Noch bricht bei Borussia Dortmund niemand in Panik aus. Aber ein bisschen Angst werden die Fans schon haben, wie das nun weitergehen wird mit ihrem Verein. Immerhin verlässt Robert Lewandowski den BVB im Sommer, und ob der Verein Marco Reus und Ilkay Gündogan halten kann, steht in den Sternen.

So vieles hängt von der Rückrunde ab. Derzeit steht Borussia Dortmund auf Platz 4 in der Tabelle und hat nur zwei Punkte Vorsprung auf die Europa-League-Plätze. Doch die Qualifikation für die Champions League muss sein.

Nicht nur, weil es natürlich der Anspruch des CL-Finalisten von 2013 sein muss, in der Königsklasse aufzulaufen. Tatsächlich wird der Tabellenplatz am 10. Mai 2014 die Zukunft des BVB nachhaltig beeinflussen. Robert Lewandowski muss adäquat ersetzt werden. Dazu will Dortmund attraktiv bleiben für Topstürmer wie Diego Costa von Atletico Madrid oder Konstantino Mitroglou von Olympiakos Piräus. Beide sollen, wie auch Kevin Volland (TSG 1899 Hoffenheim) und Adrian Ramos (Hertha BSC), zum engeren Kandidatenkreis gehören.

Sie alle sind fertige Stürmer. Keine Unbekannten, wie es Lewandowski noch vor wenigen Jahren war. Beim BVB deutet sich ein Philosophiewechsel an. "Im Sommer müssen, wollen und werden wir investieren", verkündete Klub-Boss Hans-Joachim Watzke. Das klingt nicht danach, als würden sich die Schwarz-Gelben wieder bei Lech Posen umschauen.

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Kann man Reus und Gündogan halten?

Das macht Sinn. Denn der BVB muss nicht nur Robert Lewandowski ersetzen, er sollte, wenn irgendwie möglich, auch Marco Reus und Ilkay Gündogan halten. Und dazu muss der Verein für seine titelhungrigen Spieler attraktiv bleiben. Die Champions League ist die Mindestanforderung für einen Fußballer wie Reus, für den Manchester United angeblich 48 Millionen Euro hinblättern möchte. Selbiges gilt für Ilkay Gündogan. Er soll auf dem Wunschzettel von Real Madrid stehen.

Die Dortmunder müssen sich ein Stück weit neu erfinden. Auch in ihrer Spielweise. Wenn Kapitän Sebastian Kehl sagt, man wolle zum "alten Spiel zurückfinden", dann ist das mit Vorsicht zu genießen. Denn inzwischen weiß ganz Europa, wie das "alte Spiel" des BVB aussieht. Überzahlspiel, absolute Laufbereitschaft und überragendes Gegenpressing, die zentralen Merkmale der Mannschaft, sind längst von anderen Teams adaptiert worden. Die Defensiven der Gegner sind darauf eingestellt.

Trainer Jürgen Klopp scheint das Problem verstanden zu haben. Er will sich Zeit lassen bei der Stürmersuche, schaut sich "verschiedene Spielertypen" an. Vielleicht ist der Weggang von Robert Lewandowski gar nicht schlecht für den BVB. Im Idealfall kehrt mit einem Neuen in der Spitze der schwarz-gelbe Überraschungseffekt zurück.