• Der Tod von Uwe Seeler überstrahlt beim Hamburger SV derzeit vieles.
  • Nun wird darüber diskutiert, wie der Verein am besten der Strahlkraft seiner Legende gerecht wird.
  • Wird das Volksparkstadion umbenannt?

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Hamburg trägt Trauer. Einen Tag nach dem Tod von Uwe Seeler dreht sich bereits vieles um die Frage: Wie wird man der HSV-Legende mit der weltweiten Strahlkraft gerecht? Im Gespräch ist die Umbenennung des Volksparkstadions in Uwe-Seeler-Stadion. Zudem soll es eine zentrale Trauerfeier für den Hamburger Ehrenbürger geben. Vor dem Rathaus der Hansestadt wurden die Flaggen am Freitag auf halbmast gehisst. Am Stadion gedachte eine HSV-Abordnung des größten Helden der langen Vereinsgeschichte.

Vizepräsident Bernd Wehmeyer, Nachwuchs-Chef Horst Hrubesch, Trainer Tim Walter und Mannschaftskapitän Sebastian Schonlau legten am überdimensionalen rechten Bronze-Fuß des einstigen Torjägers einen Kranz und einen blau-weißen Vereinsschal nieder. "Uwe Seeler ist nicht nur ein Stück HSV, sondern auch ein Stück Hamburger Geschichte", sagte der langjährige HSV-Kapitän Hrubesch.

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Abschied von "Uns Uwe": Die Karriere der HSV-Legende Uwe Seeler in Bildern

Uwe Seeler ist am 21.7.2022 im Alter von 85 Jahren gestorben. Der 1,68 Meter große Stürmer wurde beim HSV mit fast 500 Toren zur Legende und führte die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän ins WM-Finale 1966 im Wembleystadion. 1970 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Ein Abschied von einem ganz Großen in Bildern.

Wird das Volksparkstadion umbenannt?

Der Name Volksparkstadion trägt zwar jede Menge Tradition in sich und hebt sich damit von teilweise sperrigen Produkt- oder Firmennamen-Stadien ab, die sonst das Bild im deutschen Spitzenfußball prägen. Aber ein Uwe-Seeler-Stadion hätte zweifellos Charme und würde passen wie die berüchtigte Faust aufs Auge.

"Ich gehe davon aus, dass das Stadion jetzt umbenannt wird. Alles andere wäre völlig daneben", sagte Felix Magath als weiteres Hamburger Fußball-Idol der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. "Uwe Seeler gehört zu dieser Stadt, zu diesem Verein, zum deutschen Fußball. Das ist für mich zwangsläufig, dass das Volksparkstadion jetzt nach ihm benannt wird."

Das sieht auch Klaus-Michael Kühne so - und auf ihn kommt es dabei letztlich entscheidend an. Der HSV-Investor, der 15,21 Prozent der Anteile an der Fußball-AG hält sowie die Namensrechte am Volksparkstadion erneut in dieser Saison für geschätzte drei Millionen Euro erworben hat, ist aufgeschlossen für eine Umbenennung. "Wenn man das Volksparkstadion in Uwe-Seeler-Stadion umbenennen will, bin ich sofort dabei, auch wenn der bisherige Traditionsname dann nicht mehr fortbestehen würde. Als Hamburger Idol und Denkmal hat Uwe Seeler die Benennung des HSV-Stadions nach seinem Namen vollkommen verdient", sagte Kühne dem "Hamburger Abendblatt" (Freitag).

Kühne verbeugt sich vor Seeler

Der 85 Jahre alte Logistik-Unternehmer hat zumeist etwas am HSV und dessen sportlicher Entwicklung auszusetzen. Vor dem Vereinsidol verbeugt er sich jedoch. "Uwe Seeler war ein ebenso herausragender Fußballspieler wie großartiger Mensch. Ich habe ihm in jüngeren Jahren oft zuschauen können und war bei dem denkwürdigen Fallrückziehertor gegen Westfalia Herne im Meisterschaftsjahr 1960 im Volksparkstadion dabei. Unglaublich und unvergesslich", sagte Kühne.

Der Verkauf der Stadionrechte ist auch immer einen finanzielle Frage. Wie lange wird Kühne dafür Geld geben? Welches Unternehmen, das für sich und seine Produkte auf einem Stadiondach Werbung treiben möchte, würde für einen Millionenbetrag den Namen Uwe-Seeler-Stadion akzeptieren? Würde der seit langem defizitäre HSV im Zweifel ganz auf Einnahmen aus dem Verkauf der Namensrechte im Interesse einer Würdigung seines Idols verzichten? Fragen, die im Moment der Trauer um die Fußballlegende nicht beantwortet werden können.

Gibt es eine öffentliche Trauerfeier?

Seeler war seit 2003 Ehrenbürger Hamburgs. Deshalb ist eine öffentliche Trauerfeier denkbar. Das muss die Hansestadt aber erst klären. Derzeit liefen Gespräche mit der Familie, hieß es dazu aus dem Rathaus. Denn normalerweise passen prunkvolle Zeremonien nicht zum bodenständigen Seeler. Sein Leitspruch "Es ist das Schönste, normal zu sein. Ich bin stinknormal."

Allerdings wusste der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft auch immer um seine Rolle als Volksheld, als ein Mensch, der in Millionen Herzen einen Platz hatte. Er wollte seinen Fans immer gerecht werden. Egal, ob sie mit ihm bei einem zufälligen Treffen plaudern wollten, um Autogramme baten oder ihm schrieben. Seeler wollte nicht nur einer von ihnen sein, er war es. (dpa/ska)

"Emotional bewegt": DFB-Cheftrainerin Voss-Tecklenburg würdigt Uwe Seeler

Auch die DFB-Frauen waren von Uwe Seelers Tod sehr bewegt. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg würdigte die HSV-Legende nach dem 2:0-Sieg im Viertelfinale gegen Österreich.