der Diskussionen der letzten Jahre schnell falsch aufgefasst werden könnte. Im Prinzip hat Süle aber Recht. Die Mannschaft wird von der Analyse-Abteilung vor jeder Partie auf die zu erwartenden Abläufe des Gegners eingestimmt, der Gegentreffer gegen Sevilla etwas wäre relativ komfortabel zu verteidigen gewesen.

In erster Linie geht es um eine entsprechende Aufmerksamkeit und auch Körperspannung und natürlich würde auch die eine oder andere Einheit auf dem Platz helfen. Das geht nur angesichts des Drei-Tages-Rhythmus an Spielen nicht, den die Borussia noch bis zur WM-Pause anschlagen muss. "Wir haben gar nicht mehr die Zeit, um viele Abläufe zu trainieren oder richtige Trainingseinheiten zu haben", sagte Süle. "Aber so geht es anderen Teams auch, das darf keine Ausrede sein."

Der BVB sollte das Problem jedenfalls schnell in den Griff bekommen: Schon am Wochenende wartet Union Berlin - und das ist nach dem SC Freiburg die gefährlichste Mannschaft der Liga bei ruhenden Bällen...

Verwendete Quellen:

  • t-online.de: Klartext von Süle: "Sehe ein Problem bei uns"
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Borussia Dortmund wird bereits in der Frühphase der Saison 2022/23 von Verletzungspech heimgesucht. Auch in Köln tritt der bisher letzte deutsche Meister, den es vor der Serie des FC Bayern gab, nicht in Bestbesetzung an. Trotzdem hat Coach Edin Terzic nicht nur Hiobsbotschaften zu überbringen. © Sky