Es war schon eine Hammermeldung: Paris St. Germain, der Scheichklub, hat noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Doch anstatt sich die Dienste eines Neymar oder eines Samir Nasri zu sichern, investierten die Pariser überraschend in einen alten Herren des europäischen Fußballs: David Beckham (37) wird voraussichtlich heute gegen den FC Valencia seine Champions-League-Rückkehr feiern. Aber ist das Ganze wirklich mehr als ein PR-Gag?

Aus wirtschaftlicher Sicht kann man Paris St. Germain zum Beckham-Coup nur gratulieren. 15 Millionen Euro kann PSG mit Beckham-Trikots umsetzen, wenn man den Schätzungen britischer Medien Glauben schenken will. Und auch Beckhams Ehefrau Victoria dürfte die Wirtschaft in Frankreichs Hauptstadt ordentlich ankurbeln. Ihre Shoppingwut ist europaweit hinlänglich bekannt.

Doch kann das wirklich der Anspruch eines David Beckham sein, einem Verein wirtschaftliche Erfolge zu sichern? Er selbst macht sich über das Bild, das sein Wechsel zu PSG im Auge der Öffentlichkeit abgibt, keine Illusionen: "Es war nichts Neues, dass die Leute dachten, ich wäre geholt worden, um die Trikotverkäufe anzukurbeln. Das war schon in Manchester, Madrid und Mailand so", sagt der 37-Jährige. Aber "jedes Mal haben sie dann nach ein paar Spielen festgestellt, dass ich noch etwas kann", fügt er hinzu.

Solide aber unspektakulär

Bisher wurde der Engländer in drei Spielen für Paris eingesetzt. Soweit sich aus 127 Minuten eine Bilanz ziehen lässt, muss sie tatsächlich zu Gunsten von "Becks" ausfallen. Immerhin war er bei seinem Debüt gegen Olympique Marseille sogar an einem Treffer beteiligt. Sein Pass auf Jérémy Ménez leitete das 2:0 ein. Und im französischen Pokal stand Beckham sogar 86 Minuten auf dem Platz. Mangelnde Fitness kann ihm also schon mal nicht vorwerfen. Dennoch: Die spektakulären Tage von Beckham dürften endgültig vorbei sein. Ein solides Spiel ist alles, was PSG von dem Altstar erwarten kann - aber das war dem Verein vermutlich schon vorher bewusst.

Das macht aber nichts, denn ein solider David Beckham ist immer noch besser als viele andere Spieler. Und nach allem, was der Glamourboy schon geleistet hat, ist ihm eine Abschiedstournee auf der größten Bühne des europäischen Fußballs durchaus zu gönnen. Denn darum geht es Beckham wohl vorrangig. Geld war jedenfalls nicht der Anreiz. Der ehemalige Kapitän der englischen Nationalelf spendet sein komplettes Gehalt an ein Kinderhilfsprojekt.

Heute steht der Oldie also vor der Rückkehr in die Champions League und kann, wenn alles glatt läuft, den Einzug seines neuen Teams in das Viertelfinale feiern. Nach dem Hinspiel führt Paris St. Germain gegen den FC Valencia mit 2:1. Und wer weiß, vielleicht ist Beckham ja noch für den ein oder anderen Geniestreich gut.