Der FC Bayern München verwirrt uns, beim FC Augsburg ist alles Mist, Marco Reus spielt Schicksal und Sami Hyypiä ist kein Pinguin. In unserer Serie ziehen wir die etwas anderen Lehren aus dem jeweiligen Spieltag der Bundesliga.

1. Erkenntnis: Der FC Bayern gewinnt nicht immer

Der FC Bayern München gibt beim 3:3 gegen die TSG 1899 Hoffenheim tatsächlich Punkte ab. Wahrscheinlich weil es eh schon wurscht ist. Meister ist der FCB nämlich weiterhin. Aber ein bisschen verwirrt hat uns das schon. So verwirrt sind wir, dass uns dazu gar nicht mehr einfällt, außer: Gegen Manchester United am Dienstag (20:45 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) darf euch das aber nicht passieren, liebe Bayern!

2. Erkenntnis: Der FC Augsburg will nicht Europa League spielen, Andre Hahn aber schon

Beim FC Augsburg hat man ganz genau überlegt. Eigentlich könnte man ja einfach so weiter machen, wie bisher. Daheim ab und an ein Sieg und Auswärts weiter fröhlich die Punkte einfahren. Dann würde man am Ende der Saison vermutlich so gut dastehen, dass man sogar in Europa mitspielen dürfte. Da soll's übrigens richtig Kohle für geben. Klingt eigentlich nicht so schlecht.

Aber der FCA hat da keine Lust drauf. Dreifachbelastung ist Mist. Lange Reisen sind Mist. Und Ausverkauf der Spieler a la SC Freiburg ist erst Recht Mist.

Deshalb haben sich die Augsburger gedacht, verlieren wir doch einfach mal ein paar Spiele, wie zum Beispiel mit 0:3 gegen den FSV Mainz 05, dann müssen wir nicht ins kasachische Hinterland reisen und können unsere Spieler behalten. "Europa League, nicht mit uns", also. Blöd nur, dass der beste Spieler der Augsburger sehr wohl Europa League spielen möchte. Deshalb wechselt Andre Hahn zu Borussia Mönchengladbach. Die haben immerhin drei Punkte mehr als der FCA und würden sehr gerne EL spielen. Das ist traurig für die Augsburger, aber irgendwie sind sie auch selbst schuld. Hätten sie halt wieder beim Abstiegskampf mitgemacht – so wie der Rest der Liga.

3. Erkenntnis: Sami Hyypiä ist kein Pinguin

Es gibt Tiere, von denen kann man sich nicht vorstellen, dass sie je wütend oder bedrohlich sein können. Pinguine zum Beispiel. Ein wütender Pinguin ist immer noch wahnsinnig putzig. Wie er so erbost davon watschelt. Womöglich fällt er dann noch hin, ärgert sich noch ein bisschen mehr und wird dann noch süßer.

Warum wir Ihnen das erzählen? Weil Sami Hyypiä für uns immer wie ein Pinguin war. Manchmal war er zwar sauer, aber bedrohlich war er nie. Hat vielleicht auch mit seinem Namen zu tun. Der klingt nämlich ein bisschen wie ein flauschiges Bett von Ikea ("Ich hab mir das Hyypiä gekauft? - Und, biste zufrieden? - Ja, total. Ist supergemütlich.). Jetzt zeigt uns der Sami aber ein ganz neues Gesicht und beweist uns, er ist gar kein Pinguin! Denn den Abwärtstrend von Bayer Leverkusen nimmt der Trainer nicht einfach so hin. Nein, ganz entgegen seines Gemütes, war er in der Halbzeit gegen Eintracht Braunschweig nämlich nach eigener Aussage "richtig böse" und dann kann er auch "sehr laut werden".

Hm, jetzt wo wir so drüber nachdenken, dann klingt das doch wieder sehr putzig. Sorry, Hyypiä, du knuffiger Kerl du!

4. Erkenntnis: Armin Veh hat ein Problem mit der Akzeptanz

Ganze fünfmal winkte der Linienrichter und trillerte der Schiedsrichter auf seiner Pfeife. Ganze fünfmal soll Eintracht Frankfurt bei der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg im Abseits gestanden haben. Und zweimal wurde den Hessen deswegen ein Tor aberkannt. Einmal zu Unrecht. Das ist natürlich blöd, vor allem wenn man mitten im Abstiegskampf steckt. Aber wir würden uns schon wünschen, dass Frankfurts Trainer Armin Veh mit diesem Schicksal etwas souveräner umgehen würde. Der denkt aber überhaupt nicht daran: "Das akzeptiere ich nicht. Ich muss es akzeptieren, aber ich akzeptiere es trotzdem nicht!" Aber akzeptieren muss er es dann doch. Auch wenn er es nicht akzeptiert, es akzeptieren zu müssen.

5. Erkenntnis: Einen Schuldigen gibt’s immer

Der VfB Stuttgart hat alles getan, um dem Abstiegsstrudel zu entkommen. Mit Huub Stevens hat man einen neuen Trainer geholt, der die Spieler bis in die äußersten Haarspitzen motiviert. So dermaßen motiviert sind die Stuttgarter, dass sie mal schnell mit 2:0 gegen Borussia Dortmund führen. Doch dann schlägt das Schicksal zu. Denn das möchte, laut VfB-Torhüter Sven Ulreich, nicht, dass Stuttgart Spiele gewinnt. Praktisch, wenn man das Schicksal als den Schuldigen ausmacht. Dann ist der Rest, also Spieler wie Trainer, aus dem Schneider (jaja, wir wissen, das muss wie eine Anspielung auf den Vorgänger von Stevens wirken, aber so sagt man das nun mal). In dem Fall heißt das Schicksal übrigens Marco Reus, der mit seinem Zauberfuß die Stuttgarter in eine Situation bringt, die im besten Fall "ziemlich hart", im schlechtesten Fall "brutal" ist, wie es der VfB-Präsident Bernd Wahler ausgedrückt hat.