Der zweite Tag der Formel-1-Testfahrten in Barcelona wurde der Bezeichnung "Wintertest" vollauf gerecht. Bedingungen mit Minusgraden am frühen Morgen und leichtem Schneefall am späten Nachmittag erschwerten die Arbeit der Teams. Trotzdem fiel die am Montag aufgestellte Marke von Daniel Ricciardo (Red Bull/1:20.179 Minuten). Schnellster war am Dienstag Sebastian Vettel (Ferrari) mit einer Bestzeit von 1:19.673 Minuten.

Vettel erzielte diese mit dem neuen SF71H am frühen Nachmittag, als die Asphalttemperatur unter der spanischen Wintersonne phasenweise auf bis zu 18 Grad Celsius kletterte. Wer in jenem Zeitraum unterwegs war, hatte natürlich die beste Chance auf schnelle Runden, weshalb das Ergebnis mit großer Vorsicht zu genießen ist.

Mit 98 Runden war Vettel jedoch nicht nur der schnellste, sondern auch der fleißigste Fahrer, was im Hinblick auf die Zuverlässigkeit seines Ferrari ein ermutigendes Signal ist.

Auch wenn der Deutsche um 14:14 Uhr eine von zwei roten Flaggen auslöste: Unmittelbar nachdem er sich erstmals auf P1 gesetzt hatte, rutschte er ins Kiesbett. Zwar konnte er aus eigener Kraft an die Box zurückfahren, aber Streckenposten mussten erst mal die Kieselsteine von der Ideallinie wegputzen.

0,303 Sekunden hinter Vettel belegte Valtteri Bottas den zweiten Platz. Der Mercedes-Fahrer war der einzige Gegner, der annähernd so viele Runden absolvierte wie Vettel, nämlich 94.

Bottas hätte eigentlich nur am Vormittag fahren sollen. Weil jedoch die Mittagspause entfiel, um die warme Phase zu Mittag zum Testen nutzen zu können, sparte sich Mercedes die Zeit für den Umbau auf Lewis Hamilton. Hamilton bekommt dafür einen anderen Halbtag zugesprochen, an dem eigentlich Bottas hätte testen sollen.

Weniger gut als für Ferrari und Mercedes lief es diesmal für Red Bull. Max Verstappen konnte am Vormittag nur eine Installation-Lap drehen, weil er von einem Benzinleck außer Gefecht gesetzt wurde. Am Ende brachte er es doch noch auf 67 Runden und den vierten Platz (+0,653).

Hinter Stoffel Vandoorne (+0,652), der einen insgesamt positiven Testtag aus McLaren-Sicht absolvierte. Wenn auch nicht ganz ohne technische Probleme: Laut Informationen von 'auto motor und sport' sorgte ein verrutschter Auspuff dafür, dass Teile der Karosserie überhitzten. Typische Kinderkrankheiten für die neue Motorenpartnerschaft mit Renault, die ansonsten positiv anläuft.

Was war sonst noch los? Sauber-Rookie Charles Leclerc (10./+3,048) löste um 13:35 Uhr die erste rote Flagge aus, als er ins Kiesbett rodelte. Ernsthaft beschädigt wurde der C37 dabei nicht. Und Kevin Magnussen (11./+3,054) hatte Glück, als er bei einem Ausflug durchs Kiesbett beinahe eingeschlagen wäre, sich aber selbst auf die Strecke retten konnte - ohne Schaden.

Für das Williams-Team testeten morgens Sergei Sirotkin und Edelreservist Robert Kubica. Letzterer wurde Siebter und war um drei Zehntelsekunden schneller als der russische Stammfahrer. Zur besseren Einsortierung sei festgehalten, dass Kubica die besseren Bedingungen vorfand als Sirotkin, als er gegen 15:00 Uhr erstmals auf den Circuit de Barcelona-Catalunya fuhr.© Motorsport-Total.com GmbH