Die besten Bilder der Bundesliga-Saison 2020/21: Jubel, Enttäuschung, Emotionen

Bemerkenswerte Momente der Bundesliga-Saison 2020/21: Hier finden Sie - regelmäßig aktualisiert - Momente, die im Gedächtnis bleiben.

Der erwähnte Sieg Borussia Dortmunds beraubt RB Leipzig der letzten theoretischen Chance, die Bayern noch abzufangen und erstmals selbst Meister zu werden. Die Generalprobe für das fünf Tage später steigende Pokalendspiel wird nach einer 2:0-Führung der Platzherren zum Krimi, weil Dani Olmo - hier links gegen BVB-Kapitän und -Torschütze Marco Reus - in der 77. Minute der 2:2-Ausgleich gelingt. Zehn Minuten später indes entscheidet Jadon Sancho die Partie für die Borussia. Sie springt dadurch auf CL-Quali-Platz vier.
Apropos Sprung: Der VfB Stuttgart überspringt mit einem 2:1 daheim die Hürde FC Augsburg und verdirbt seinem früheren Trainer Markus Weinzierl anlässlich dessen Rückkehr zu seinem Ex-Klub Augsburg das Wiedersehen. Der VfB-Kroate Borna Sosa, nunmehr deutscher Staatsbürger und kurzzeitig ein Kandidat des DFB für die EM, wirkt in dieser Szene gegen Reece Oxford dynamischer, als er war. Vom "kicker" kassiert der linke Verteidiger die Note vier.
Josip Brekalo, links, talentierter Kroate wie Sosa, erlebt im Heimspiel seines VfL Wolfsburg gegen Union Berlin einen jener Tage, von denen Fußballer später ihren Enkeln erzählen. Brekalo darf den Spielball nach dem 3:0-Sieg mit nach Hause nehmen. Denn für das Endergebnis ist alleine er verantwortlich, zumindest für die erzielten Tore. Sie bewahren Wolfsburg davor, vom BVB von Rang drei verdrängt zu werden. Die Champions League ruft. Union bleibt Achter. Darauf darf der Aufsteiger von 2019 weiterhin sehr stolz sein.
Was ist schlimmer als ein Gegentor? Eines, bei dem die Kollegen einem zuschauen und nicht helfen können: Schalkes Torwart Ralf Fährmann kassiert in Sinsheim gegen Hoffenheim deren vier. Es sind die Gegentreffer 77 bis 80 in der zu Ende gehenden Saison für den Tabellenletzten. Trotz - oder gerade wegen des feststehenden Abstiegs - wehrt sich Schalke. Führt mit 2:0 zur Pause. Der erste Auswärtssieg der Saison ist möglich. Und dann reichen 19 Minuten, um die Königsblauen wieder zu demütigen. Aus einem 2:0 für Schalke wird ein 2:4 gegen Schalke. Das hier ist das 1:2 durch TSG-Torjäger Andrej Kramaric.
Während Hoffenheim sich durch den Sieg über Schalke den Klassenerhalt sichert, steht Mainz 05 nach einer sensationellen Rückrunde (29 Punkte, ebenso viele wie Dortmund und Leipzig) und einem 1:1 im Derby in Frankfurt kurz davor. Die Eintracht hingegen droht trotz 30 Rückrundenpunkten und Platz drei in der Rückrundentabelle die Champions League noch zu verspielen. Ein Punkt fehlt jetzt auf Dortmund und Platz vier. Das will dem Ex-Borussen Erik Durm, siehe Bild, nicht in den Kopf.
Ganz andere, nämlich Abstiegssorgen, plagen den 1. FC Köln. Das Kurzzeit-Hoch unter Übergangs-Trainer Friedhelm Funkel verpufft beim 1:4 gegen den SC Freiburg. Auf die Siege gegen Leipzig und in Augsburg folgt die Ernüchterung. Plötzlich fehlt den Geißböcken wieder die geforderte Einstellung, um die Abstiegsränge zu verlassen. Noch immer aber sind es nur zwei Punkte bis Platz 14 und Hertha BSC.
Jene Hertha, der Corona-Quarantäne wie einem Jungbrunnen entstiegen, verliert zwar gegen Aufsteiger Bielefeld zum sechsten Mal nacheinander in der Bundesliga nicht. Das torlose Remis der beiden punktgleichen Kontrahenten aber nutzt keinem von beiden. Bielefeld bleibt - punktgleich mit dem 14. Hertha BSC und dem 15. Werder Bremen - auf dem Relegationsrang. Der Kampf gegen den Abstieg geht in die nächste Runde. Es ist der 33. von 34 Spieltagen.
Jeder Bundesliga-Fan, also von den Mainzern mal abgesehen, rechnet am 31. Spieltag mit der vorgezogenen Meisterfeier des FC Bayern. 31. Meisterschaft am 31. Spieltag: Das hätte gut gepasst. Mainz indes setzt seinen Lauf Richtung Klassenerhalt fort und erzielt - wie schon im Hinspiel - zwei Tore gegen den Tabellenführer. Diesmal aber heißt es am Ende nicht 2:5, sondern 2:1. Bayerns Rückkehrer Robert Lewandowski punktet wenigstens persönlich. Nach seinem 36. Saisontor fehlen ihm noch vier zum Saisonrekord Gerd Müllers von 1971/72.
Nicht nur Mainz feiert Karneval, auch der 1. FC Köln wehrt sich nach Kräften gegen den drohenen Abstieg. 3:0 heißt es für die Gäste nach einer brillanten ersten Halbzeit in Augsburg. In der zweiten aber, siehe Bild, kommen einige Schreckmomente hinzu. Augsburg verkürzt bis auf 2:3. Köln rettet den Sieg mit Glück und Geschick über die Zeit, bleibt aber auf dem Relegationsplatz. Da sich der Abstand zu Augsburg jedoch auf vier Punkte verringert, feuert der FCA drei Tage nach der Niederlage Trainer Heiko Herrlich und holt Markus Weinzierl zurück.
Es ist eines jener "Sechs-Punkte-Spiele", die Dortmund - anders noch als gegen Frankfurt - diesmal gewinnt. In Wolfsburg - vor der Partie fünf Punkte vom BVB entfernt - meldet sich die Borussia im Rennen um einen Champions-League-Platz zurück. VfL-Torjäger Weghorst, links, geht erstmals seit dem 27. Spieltag leer aus - und das auch, weil Emre Can, rechts, ausnahmsweise kein Sicherheitsrisiko für die eigenen Reihen darstellt. Und weil Weghorsts Pendant Erling Haaland bei den Dortmundern funktioniert und zum 2:0-Sieg zweimal zuschlägt - zu den Saisontoren 24 und 25.
Apropos Torjäger: Union Berlins Joel Pohjanpalo gelingt beim 3:1 über Werder Bremen sein zweiter Hattrick in der Bundesliga. Es sind seine Saisontore drei bis fünf. Viereinhalb Jahre nach seinem 15-Minuten-Coup für Leverkusen gegen den HSV braucht der Finne diesmal nur unwesentlich länger, um die Partie zu entscheiden: 17 Minuten. Durch die vierte Niederlage in Folge stürzt Werder bis auf einen Zähler vor den Relegationsrang ab. Den belegten die Grün-Weißen auch im Vorjahr, als sie sich in letzter Sekunde vor dem Abstieg retteten.
Eintracht Frankfurt möchte in Leverkusen seinen Champions-League-Platz festigen, steht sich aber beim 1:3 auch selbst im Weg, so wie hier Torjäger Andre Silva, links, und Innenverteidiger Martin Hinteregger. Nach drei Siegen nacheinander kassieren die Hessen bereits die zweite Schlappe binnen einer Woche. Die Champions-League-Teilnahme wacckelt. Der BVB rückt bis auf einen Zähler heran. Und Bayer - mit zehn Punkten aus fünf Spielen unter dem neuen Trainer Hannes Wolf - ist auch nur noch sechs Punkte von Frankfurt entfernt.
Was Leipzigs Angelino, links, hier beim Stuttgarter Konstantinos Mavropanos versucht, ist die Höchststrafe für jeden Fußballer: den Ball durch die Beine gespielt zu bekommen, "getunnelt" zu werden. Leipzig erledigt nach dem überraschenden 1:2 in Köln seine Hausaufgabe und verhindert durch sein 2:0 den vorzeitigen Meisterschaftsgewinn der Bayern. Das Rennen um den Titel ist angesichts von sieben Punkten Rückstand von RB auf die Münchner und drei ausstehenden Partien theoretisch sogar noch offen. Der VfB kassiert die vierte Niederlage nacheinander. Der Traum von Europa hat sich für den Aufsteiger erledigt.
Mönchengladbach kämpft um die Teilnahme an der Europa League. Beim 5:0 über Aufsteiger Bielefeld brillieren die Borussen, führen schon zur Pause so hoch wie der rheinische Erzrivale Köln zwei Tage zuvor in Augsburg: mit 3:0. Heraus springt am Ende der höchste Saisonsieg. Die Arminia wiederum verliert erstmals seit dem 26. Spieltag und so hoch wie am siebten Spieltag bei Union Berlin. Trotzdem halten sich die Bielefelder um einen Punkt über dem Relegationsplatz, den Köln belegt.
