Am Freitag beginnt die Rückrunde der Bundesliga. Zwar scheint die Meisterschaft schon zu Gunsten des FC Bayern München entschieden, doch wenn Sie ein Auge auf diese Spieler haben, wird Ihnen in den nächsten Fußballmonaten garantiert nicht langweilig.

Robert Lewandowski (noch Borussia Dortmund)

In den vergangenen Monaten gab es wohl kaum einen Fußballfan, der nicht auf irgendeine Art genervt war von Robert Lewandowskis großem Wechseltheater. Nun, da der Transfer zum FC Bayern München endlich offiziell ist, kann sich der geneigte Beobachter wieder auf das Fußballspiel des Polen konzentrieren. Spannend wird, ob sich Lewandowski noch einmal zu einer furiosen Torjagd unter dem Wappen von Borussia Dortmund aufraffen kann. Eigentlich ist der Stürmer professionell genug. Immerhin hat er auch in Zeiten der ewigen Diskussionen für schwarz-gelbe Tore (elf in der Hinrunde) gesorgt. An Lewandowski liegt es jedenfalls nicht, dass der BVB von Platz vier in die Rückrunde starten muss. Aber an Lewandowski könnte es liegen, sollte der Klub noch weiter abrutschen.

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Dong-Won Ji (bald Borussia Dortmund)

Eigentlich kennt man Dong-Won Ji schon. Der Südkoreaner hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der FC Augsburg weiter fröhlich die Bundesliga aufmischt. Fünf wichtige Tore hat Ji vergangene Saison für die Schwaben geschossen. Dann ging die Leihgabe zurück zum AFC Sunderland, um dort die Bank zu drücken. So gerne ihn der FCA verpflichtet hätte, sie können ihn sich einfach nicht leisten. Borussia Dortmund kann das schon. Im nächsten Sommer wird Ji zum BVB wechseln. Doch vorher spielt er noch einmal eine halbe Saison beim FCA. Als Leihgabe versteht sich. Die Rückrunde muss Ji als ein Startelf-Empfehlungsschreiben für BVB-Trainer Jürgen Klopp nutzen. Das kann dem FC Augsburg nur recht sein.

Kyriakos Papadopoulos (FC Schalke 04)

Erinnern Sie sich noch an Kyriakos Papadopoulos? Möglicherweise nicht, denn der Grieche fehlt dem FC Schalke 04 schon über ein Jahr. Eine dauerhafte Reizung des linken Knies erlaubte keine Spielzeiten. Doch zur Rückrunde soll er zurückkehren und, so hoffen die Schalker, die wackelige Abwehr endlich stabilisieren. 28 Gegentore haben die "Knappen" in dieser Saison schon kassiert. Papadopoulos wurde schmerzlich vermisst in Gelsenkirchen. Nicht nur, wegen seiner Körperlichkeit und seiner aggressiven Spielweise, auch "seine Mentalität" habe den Schalkern gefehlt, sagt S04-Manager Horst Heldt. Denn Antreibereigenschaften hat Papadopoulos auch noch. Die Frage ist nur, ob er wieder zu seiner alten Form zurückfinden wird.

Raphael Wolf (SV Werder Bremen)

Die ewige T-Frage. Sie hat in der Hinrunde auch den SV Werder Bremen beschäftigt. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Raphael Wolf wird/ist/bleibt die Nummer 1 im Tor des Bundesliga-Elften. Das gab Trainer Robin Dutt am Montag bekannt. Sein Konkurrent Sebastian Mielitz muss auf der Bank Platz nehmen. Ein "ganz enges Rennen" sei es gewesen, meint Dutt. Klingt fast, als wären sie bei Bremen selbst nicht ganz überzeugt von ihrer Entscheidung. Druck rausnehmen sieht jedenfalls anders aus. Die Rückrunde wird zeigen, ob Wolf das in ihn gesetzte Vertrauen bestätigen kann. Und die Fans werden ihm dabei ganz genau auf die Finger schauen.

Ola John (Hamburger SV)

Das Haus- und Hofblatt des Hamburger SV, die "Hamburger Morgenpost" ist ganz verliebt. "HSV-Neuling Ola John macht Lust auf mehr" titelt das Blatt. Ist das der Mann, der die sportliche Misere des Bundesliga-Dinos endlich beendet? Kapitän Rafael van der Vaart jedenfalls ist sich sicher: "Oh ja, er wird uns helfen. Davon war ich sofort überzeugt. Er ist schnell, dribbelstark und bringt gute Flanken." Und auch Trainer Bert van Marwijk freut sich: "Diese Qualität hatten wir noch nicht." Der 21-jährige Niederländer hat es geschafft mit zwei Haken im Testspiel gegen den FC Basel die Euphorie zum HSV zurück zu bringen. Aber Basel ist nicht Bayern und im Alleingang wird John den HSV kaum auf die internationalen Plätze zaubern können.

Kevin de Bruyne (VfL Wolfsburg)

Kevin de Bruyne streift sich erneut ein grünes Trikot über. Allerdings nicht das von Werder Bremen. Stattdessen läuft das belgische Talent nun für den VfL Wolfsburg auf. Bitter für Werder, gut für Wolfsburg - zumindest, falls der vom FC Chelsea kommende de Bruyne seinem Ruf und den 22 Millionen Euro Ablöse gerecht wird. Ganz leicht wird das nicht. Immerhin hat de Bruyne bei Chelsea kaum gespielt. Gegen Eden Hazard und Andre Schürrle konnte sich der Belgier einfach nicht durchsetzen. Bei Wolfsburg wird er jedoch spielen und der Mittelfeldmann hat ein Ziel vor Augen: die WM in Brasilien. Ein Spieler, der sich empfehlen will, ist nie schlecht für einen Klub. Trotzdem wird es interessant zu sehen, ob de Bruyne tatsächlich so einschlagen wird, wie sich das die Verantwortlichen des VfL wünschen.