• Mit dem Wechsel von Enrico Maaßen zum FC Augsburg schafft es schon der fünfte Trainer der Dortmunder U23 in die Bundesliga.
  • Woher kommt dieser Trend und wer könnte Maaßens Nachfolger werden?

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Mit Heinz Kwiatkowski fing alles an. Der Weltmeister von 1954, geboren ausgerechnet in Gelsenkirchen, war der erste Trainer der Dortmunder Amateurelf der "Neuzeit", sprich: nach Einführung der Bundesliga in Deutschland.

Kwiatkowski verantwortete die zweite Mannschaft des BVB sieben Jahre lang, zu seinen Nachfolgern bis zur Jahrtausendwende gehörten unter anderem Michael Henke, Michael Skibbe und Lothar Huber. Später der ewige Borusse Theo Schneider, Horst Köppel und Uwe Neuhaus. Die meisten von ihnen ältere, erfahrene Trainer, einige von ihnen mit Profierfahrung als Spieler.

Dann kam der klare Schnitt, mit Hannes Wolf versuchte es die Borussia mit einem jungen, noch recht unerfahrenen Trainer bei seiner Zweitvertretung und blieb diesem Trend bis heute treu. In den letzten elf Jahren wechselten die Übungsleiter bei der Ausbildungsgruppe unterhalb der Lizenzspielermannschaft sechs Mal, mit dem Weggang von Enrico Maaßen zum FC Augsburg wird nun ein siebter Tausch notwendig. Und wie so oft in den letzten Jahren ist der Klub gezwungen, zu reagieren - weil Dortmunds Jugend- und "Amateur"-Trainer einfach zu begehrt sind.

Fünf Dortmunder U23-Trainer in der Bundesliga

Maaßen ist der fünfte BVB-Trainer der zweiten Mannschaft, der es in den Profi-Fußball und in die Bundesliga geschafft hat. Davor ging es für Hannes Wolf von Dortmunds A-Jugend zum VfB Stuttgart, für David Wagner über den Umweg Huddersfield zum FC Schalke, für Daniel Farke über Norwich City und FK Krasnodar nun zu Borussia Mönchengladbach.

Und noch imposanter: Beim BVB selbst schafften es mit Edin Terzic und Sebastian Geppert nun zwei aus der eigenen Talentschmiede auf den Cheftrainer und Co-Trainer-Posten bei den Profis. Aus der Dortmunder A-Jugend tauchten unter anderem Peter Hyballa, Heiko Herrlich und Marc-Patrick Meister später im deutschen Profi-Fußball auf.

Aber woher kommt diese Flut an jungen, talentierten Trainern, die sich im Dortmunder Unterbau das Rüstzeug holen für noch größere Aufgaben?

"Wir achten sehr genau auf die Profile unserer Trainer. Sowohl die fachlichen als auch menschlichen Fähigkeiten müssen gut zu ihrer Rolle bei Borussia Dortmund passen", sagt Sportchef Sebastian Kehl der "Bild". Die Phase mit dem Sprung vom Jugend- in den Erwachsenen-Fußball ist die kritischste überhaupt in der Laufbahn eines jungen Spielers. Es ist der neuralgische Punkt, an dem einige wenige Spieler es schaffen, die überwältigende Mehrheit aber den Sprung zum großen Ziel nicht packt.

Wird Tullberg der Maaßen-Nachfolger?

Für diesen Übergang nutzen die meisten Klubs der Bundesliga spezielle Instrumente, engagieren etwa Übergangs- oder sogenannte Toptalentetrainer, arbeiten verstärkt mit pädagogischen Beratern zusammen, halten engen Kontakt zu den Spielerberatern. Und einige, wie der BVB, achten bei der Auswahl ihrer Trainer im Leistungsbereich der Jugend, also bei der U17 und der U19, und der zweiten Mannschaft nochmal ganz akribisch auf die richtige Wahl ihrer Ausbilder.

"Gerade die Lücke zwischen der U19 und dem Profibereich bestmöglich zu schließen, ist sehr wichtig für die sportliche Gesamtphilosophie des Klubs", erklärt Kehl. "Großes Lob an die Verantwortlichen in diesem Bereich. Denn am Ende ist es natürlich eine Auszeichnung für unseren Klub, wenn diese Trainer im In- und Ausland ihren Weg gehen."

So wie das nun bei Maaßen der Fall ist. Die Borussia wird also wieder reagieren müssen, dessen Posten neu besetzen. Und könnte dafür den geeigneten Kandidaten längst schon im Klub haben: Mike Tullberg war Maaßens Vorgänger als U23-Trainer, wurde neulich mit Dortmunds A-Jugend deutscher Meister. Der Däne ist jung, dynamisch, kennt den Klub - und wäre damit die naheliegende Lösung.

Verwendete Quellen:

  • Bild.de: Dortmunds Trainer-Talentschmiede
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