• Nach seinem Feuerunfall fällt Romain Grosjean dem Team Haas für mindestens ein Rennen aus.
  • Ersatzfahrer Pietro Fittipaldi bekommt seine Chance.
  • Der 24-Jährige entstammt einer legendären Formel-1-Familie. Sein Opa wurde zwei Mal Weltmeister.

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Im Rahmen des vorletzten WM-Rennens der Formel 1 in der laufenden Saison wird der Name Fittipaldi im Teilnehmerfeld autauchen. Das Team Haas hat sich nach Romain Grosjeans spektakulärem Feuerunfall dazu entschieden, für die zweite Auflage des Rennens in Bahrain auf seinen zweiten Ersatzfahrer zurückzugreifen. Er ist 24 Jahre alt, US-Amerikaner brasilianischer Abstammung, bisher noch ohne Einsatz in der Formel 1 und heißt Pietro Fittipaldi.
Dieser Name hat in der Formel 1 einen exzellenten Klang und weckt bei den älteren Fans Erinnerungen. Vor Pietro fuhren bereits drei Fittipaldis in der Königsklasse des Motorsports: Emerson, dessen Bruder Wilson und Wilsons Sohn Christian.

Pietros Großvater Emerson war einst der jüngste Weltmeister der Formel 1

Pietros Großvater Emerson ragt mit seinen 1972 und 1974 errungenen WM-Titeln aus der Dynastie deutlich heraus. 1972 stellte Emerson zudem einen Altersrekord auf, den erst 2005 der Spanier Fernando Alonso unterbot: Fittipaldi war mit 25 Jahren jüngster Weltmeister der Formel 1 geworden.

Emersons drei Jahre älterer Bruder Wilson feierte in jenem Jahr 1972 sein Formel-1-Debüt und fuhr in seiner letzten Saison, 1975, im Team Copersucar/Fittipaldi, das er und Emerson gegründet hatten. Emerson selbst absolvierte seine abschließenden fünf Formel-1-Saisons von 1976 bis 1980 in seinem eigenen Team, errang in dieser Zeit aber nur noch einen Podestplatz.

Christian Fittipaldi, ein Jahr alt, als sein Vater Wilson in die Formel 1 einstieg und sein Onkel Emerson sie erstmals gewann, startete zwischen 1992 und 1994 vier Mal in der berühmtesten Rennserie der Welt. In dieser Zeit fuhr er für die unterlegenen Teams Minardi und Arrows insgesamt zwölf WM-Punkte ein.

Seitdem Christian Fittipaldi beim Großen Preis von Australien in Adelaide am 13. November 1994 auf Rang acht landete, ist kein Fittipaldi mehr in der Formel 1 gestartet. Fast auf den Tag genau 26 Jahre danach knüpft Pietro im Team Haas an diese Familien-Tradition an. Er ersetzt den verletzten Stammfahrer Grosjean.

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"Nachdem wir beschlossen hatten, dass es das Beste für Romain wäre, mindestens ein Rennen auszulassen, fiel die Wahl recht schnell auf Pietro. Er ist schon seit zwei Jahren als Test- und Ersatzfahrer für unser Team tätig", erklärte Haas' Teamchef Günther Steiner nach Information des Portals Motorsport-Total.com die Entscheidung für Pietro Fittipaldi. Obwohl er gebürtiger US-Amerikaner ist, fährt der ehemalige DTM-Pilot unter brasilianischer Flagge.

Haas ist von Pietro Fittipaldis Qualität überzeugt

"Für Pietro ist es natürlich eine gute Chance", fügte Steiner an. "Er war geduldig und war stets bereit für eine Gelegenheit, und die ist jetzt da. Deshalb wollen wir ihn im Auto haben. Wir sind überzeugt, er wird gute Arbeit leisten."

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Pietro Fittipaldi bringt als Empfehlung den Sieg in der britischen Formel Renault 2014 ebenso mit wie den Triumph in der Formel V8 3.5 drei Jahre später. 2019 belegte Fittipladi als Fahrer des Audi-Kundenteams WRT in der Deutschen Tourenwagen-Masters Platz 15 in der Gesamtwertung. Seit 2018 ist er als Testfahrer für Haas im Einsatz.

Fittipaldi kennt aktuellen Haas-Boliden nur aus dem Simulator

Sein Handicap: Das aktuelle Haas-Fahrzeug VF-20 kennt Fittipaldi nur aus dem Simulator. Vertraut aber ist Fittipaldi mit den teaminternen Abläufen an einem Rennwochenende. "Es wird sicher aufregend. Ich werde alles geben. Und ich freue mich auf das Training am Freitag", zeigte sich der Neuling "extrem dankbar" für das seitens der Teamspitze in ihn gesetzte Vertrauen.

In der WM-Saison 2021 baut das Team Haas dann auf die Kombination Mick Schumacher und Dimitri Masepin. Die beiden Talente kommen aus der Formel 2, sind jeweils drei Jahre jünger als Fittipaldi und nehmen die Plätze Grosjeans und Kevin Magnussens ein. Michael Schumachers Sohn Mick ist nach dem Rekordweltmeister und dessen Bruder Ralf auch schon der dritte Vertreter seiner Familie in der Formel 1.