Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart

Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Die Bundesregierung hat die Aufhebung der Reisewarnung für viele europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Doch wie regeln die Urlaubsländer das Einreisen?

Österreich hat inzwischen die Reisefreiheit zu Deutschland und zu allen anderen Nachbarländern bis auf Italien wieder hergestellt. Die Infektionszahlen sind niedrig. In sechs von neun Bundesländern wurden zuletzt keine neuen Corona-Fälle gemeldet.
In Italien läuft der Tourismus langsam wieder an. Seit 3. Juni herrscht Reisefreiheit, am 15. Juni sollen auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder öffnen dürfen. Es gelten weiter Gesundheitsregeln, die meist strenger sind als in Deutschland. An Flughäfen, Bahnhöfen sowie in Museen und an anderen öffentlichen Orten müssen Reisende mit Fieber-Scannern rechnen.
In der Schweiz proben Hotels, Restaurants, Museen, Seilbahnen und andere touristische Einrichtungen mit einheimischen Gästen schon seit einigen Wochen den Betrieb mit Hygiene- und Abstandsvorschriften. Ab dem 15. Juni dürfen Touristen wieder einreisen.
In weiten Teilen Frankreichs haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber wieder geöffnet. In Paris dauert das noch bis Ende Juni. Grenzkontrollen werden ab dem 15. Juni nicht mehr durchgeführt. Das heißt, dass deutsche Urlauber auch erst ab diesem Datum nach Frankreich reisen können.
Bei Spanien-Freunden herrschte lange Ungewissheit. Seit Kurzem kann man zumindest den Sommerurlaub an der Costa del Sol oder an der Costa Blanca planen. Am 1. Juli will Spanien seine Grenzen für ausländische Besucher wieder öffnen. Nach Mallorca dürfen bereits ab dem 15. Juni Urlauber aus Deutschland in einem zahlenmäßig begrenzten Pilotprojekt einreisen.
Wer bereits in der zweiten Juni-Hälfte unbedingt auf die iberische Halbinsel möchte, der kann nach Portugal reisen. Das Land will am 15. Juni seine Grenzen für den ausländischen Tourismus öffnen. Dank einer frühen Reaktion und strikter Maßnahmen war das Land am Atlantik viel weniger von Covid-19 betroffen als etwa Spanien.
Griechenland will ab dem 15. Juni Reisende aus 29 Staaten, darunter Deutschland, zulassen. Zunächst soll es Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Ab dem 1. Juli sollen auch alle Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden. An den Flughäfen können stichprobenartig Corona-Kontrollen auf die Reisenden zukommen.
Der Urlaub in den Niederlanden wird wieder möglich - aber nicht ohne Einschränkungen. Urlaubsunterkünfte sollten unbedingt vorab reserviert werden, heißt es in den amtlichen Mitteilungen für ausländische Touristen. Die bestehende Reisewarnung wird am 15. Juni aufgehoben.
Auch Belgien kehrt Mitte des Monats ein Stück weit zur Reise-Normalität zurück. Vom 15. Juni an öffnet das Land seine Grenzen für Reisende aus 31 europäischen Ländern. Schon seit Längerem dürfen Belgierinnen und Belgier zumindest wieder Besuch von Verwandten aus dem Ausland empfangen.
Wer nach Großbritannien einreist, muss nach seiner Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne. Verstöße werden mit einem hohen Bußgeld bestraft. Die Reisebranche ist verärgert. Die britische Regierung prüft aber eine Lockerung im Juli. Die 14-tägige Selbstisolation könnte demnach künftig nicht für Verbindungen mit Ländern gelten, die die Coronakrise gut im Griff haben.
Als eines der ersten Länder Europas hatte Dänemark am 14. März seine Grenzen dichtgemacht. Touristen kommen seitdem nicht mehr ins Land. Am 15. Juni öffnen die Grenzen zumindest wieder für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen. Bedingung ist, dass sie mindestens sechs Übernachtungen außerhalb Kopenhagens gebucht haben.
Die Grenzen Schwedens, das mit deutlich lockereren Maßnahmen auf die Coronakrise reagiert hat als der Rest Europas, sind für Deutsche nicht geschlossen. Zwar fliegen weiter nur wenige Maschinen aus Deutschland nach Stockholm oder Göteborg. Dafür werden die Fährverbindungen etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde weiter befahren.
Mit einem Sommerurlaub in den norwegischen Fjorden dürfte es nach jetzigem Stand schwierig werden. Die Regierung hat mitgeteilt, dass Norwegen-Urlauber damit rechnen müssten, dass das bestehende Einreiseverbot bis zum 20. August Bestand haben wird, stellt aber immerhin bis zum 20. Juli eine Entscheidung über Lockerungen in Aussicht.
Island gibt Urlaubern ab dem 15. Juni die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die isländische Regierung internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein.
Die Türkei hofft ab Mitte Juni wieder auf Touristen und darauf, dass auch die Reisewarnung für Drittländer bald aufgehoben wird. Präsident Recep Tayyip Erdogan will in den kommenden Tagen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber sprechen.
Kroatien erlaubt Bundesbürgern wieder die Einreise ohne Nachweis von Gründen. Reisende müssen künftig an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt.