Umfrage unter ausländischen Touristen ermittelt die beliebtesten Reiseziele in Deutschland

Die Deutsche Zentrale für Tourismus hat die beliebtesten deutschen Reiseziele von ausländischen Touristen ermittelt. Dabei haben auch einige unerwartete Orte die vorderen Ränge ergattert.

Über 13.000 Menschen aus 50 Ländern haben an der Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus teilgenommen. Dabei konnten die Besucher der Webseite in ein Freitextfeld ihre Lieblingsorte in Deutschland eintragen. Die Befragung fand vom 14. November 2019 bis 31. Juli 2020 statt.
Der erste Platz mag den ein oder anderen erstaunen: Nicht etwa Schloss Neuschwanstein oder Berlin sind das beliebteste Reiseziel, sondern das Miniaturwunderland in Hamburg. Auf 1.499 Quadratmetern Modellfläche sind die verschiedensten Szenarien aufgebaut - inklusive etwa 269.000 Figuren und 4.340 Miniatur-Gebäuden. Ein Besuch in Hamburg lohnt sich allemal, denn noch weitere Sehenswürdigkeiten der Hansestadt wurden ins Ranking gewählt.
Was man im Miniaturwunderland noch in winzig bestaunen kann, hat sich in Lebensgröße den zweiten Platz im Ranking gesichert: Ein Vergnügungspark. Genauer gesagt der Europapark in Rust. Mit 5,8 Millionen Besuchern im Jahr 2019 ist er der größte Freizeitpark Deutschlands.
Ein echter Touristen-Klassiker schafft es auf Platz drei: Schloss Neuschwanstein im bayerischen Allgäu. Laut "Bayerischer Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen" besuchen jährlich etwa 1,4 Millionen Menschen das Schloss.
Das "historische Dresden" war der viert beliebteste Ort für ausländische Touristen. Bei Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile der Stadt zerstört. Inzwischen ist die historische Altstadt aber wieder weitläufig aufgebaut. Im Jahr 2005 wurde auch der Wiederaufbau der Frauenkirche abgeschlossen.
Rothenburg ob der Tauber hat so vielen Touristen gefallen, dass sich die Kleinstadt im Kreis Ansbach in Bayern nicht nur einmal für das Ranking qualifiziert hat, sondern gleich mehrfach mit verschiedenen Attraktionen. Die Stadt an sich ist vor allem für ihre Altstadt bekannt.
Durch Rothenburg ob der Tauber führt auch die erste Ferienstraße Deutschlands, die "Romantische Straße". Sie folgt im Ranking gleich auf die Kleinstadt und belegt damit Platz sechs. Die Straße beginnt in Würzburg und endet etwa 413 Kilometer später in Füssen.
Der Roadtrip durch Bayern kann noch erweitert werden, um die Nummer Sieben des Rankings zu bestaunen: Berchtesgaden und den Königsee. Wer den Weg an die südöstliche Grenze zu Österreich auf sich nimmt, der wird belohnt: Zwischen Watzmann und Hagengebirge liegt der Königsee mit der Kapelle St. Bartholomä.
Der Kölner Dom, dessen Bau im Jahr 1248 begann, ist seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe. Wer von einer Reise aufgrund der Corona-Pandemie absieht, der kann auf der Webseite des Doms einen virtuellen Rundgang machen.
Das nächste Ziel liegt wieder im Süden Deutschlands: Der Nationalpark Schwarzwald hat viele Besucher überzeugt. Wer gerne Zeit in der Natur verbringt, ist hier an der richtigen Adresse. Es gibt Wasserfälle, Berge, Seen und Erlebnispfade.
Die Insel Rügen belegt den zehnten Platz. Besonders hervorgehoben werden dabei die Kreidefelsen und die Siedlung Prora. Der 1936 begonnene Bau sollte ein Hotel werden, in dem 20.000 Menschen gleichzeitig häten urlauben können. Fertiggestellt wurde der 4,5 Kilometer lange Komplex an der Küste aber nicht. Heute sind einige Teile modernisiert.
Vom hohen Norden geht es wieder ganz in den Süden: Die Bodenseeregion lockt unter anderem mit der Insel Mainau und der Klosterinsel Reichenau, die seit 2000 UNESCO-Welterbe ist. Aber auch Städte, wie Konstanz (Bild) oder Meersburg, laden zu einem Besuch ein.
Diese "Sehenswürdigkeit" mag für den ein oder anderen überraschend den 12. Platz erreicht haben: Karls Erlebnisdorf in Rövershagen, bei Rostock. "Einzigartig, erlebnisreich und lehrreich", schlussfolgert die Deutsche Zentrale für Tourismus. Im Norden Deutschlands gibt es mehrere der ungewöhnlichen Freizeitparks. Hier liegt der Fokus auf Landwirtschaft.
"Zwischen Weinbergen und Ritterburgen" - so preist die Deutsche Zentrale für Tourismus das Moseltal an, das den 13. Platz belegt hat.
Die Nationalparkregion Sächsische Schweiz wartet mit mehreren Sehenswürdigkeiten auf: Ein Stop bei der Bastei (Bild) und der Festung Königstein dürfen bei einem Besuch kaum fehlen.
Das Schloss Sanssouci in Potsdam sichert sich den 15. Platz. Seit 1990 gehört es zum UNESCO-Welterbe. In Auftrag gegeben hat es ursprünglich der preußische König Friedrich II. um 1745, später wurde das Schloss erweitert.
Auf Platz 16. findet man neben der Altstadt und der Romantischen Straße den dritten Grund, warum sich ein Besuch in Rothenburg ob der Tauber lohnt. Das Kriminalmuseum Rothenburg hat die internationalen Touristen überzeugt.
Als "Inbegriff deutscher Romantik" betitelt die Zentrale für Tourismus das Schloss Heidelberg. Die Stadt ist mit etwa 161.485 Einwohnern die fünft größte in Baden-Württemberg. Im Ranking belegt Heidelberg den Platz 17.
Wenn Sie das Miniaturwunderland in Hamburg besucht haben, sollten Sie auch noch einen Abstecher in die Speicherstadt machen. Seit 2015 ist der Lagerhauskomplex samt dem Kontorhausviertel mit Chilehaus UNESCO-Welterbe.
Bevor im Ranking eine weitere Hamburger Sehenwürdigkeit aufgeführt ist, reiht sich auf Platz 19 noch die Burg Eltz ein. Das Gebäude aus dem 12. Jahrhundert steht in Rheinland-Pfalz und überstand laut Webseite alle Kriege unbeschadet.