Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge prangert in der neuesten Ausgabe des Klubmagazins die Auswüchse auf dem Transfermarkt als "ungesund" an und spricht von "unmenschlichem" Druck. Auf mehr Geld von Konzernen aus den USA und Asien hofft der 63-Jährige aber trotzdem.

Mehr Bundesliga-Themen finden Sie hier

Der FC Bayern München gehört zu den ganz Großen des Weltfußballs. Das hat mit der sportlichen Potenz des deutschen Rekordmeisters zu tun. Aus dieser ist die wirtschaftliche erwachsen, die in der Bundesliga ihresgleichen sucht.

Trotzdem drehen die Roten im internationalen Transfer-Roulette nicht am ganz großen Rad, sondern betonen vielmehr, im Vergleich mit manchem Konkurrenten "menschlicher" und "ehrlicher" zu sein.

Rummenigge: Der Transfermarkt ist nicht mehr gesund

Dies sagt der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in dem Atemzug, in dem er die teilweise grotesken Auswüchse auf dem Transfermarkt kritisiert. "Der Markt hat eine ungesunde Größe angenommen", verkündet der 95-malige Nationalspieler im Klubmagazin "51".

Die Ablösesummen im bis zu dreistelligen Millionen-Bereich weckten "riesige Erwartungshaltungen", meinte Rummenigge: "Es ist fast unmenschlich, das zu erfüllen."

Die Spieler wüssten: "Das Stadion ist auch wegen dir ausverkauft – und die Leute erwarten jetzt Zauberfußball von dir. Dem wirst du nicht immer gerecht."

Dennoch sieht Rummenigge weiter gute Chancen, Stars nach München zu locken. "Der FC Barcelona hat den berühmten Slogan 'Mes que un club' – 'mehr als ein Klub'. Das trifft genauso auf den FC Bayern München zu. Wir pflegen unsere Kultur. Auch in Zukunft werden wir Top-Spieler finden, die im FC Bayern mehr sehen als nur einen Fußballverein", sagte er.

Der FC Bayern München leistet sich den "Luxus" anderer Werte

Der Rekordmeister leiste sich den "Luxus", anders zu sein als viele andere Klubs: "Menschlicher, ehrlicher. Die meisten Spieler zahlen das zurück."

Rummenigge kündigte zudem an, dass die Bayern "den Fokus auf die Champions League wieder deutlich schärfen" werden. Ihn reize die Schwere der Aufgabe. Und: "Das Aus im Achtelfinale ärgert mich noch immer, das war eindeutig zu früh."

Mit Blick auf die anstehende TV-Rechtevergabe in der Bundesliga hofft der Bayern-Boss auf einen Zugewinn. "Im laufenden Vertrag haben wir eine jährliche Steigerung. Im vierten und letzten Jahr beträgt die Summe 1,25 Milliarden Euro. Es wäre ein Erfolg, wenn wir beim neuen Paket mit diesen 1,25 Milliarden starten", sagte er.

Ein großer Schub sei erst zu erwarten, "wenn Konzerne aus den USA oder Asien einsteigen. Aber ich kann nicht sagen, wann das sein wird", ergänzte er. (hau/dpa)

Bildergalerie starten

Der FC Bayern München ist eine große Familie: Sie kamen zurück

Beim FC Bayern München wird Identifikation groß geschrieben. Das Motto "Mia san mia" ist kein Marketing-Slogan, sondern wird insbesondere unter Manager und Präsident Uli Hoeneß seit Jahrzehnten gelebt. Ein Blick in die prominente Bayern-Familie.