Rekordsieger am Nürburgring: Das waren Michael Schumachers Erfolge in der Eifel

1995 triumphiert erstmals ein deutscher Formel-1-Fahrer auf dem heimischen Nürburgring. Der Sieger ist der damals amtierende Weltmeister: Michael Schumacher. Er lässt seinem ersten Sieg auf einer der berühmtesten Rennstrecken weltweit bis 2006 noch vier weitere folgen.

Beim Großen Preis von Europa am 1. Oktober 1995 liefert sich Michael Schumacher im Benetton Positionskämpfe gegen den späteren Zweiten Jean Alesi im Ferrari und legt mit seinem siebten Saisonsieg den Grundstock für die erfolgreiche Verteidigung seines WM-Titels.
Am Ende freut sich Schumi über den ersten Triumph eines deutschen Formel-1-Piloten auf dem Nürburgring, und das im Jubiläumsrennen, dem 25. in der Eifel. Allerdings fahren er und seine Kollegen nach der Verkürzung der Originalstrecke nur noch 5 Kilometer pro Runde, nicht mehr die legendären 23.
Am 21. Mai 2000 untermauert Schumacher in der Nässe der Eifel seinen Ruf als "Regengott" und lässt die beiden McLaren von Weltmeister Mika Häkkinen und David Coulthard hinter sich. Für Schumi, der seit 1996 für Ferrari fährt, ist es im Kampf um seinen dritten WM-Titel bereits der vierte Sieg im sechsten Saisonrennen.
Von den kommenden sieben Rennen gewinnt Schumacher allerdings nur noch eins und fällt vier Mal aus. Dank einer Siegesserie zum Ende der Saison löst er Häkkinen mit 108 zu 89 Punkten als Weltmeister ab. Diesen Titel hat Ferrari seit Jody Scheckter 1979 nicht mehr gewonnen.
Am 24. Juni 2001 geht Michael Schumacher auf dem Nürburgring zum dritten Mal in seiner Karriere als Sieger über die Ziellinie. Das Nachsehen hat Juan Pablo Montoya, bei Williams-BMW Stallkollege von Michaels Bruder Ralf. Den drängt Michael gleich nach dem Start fast in die Boxenmauer, als der Jüngere seine Chance wittert, am Älteren vorbeizuziehen.
Ralf wird hinter Montoya und David Coulthard Vierter und ist wegen des Manövers seines Bruders stinksauer. Er gratuliert Michael (hier mit Bundesinnenminister Otto Schily) nicht zu dessen fünftem Saisonsieg, dem 49. seiner Karriere. "Ich wusste, dass ich in der ersten Kurve vorne liegen muss", erklärt Schumi kühl, "deshalb habe ich die Regel maximal ausgenutzt."
Anno 2004 ist die WM-Sammlung Schumachers bereits auf sechs Einzeltitel angewachsen, seit 2000 heißt der Weltmeister immer Schumacher, immer im Ferrari. Am 30. Mai 2004 hängt er auf dem Nürburgring seinen Teamgefährten Rubens Barrichello um fast 18 Sekunden ab und gewinnt im siebten Rennen der Saison zum sechsten Mal.
Seine Dominanz ist erdrückend: Auf Pole Position folgen die schnellste Rennrunde und der überlegene Sieg. Nach seinem Ausfall in Monaco siegt Schumi nicht nur auf dem Nürburgring, sondern danach weitere sechs Mal in Serie. Im 14. von 18 Saisonrennen genügt ihm in Spa ein zweiter Platz zum vorzeitigen Gewinn der WM, seiner siebten. Es wird seine letzte sein.
Auf dem Nürburgring aber begeistert Schumi am 7. Mai 2006 die Fans noch einmal mit seinem fünften Streich. Mit Fernando Alonso, der Schumacher 2005 als Weltmeister entthront hat und an diesem Tag Zweiter wird, liefert sich der mittlerweile 37-Jährige bis zum Finale in Sao Paolo einen Zweikampf in der WM-Wertung. Der Spanier behält am Ende mit 134 zu 121 Punkten die Oberhand.
Schumachers Erfolg im fünften Rennen seiner letzten Ferrari-Saison macht ihn aber zum Rekordsieger auf dem Nürburgring. Am 10. September 2006, nach dem 15. von 18 Rennen, verkündet Schumi nach dem Sieg in Monza seinen Rücktritt. 2010 kehrt er für Mercedes zwar nochmals als Formel-1-Fahrer zurück (bis 2012). Es bleibt jedoch bei fünf Siegen auf dem Nürburgring und 91 insgesamt.