Endlich - die Liga des Weltmeisters startet! Am Freitag beginnt die 52. Saison in der Bundesliga mit dem Eröffnungsspiel des FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg (20:30 Uhr live bei uns im Ticker und im TV bei der ARD). Und mit dem ersten Anpfiff geht auch das Hoffen und Bangen im Tabellen-Keller wieder los. Im ersten Teil der Saisonvorschau gibt es den großen Abstiegscheck.

Chancen der Aufsteiger

Der SC Paderborn und der 1. FC Köln haben nur ein Ziel: den Klassenverbleib. "Das wird vom ersten Spieltag an nur ein Kampf um Platz 15" sagte FC-Vizepräsident Toni Schumacher bei der Saisoneröffnung der "Geißböcke". Auch wenn sich die Kölner vor allem offensiv mit Simon Zoller (kam vom 1. FC Kaiserslautern) und Yuya Osako (von 1860 München) top verstärkt haben, sieht das auch Kölns Trainer Peter Stöger so - obgleich er schon einen Dreijahresplan im Hinterkopf hat. "Vielleicht sind wir in drei Jahren so aufgestellt, dass wir es nach 20 Jahren mal wieder unter die besten zehn schaffen", sagte der Österreicher. Auch für die Underdogs aus Paderborn geht es nur darum, die Liga zu halten. Ohne Wenn und Aber. "Unser Ziel ist es, den offensiv ausgerichteten Fußball der Vorsaison auch in der Bundesliga zu spielen und auf diesem Weg eine weitere Sensation mit dem Klassenerhalt zu schaffen", sagt SCP-Coach Andre Breitenreiter.

Überraschungsteam des Vorjahres

Beim SC Freiburg ist man derweil optimistisch, dass man in der neuen Saison nicht so lange um den Klassenerhalt zittern muss wie im Vorjahr - trotz der Abgänge von Torhüter Oliver Baumann und Weltmeister Matthias Ginter. "Der Umbruch fällt in diesem Sommer geringer aus. Baumann und Ginter sind nicht mehr da, letztes Jahr waren es fünf Spieler", erklärte Trainer Christian Streich zum Trainingsauftakt. Auch wenn Kapitän Julian Schuster betont, dies sei keine "Garantie, dass es dadurch ruhiger und einfacher wird in der Saison" - ein bisschen weniger Spannung im Vergleich zur vergangenen Saison, als der Ligaverbleib erst nach dem 32. Spieltag perfekt war, dürfte es für die Freiburger schon werden.

Diese Teams müssen aufpassen

Eintracht Frankfurt, in der Vergangenheit oftmals als launische Diva verschrien, will nach der Zittersaison im letzten Jahr nun eine sorgenfreie Spielzeit erleben. Und das mit einem runderneuerten Kader und einem neuen Trainer, dem alten Fuchs Thomas Schaaf. Die Neuaufstellung der Mannschaft macht die Eintracht zur Wundertüte der Liga. "Für uns ist das primäre Ziel in der Liga eine gute Position einzunehmen, dass man mit dem Abstieg nichts zu tun hat", sagt Schaaf: "Ich hoffe, dass wir einen Platz erreichen, wo ein gesundes Klima herrscht, um die Mannschaft weiterzuentwickeln und zu versuchen Stück für Stück eine Konstante zu erreichen." Fakt ist: Die Eintracht muss aufpassen nicht in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden. Wächst das Team aber, wie von Schaaf erhofft, zusammen, ist durchaus eine Überraschung nach oben möglich.

Bei Werder Bremen sind die fetten Jahre längst vorbei. An der Weser stehen die Vorzeichen ähnlich wie bei den Frankfurtern. Trainer Robin Dutt muss mit einem großen Manko zurecht kommen. Mit Stürmer Aaron Hunt hat ein Top-Mann die Grün-Weißen verlassen, viel Geld für hochwertigen Ersatz war nicht vorhanden. Die Neuzugänge bei Werder sind eher unbeschriebene Blätter wie Alejandro Galvez und Izet Hajrovic. Man muss abwarten, wie sich die neue Mannschaft zusammenfügt. Es kann in alle Richtungen gehen. Im schlimmsten Fall runter in die 2. Liga.

Auch der FSV Mainz 05 dürfte im Jahr eins nach Thomas Tuchel als Trainer mit dessen Nachfolger Kasper Hjulmand vor einer schweren Saison stehen. Vor einigen Wochen zeigte sich Manager Christian Heidel zuversichtlich, fast euphorisch: "Wir haben eine richtig gute Mannschaft: Ich kann keinen Qualitätsverlust erkennen - im Gegenteil." Doch nach den peinlichen Auftritten in Europa-League-Qualifikation und DFB-Pokal weiß der 51-Jährige, dass ohne weitere Verstärkungen die Abgänge Nicolai Müller (zum Hamburger SV) und Eric-Maxim Choupo-Moting (zu Schalke 04, zusammen 19 Tore) nicht aufzufangen sind. Mainz droht das, was dieser stimmungsvolle Verein eigentlich nicht mehr erleben will: Abstiegskampf.

Diese Teams können entspannt sein

Der FC Augsburg, die TSG 1899 Hoffenheim und Hannover 96 dürften in der neuen Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben - im Normalfall. Ob es allerdings in Richtung Europapokal-Plätze geht, bleibt abzuwarten. Vor allem den FCA nehmen die Gegner ganz anders wahr als in der vergangenen Saison. Der Druck dürfte bei Rückschlägen wie dem Pokal-Aus in Magdeburg ebenfalls größer werden. Dennoch haben sich alle drei Klubs so gut verstärkt, dass das Abstiegsgespenst bei diesem Trio aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vorbeischauen wird. Das gilt auch für den VfB Stuttgart. Die Schwaben haben mit ihrem neuen Trainer Armin Veh den wertvollsten Neuzugang verpflichtet. Mit ihm sollte es keine Abstiegsangst beim VfB geben.