• Valtteri Bottas wird für sein Verhalten in Mexiko kritisiert.
  • Timo Glock fragt offen: Kann sich Hamilton in den nächsten Rennen noch auf seinen Teamkollegen verlassen?
  • Im Titelkampf der Formel 1 sind die Teamkollegen der Titelanwärter ein wichtiger Faktor.

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Lewis Hamilton ruderte zurück. Der siebenmalige Weltmeister merkte selbst, dass er zusätzlich Öl ins Feuer gegossen hatte. Deshalb nahm er seinen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas in Schutz.

Der Finne bekam in Mexiko nach dem 18. Saisonrennen eine Menge Kritik ab. "Wir haben alle unsere schlechten Tage. Ich sagte, dass Valtteri die Tür offengelassen hat, und klar werden das die Leute kritisieren", schrieb Hamilton in seiner Instagram-Story.

"Aber wir sind eine Mannschaft und gewinnen und verlieren als Team. Es gibt keine Person, die alleine für einen Sieg oder eine Niederlage verantwortlich ist. Auf zum nächsten Kampf, Valtteri! Lass uns weiter angreifen, Bruder!"

Bottas lässt Verstappen passieren

Was war passiert? Bottas hatte von der Pole Position aus nach dem Start des Mexiko-Rennens auf der langen Geraden auf der linken Seite sehr viel Platz für Hamiltons Titelrivalen Max Verstappen (Red Bull Racing) gelassen, anstatt es dem Niederländer etwas schwerer zu machen. So konnte Verstappen auf der Ideallinie ungehindert sein spätes Bremsmanöver in Kurve eins angehen, das ihm die Führung brachte.

Von da an fuhr er ungefährdet zum Sieg. Dabei hatte Mercedes mit Bottas und Hamilton auf den Startplätzen eins und zwei die ideale Ausgangsposition. Doch als sich Bottas kurz danach auch noch drehte, war Hamilton auf sich alleine gestellt.

Schnell wurde spekuliert, dass Bottas seinem Teamkollegen nicht mehr zu 100 Prozent zur Seite steht. Hintergrund: Der Finne wird 2022 nach Jahren als treuer Hamilton-Helfer durch Shootingstar George Russell ersetzt und wechselt zu Alfa Romeo in die dritte Formel-1-Reihe. Seitdem gab es immer wieder Anzeichen leichten Ungehorsams.

Bislang waren das nur Kleinigkeiten, doch Kurve eins in Mexiko eröffnete Verstappen einen Big Point, der 24-Jährige führt nach seinem Sieg vier Rennen vor dem Ende mit 19 Punkten. Deshalb wurde Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen gefragt, ob Bottas möglicherweise nicht mehr zu 100 Prozent bei der Mercedes sei.

Keine Busspur freihalten

"Das glaube ich nicht, sonst fährt er nicht so eine Qualifying-Runde wie am Samstag", sagte Wolff bei "Sky": "Der Speed ist absolut da. Aber es ist unglücklich gelaufen. Er hätte sich nach links bewegen müssen", so der Österreicher. Er fand, dass der Finne nicht unbedingt "eine Busspur" freilassen musste.

Auch Hamilton zeigte sich ob des großzügigen Verhaltens seines Teamkollegen offen überrascht. "Ich habe versucht, jeden Red Bull in meinem Rückspiegel hinter mir zu halten. Ich dachte, Valtteri würde das ebenfalls machen, aber er ließ für Max die Tür offenstehen", hatte Hamilton erklärt und damit die Kritik noch angeheizt.

"Sky"-Experte Timo Glock legt vor dem kommenden Rennen am Sonntag in Brasilien den Finger in die Wunde und schreibt in seiner Kolumne offen: "Die Problematik bei Mercedes ist meines Gefühls nach, dass Valtteri Bottas nicht mehr die Motivation hat, Lewis weiterhin die uneingeschränkte Unterstützung zu geben. Ich tue mich schwer zu glauben, dass Mercedes sich noch auf Valtteri verlassen kann."

Dabei ist der zweite Fahrer im Titelkampf ein nicht zu unterschätzender Faktor. Vor allem strategisch, indem der Gegner auf der Strecke bekämpft, von zwei Seiten unter Druck gesetzt, beschäftigt und zu Aktionen oder Reaktionen gezwungen wird. Oder indem er dem Rivalen wichtige Punkte wegnimmt.

Bei Sergio Perez ist die Sache klar: Red Bull und Verstappen können komplett auf den Mexikaner setzen. Hamilton hofft das bei Bottas auch – dafür ruderte er jetzt öffentlich zurück.

Verwendete Quellen:

  • TV-Übertragung Sky
  • sport.sky.de: Glock: Nicht sicher, ob sich Mercedes noch auf Bottas verlassen kann
Michael Schumacher
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Michael Schumacher ist eine Legende der Formel 1. Vor mehr als 30 Jahren drehte er erstmals seine Runden in der Königsklasse - und das so erfolgreich wie kaum ein anderer. 2013 änderte ein tragischer Skiunfall sein Leben plötzlich. Seitdem blieb es still um den Profisportler. Ein Rückblick auf die Karriere von "Schumi".