• Haas ist die große Überraschung des Formel-1-Saisonauftakts in Bahrain.
  • Kevin Magnussen wurde sensationell Fünfter, Mick Schumacher aber "nur" Elfter.
  • Der Druck auf den 22-Jährigen wird in einem konkurrenzfähigen Auto nun automatisch steigen.

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Eine simple Rechnung unterstreicht das sensationelle Comeback. Denn Haas hat beim Formel-1-Saisonauftakt in Bahrain in zwei Stunden mehr als dreimal so viele Punkte geholt (10) als in den letzten beiden Jahren zusammen (3). Kevin Magnussen bescherte dem gebeutelten Rennstall einen sensationellen fünften Platz – und erhöhte damit den Druck auf Mick Schumacher. Der 23-Jährige ging als Elfter nur knapp leer aus. Doch mit einem konkurrenzfähigen Auto weht automatisch ein anderer Wind.

Immerhin fuhr Schumacher das beste Ergebnis seiner noch jungen Formel-1-Karriere ein. Er stand dabei aber das ganze Wochenende über klar im Schatten des Dänen Magnussen, der nach einem Jahr Pause als Ersatz für Nikita Mazepin geholt wurde. Während Magnussen seine Erfahrung von nunmehr 120 Rennen gekonnt ausspielte, fühlte sich Schumacher nicht richtig wohl im Auto, was man seinen Ergebnissen in Training und Qualifying anmerkte.

Punkte für Haas "unglaublich"

Für Schumacher war der Auftakt in Bahrain nach seinem harten Lehrjahr 2021 trotzdem "unglaublich. Als ich gefahren bin, habe ich das ganze Team durchs Teamradio gehört. Das gibt mir das Vertrauen, dass wir konstant in den Punkten sein können, und das hoffentlich mit beiden Autos."

Man muss dazu sagen, dass er in der Anfangsphase auf Platz zehn liegend von Alpine-Plot Esteban Ocon gedreht wurde. Danach habe sich das Auto nicht mehr wirklich gut angefühlt, berichtete Schumacher. "Ich denke, das spiegelte sich auch in unserer Pace wider", sagte er. Als dann am Ende das Safety Car ausrückte, fuhr er gerade an der Boxeneinfahrt vorbei, musste im Gegensatz zur Konkurrenz auf alten Reifen bleiben und war im Kampf um die Punkte chancenlos. Kevin konnte Wahnsinnszeiten fahren, während ich das nicht konnte. Ich muss deshalb verstehen, ob es an mir oder dem Auto lag", sagte Schumacher.

Es sollte aber "nicht zu schwierig sein", die Probleme zu lösen. "Es gibt noch viel ungenutztes Potenzial im Auto", kündigte Schumacher an. Dass Haas das vergangene Jahr mehr oder weniger abgeschenkt hat, um sich auf das neue Reglement und das neue Auto zu konzentrieren, scheint sich auszuzahlen.

Haas-Teamchef Günther Steiner brachte die interessante Situation Schumachers auf den Punkt. "Er ist in einer guten Position, denn er kann jetzt analysieren und schauen was er besser machen kann", sagte der Österreicher. Schumacher müsse sich an die neue Situation "gewöhnen", sagte Steiner, "aber er wird sich daran gewöhnen. Er wird das aufholen."

Teamkollege als Referenz

Dabei kann er sich an Magnussen orientieren. "Es hilft sehr, eine Referenz zu haben", so Steiner. Und es sei auch gut, wenn der Teamkollege mal schneller sei, sagte Steiner. "Man schaut sich die Daten an, und vielleicht findet man dort ein oder zwei Zehntelsekunden. Es wird sehr helfen." Steiner stellte aber auch klar, dass "die Luft hier oben dünner wird. So ist das Leben".

Auch Micks Onkel Ralf Schumacher weiß, dass sich der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher "ein bisschen strecken" müsse, aber das gehöre dazu, so Ralf Schumacher bei Sky: "Das ist genau das, was ein junger Fahrer braucht und woran er sich orientieren kann. Am Ende war es ein schlechtes Wochenende für ihn, aber er wird viel daraus lernen."

Ganz andere Bewertung

Keine Frage: Mick Schumacher hat mit einem Haas, der nicht mehr bloß dabei, sondern inzwischen mittendrin ist, ganz andere Möglichkeiten, wird deshalb aber auch anders bewertet, weil die Erwartungen automatisch steigen. Im Vorfeld war bereits klar, dass die Schonfrist nach seinem Rookie-Jahr vorbei ist und die Samthandschuhe ausgezogen werden. Heißt: In einem Auto, das für Punkte gut ist, werden nun auch Punkte erwartet. Nicht nur von der Öffentlichkeit, sondern auch vom Team. Aber natürlich auch von Schumacher selbst. Schließlich will er Weltmeister werden.

Deshalb rückt auch seine mittelfristige Zukunft in den Fokus: Ferrari ist als Nachwuchsmann der Roten das nächste Ziel. Dort ist nach dem Doppelsieg in Bahrain die sowieso langfristig gebundene Speerspitze Charles Leclerc die neue Titelhoffnung. Teamkollege Carlos Sainz wiederum soll einen neuen Zweijahres-Vertrag erhalten. Bis einschließlich 2024 wäre die Tür in Maranello also (theoretisch) zu.

Schumacher muss deshalb zeigen, dass er schnell lernen, Fehler abstellen, sich weiterentwickeln und vor allem liefern kann. Denn für ihn zählen im Moment nur Punkte. Auch das ist eine simple Rechnung.

Verwendete Quellen:

  • Pressekonferenzen
  • TV-Übertragung Sky
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