Syrien

Nun ist ein wichtiger Schlag gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelungen: Ihr Anführer Abu Bakr al-Bagdadi ist bei einem US-Militäreinsatz in Syrien getötet worden. Das verkündete US-Präsident Donald Trump am Sonntag persönlich im Weißen Haus. Russland zweifelt allerdings an der US-Operation.

Außenminister Heiko Maas hat sich bei seinem Besuch in Ankara von dem Syrienplan der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer distanziert. Dieses Vorgehen wurde von vielen Politikern scharf kritisiert.

Der Anführer der Terrormiliz IS wurde bereits mehrfach für tot gehalten. Nun soll Abu Bakr al-Bagdadi bei einem US-Angriff in Syrien tatsächlich ums Leben gekommen sein. US-Präsident Donald Trump hat eine Ansprache angekündigt.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich bei seinem Türkei-Besuch von dem Syrienplan der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer distanziert. Unterstützung bekommt er dabei von seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu.

Verteidigungsminister Annegret Kramp-Karrenbauer will die Bundeswehr nach Syrien schicken, um dort eine internationale Schutzzone zu errichten. Details zu dem Einsatz hat die CDU-Politikerin bislang nicht herausgegeben. Doch nach Informationen des "Spiegels" plant das deutsche Militär mit einem "kompletten Paket" und circa 2.500 Soldaten.

Außenminister Maas reist in die Türkei. Eine gemeinsame Linie der Koalition kann er dort nicht präsentieren. Nicht nur am Syrien-Plan Kramp-Karrenbauers scheiden sich die Geister. Die USA haben derweil eigene Pläne in Ostsyrien.

Nach dem Totalabzug der Truppen in Nordsyrien wollen die USA Medienberichten zufolge nun ihre militärischer Präsenz im Nordosten des Landes verstärken. Damit solle verhindert werden, dass die Ölfelder wieder in die Hände des IS oder "anderer destabilisierender Akteure" fallen.

Dass die Deutschen "Verantwortung übernehmen" sollen auf der Welt und derzeit speziell in Syrien, hört sich für viele gut an. Ganz anders und recht provokativ brachte es Maybrit Illner auf den Punkt: "Deutsche Soldaten sollen dorthin, wo gestorben wird."

Um zu verhindern, dass die Ölfelder im Osten Syriens wieder der besiegt geglaubten Terror-Organisation Islamischer Staat in die Hände fallen, schwenken die USA bezüglich ihrer Truppenbewegungen in der Region um.

In Deutschland musste Kramp-Karrenbauer für ihren Syrien-Plan viel Kritik einstecken. Auch auf dem internationalen Parkett löst sie keine Begeisterung aus. Aber zumindest stößt sie auf offene Ohren.

Die Türkei hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine dauerhafte Waffenruhe in Nordsyrien verkündet. 

Nach dem Rückzug der USA bestimmen die Türkei und Russland, wie es in Syrien weitergeht. Verlierer sind die Kurdenmiliz YPG, einmal mehr die Zivilisten - und der Westen, der kaum noch Einfluss hat.

Mehr als hundert Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind nach US-Angaben während der türkischen Großoffensive in Nordsyrien aus der Haft entkommen.

Annegret Kramp-Karrenbauers Plan für die Erschaffung einer Sicherheitszone in Nordsyrien im Grenzgebiet zur Türkei stößt auf heftige Kritik. Während Außenminister Heiko Maas die fehlende Abstimmung bemängelt, spricht die Opposition gar von einer "Totgeburt".

Knapp zwei Wochen nach dem Einmarsch türkischer Truppen im Norden Syriens trifft Kremlchef Putin seinen türkischen Amtskollegen Erdogan zu Krisengesprächen. Reagieren die beiden auch auf einen Vorschlag aus Deutschland für eine international kontrollierte Sicherheitszone?

Immer nur Bedauern und Besorgnis. Nach acht Jahren Bürgerkrieg in Syrien reicht es der CDU-Chefin und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Sie prescht mit einem Vorschlag vor - zum Ärger des Koalitionspartners.

Die Terrormiliz IS bekämpfen, die Lage im Nordosten Syriens stabilisieren, mit einem Wiederaufbau die Voraussetzungen für die Rückkehr von Flüchtlingen schaffen. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer stößt eine Initiative an. Zieht der Koalitionspartner mit? Und vor allem: Kommt Europa in die Gänge?

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine international kontrollierte Sicherheitszone im syrischen Grenzgebiet zur Türkei gefordert.

Natürlich lässt die Runde bei "Anne Will" keine Gelegenheit aus, dem irren US-Präsidenten die Schuld am Fiasko in Nordsyrien zuzuschieben. Aber die tieferen geopolitischen Ursachen werden in einer bitteren Lektion in Realpolitik deutlich.

Die kurdische Autonomieregion in Nordsyrien ist dem türkischen Präsidenten Erdogan schon lange ein Dorn im Auge. Nach der Millitäroffensive der Türkei rufen die syrischen Kurden Baschar al-Assad zu Hilfe. Es bedeutet das Ende ihrer Selbstverwaltung. Was bleibt noch vom Projekt "Rojava"?

Mitch McConnell zählte bislang eigentlich zu den treuen Unterstützern von Donald Trump. Den Syrien-Kurs des US-Präsidenten hat der republikanische Mehrheitsführer im Senat nun mit ungewöhnlich scharfen Worten kritisiert. Die Entscheidung, Truppen aus Nordsyrien abzuziehen, sei ein "strategischer Fehler".

CDU und CSU debattieren gerade, wie sie den nächsten Kanzlerkandidaten bestimmen. Bereits beim Union-Nachwus vor einer gab es ein Schaulaufen möglicher Rivalen – ein Angriff auf Annegret Kramp-Karrenbauer, die den ersten Zugriff hätte. Am zweiten Tag des CSU-Parteitages hatte sie nun ihren Auftritt und kritisierte dabei die Grünen und die Türkei. Die CDU-Parteichefin und Markus Söder wirkten dabei bemüht harmonisch.

In ihrer Regierungserklärung hatte Angela Merkel gesagt, Deutschland werde unter den jetzigen Bedingungen keine Waffen mehr an die Türkei liefern. Das stimmt so allerdings nicht, wie das Wirtschaftsministerium nun erklärt. Linken-Politiker Liebich wirft der Kanzlerin Täuschung vor.

Überraschend hat sich die Türkei in Verhandlungen mit den USA auf eine vorläufige Kampfpause in Nordsyrien eingelassen. Doch das Abkommen ist fragil, die Gemengelage schwierig. Während Russland geschickt handelt, haben die Europäer ihren Einfluss schon lange verspielt – profitieren könnte am Ende der Islamische Staat, warnt ein Experte.