• Nach dem Chelsea-Frust plagt denn BVB jetzt die Derby-Enttäuschung.
  • Trotz klarer Überlegenheit und zweimaliger Führung riss beim 2:2 in Gelsenkirchen die Dortmunder Siegesserie nach zuvor acht Liga-Erfolgen in Serie.
  • Damit hat Dortmund nun zwei Punkte Rückstand auf die Bayern und die deutlich schlechtere Tordifferenz.

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Derby-Enttäuschung nach Chelsea-Frust: Ausgerechnet im 100. Bundesliga-Derby beim Erzrivalen FC Schalke 04 hat Borussia Dortmund im Meisterkampf gegen den FC Bayern einen möglicherweise entscheidenden Rückschlag hinnehmen müssen. Trotz klarer Überlegenheit und zweimaliger Führung riss beim 2:2 (1:0) in Gelsenkirchen die Dortmunder Siegesserie nach zuvor acht Liga-Erfolgen in Serie.

Damit hat Dortmund nun zwei Punkte Rückstand auf die Bayern und die deutlich schlechtere Tordifferenz, im übernächsten Spiel müssen sie zum Gipfel-Treffen nach München. Es war das frustrierende Ende einer emotionalen und enttäuschenden Woche. Vier Tage zuvor war die Borussia durch ein 0:2 beim FC Chelsea im Achtelfinale der Champions League gescheitert.

Schlotterbeck und Guerreiro brachten die Dortmunder zweimal in Führung

Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck (37.) und Raphael Guerreiro (60.) hatten die Dortmunder zweimal in Führung gebracht. Doch Marius Bülter mit dem ersten Schalker Derby-Treffer seit fast vier Jahren (50.) und Kenan Karaman mit seinem ersten Pflichtspieltor für Schalke (79.) glichen zweimal aus. Kurios: Schlotterbecks Treffer fiel um 19.09 Uhr, der BVB wurde 1909 gegründet. Die in der Rückrunde wie der BVB noch ungeschlagenen Schalker gaben den letzten Platz zunächst an 1899 Hoffenheim ab, die TSG könnte mit einem Punkt am Sonntag in Freiburg aber wieder vorbeiziehen.

Nach einigen Auseinandersetzungen der Fans beider Lager blieb es zumindest im Vorfeld rund um das Spiel nach ersten Erkenntnissen weitgehend ruhig. Allerdings wurde ein Fotograf von einer Bengalischen Fackel aus dem Gästeblock getroffen und erstattete Anzeige.

Beide Teams waren durch vorherige Ergebnisse unter Druck

Beide Teams wurden durch die vorherigen Ergebnisse unter Druck gesetzt. Um den 5:3-Sieg der Bayern gegen Augsburg zu kontern, brachte BVB-Trainer Edin Terzic in Hummels, der nur in zwei der vorherigen zehn Spiele in der Startelf gestanden hatte, einen echten Derby-Glücksbringer. Eine Wunsch-Elf war es aber wahrlich nicht, die Terzic aufbieten konnten. Youssoufa Moukoko, Karim Adeyemi und Julian Brandt fehlten ohnehin, und auch Kapitän Marco Reus und Stammtorhüter Gregor Kobel wurden nicht rechtzeitig fit.

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Die Fans beider Lager stimmten sich mit einer regelrechten Pyroshow ein. Während aus der Schalker Nordkurve blauer Rauch emporstieg, leuchtete es in der Dortmunder Ecke glühend rot. Wie sich die Spielanteile verteilen würden, war derweil schnell ersichtlich. Die Schalker standen kompakt und tief. Dortmund mit dem diesmal sehr offensiven Jude Bellingham und Guerreiro in der Zentrale rannte an und suchte Lücken.

Die Schalker lauerten auf Konter

Die erste fanden sie in der 18. Minute, als Guerreiro nach einem schönen Pass von Hummels auf Ralf Fährmann zulief, den Ball aber weder scharf noch platziert aufs Tor brachte. Die Schalker lauerten mit dem immens arbeitenden Michael Frey auf Konter und hätten die Führung fast geschenkt bekommen, als Schlotterbeck Hummels anschoss und Rodrigo Zalazar den Ball aufnahm und alleine aufs Tor zusteuerte. Der Uruguayer verzog aber überhastet (25.).

Der Chance sollten die Schalker bald nachtrauern, denn fortan spielte nur der BVB. Und während Fährmann gegen Donyell Malen (30.) und Marius Wolf (37. ) noch gut parierte, war er bei Schlotterbecks Schuss aus 18 Metern chancenlos. Maya Yoshida hatte den Nationalspieler nicht aufgenommen und ungehindert aus zentraler Position abschließen lassen. Der BVB schien das Spiel nun fest im Griff zu haben, doch etwas überraschend kamen die Schalker direkt nach der Pause zum Ausgleich durch Bülter nach Hereingabe von Frey. Guerreiros 2:1 schien ein echter Nackenschlag, doch abermals schlugen die Schalker durch den elf Minuten vorher eingewechselten Karaman zurück.(dpa/jst)

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