Borussia Dortmund wahrt mit dem 2:0 über den 1. FC Union Berlin am 30. Spieltag seine Chance, auch in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen. Der Rückstand auf Eintracht Frankfurt beträgt vier Punkte. Das Dortmunder 1:0 in der 27. Minute ist eine schwere Geburt: Marco Reus schindet einen inberechtigten Strafstoß, als er bei Berlins Keeper Andreas Luthe einfädelt. Dann hält Luthe gegen Haaland, auch Haalands Nachschuss sitzt nicht, ehe wieder Reus da ist und den Ball ins Tor stochert. Die sogenannte ausgleichende Gerechtigkeit setzt sich in dieser Szene nicht durch. Der Sieg des BVB allerdings ist gerecht.
Völlig in Ordnung geht auch Hoffenheims 3:2 über Mönchengladbach. Es resultiert aus einer dieser Aufholjagden, die Hoffenheim bereits so oft in der Bundesliga auf begeisternde Art und Weise hingelegt hat. Zur Pause führt jedoch der Gast, auch, wenn die Borussia nicht weiß, warum. Aus der Kabine zurück, vergehen nur 20 Minuten, ehe Hoffenheim das Resultat dem Spielverlauf anpasst. Unter den Torschützen, im Bild, ist Ihlas Bebou, vor allem aber auch Andrej Kramaric. Der Rekord-Torjäger der TSG trifft nach vier erfolglosen Auftritten gleich doppelt. Dafür hat er zuvor das ganze Kalenderjahr 2021 gebraucht.
Neun von 17 Bundesligaauftritten im Kalenderjahr 2021 hat Werder Bremen seit dem 0:1 daheim gegen den 1. FSV Mainz 05 verloren. Sechs Niederlagen davon sind nacheinander erfolgt. Das ist den Grün-Weißen in ihrer langen Bundesliga-Historie nie zuvor passiert. Die Bilder, wie jenes des Torschützen Josh Sargent, der nach seinem vermeintlichen Treffer zum 1:1 ein Opfer des Videobeweises wird, gleichen denen nach einem Abstieg. Dem schaut Werder, wie schon im Vorjahr, ins Auge. Vier Punkte Vorsprung sind es nur noch bis zum ersten direkten Abstiegsplatz. 2019/20 rettete sich Bremen erst in der Relegation gegen Heidenheim.
20 Tore für den VfL Wolfsburg in der Saison 2020/21, und die läuft ja noch vier Spieltage lang: Der Niederländer Wout Weghorst ist der Lewandowskis Niedersachsens, eine Tor-Maschine und nur manchmal zu stoppen, so wie hier vom Stuttgarter Waldemar Anton. Nach den früheren Bundesliga-Torschützenkönigen Grafite und Edin Dzeko ist Weghorst erst der dritte Wolfsburger, der mindestens 20 Saisontore in der Bundesliga markiert. Zum 3:1 in Stuttgart ist es das zwischenzeitliche 2:0. Dass Weghorst mit seiner Ausbeute nach 30 Partien nur Vierter der Torjägerliste ist, grenzt an Wahnsinn, zeigt aber auch, welche Qualität die vor Weghorst platzierten Lewandowski (35), Andre Silva (24) und Erling Haaland (23) haben.
40 Jahre nach dem ersten Abstieg aus der Bundesliga, 30 Jahre nach dem letzten Aufstieg und 20 Jahre nach der Meisterschaft der Herzen ist Schalke wieder zweitklassig. Das 0:1 in Bielefeld lässt den Königsblauen nach 30 von 34 Spieltagen auch rechnerisch keine Chance mehr, der sportlichen Katastrophe zu entgehen. Ihrer Wut darüber lassen die Fans der Schalker noch in der Nacht gegenüber den Spielern freien Lauf. Der Klub spricht von "Grenzen", die dabei "überschritten" worden seien.
Erix Maxim Choupo-Motings Verpflichtung durch den FC Bayern München löste vor der Saison 2020/21 bei manchem Experten und Fan Verwunderung aus. In der Endphase der Saison tut der 32-Jährige das, wofür der Nationalspieler Kameruns aus Paris geholt wurde: Robert Lewandowski zu vertreten und zu treffen. Choupo-Motings 1:0 beim 2:0 des Meisters über Leverkusen ist des vierte Tor des Stürmers in den jüngsten fünf Pflichtspielen. Gewinnen die Bayern am 31. Spieltag bei Choupo-Motings Ex-Klub in Mainz, dann ist die 31. Meisterschaft, die neunte nacheinander, eingetütet.