Die Preise für Reisemobile sind zuletzt stark angestiegen. Doch viele Hersteller versuchen, den Kunden wenigstens durch attraktive Ausstattungspakete oder Komplettangebote den Kauf zu versüßen. So ein Fall ist der Sun Living S 72 DL, der in der X-TRA-Ausführung auf einem Citroën-Chassis und mit reichlich Ausstattung vorfährt, die sonst in dieser Klasse optional ist.

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Beim Roller Team auf Basis des Ford Transit sind es vor allem zwei Pakete, die den Kronos 283 TL zum besonders attraktiven Angebot machen. Am Ende kosten beide Testwagen praktisch gleich viel. Aber wer bietet mehr für sein Geld?

Auch die Modellkonzepte sind weitgehend identisch. Beide Teilintegrierten sind rund sieben Meter lang und haben Einzelbetten längs im Heck sowie ein Hubbett vorn quer über der Sitzgruppe. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon – was den Vergleich aber umso spannender macht.

Sun Living S 72 dL X-Tra

  • Gurt-/Schlafplätze: 4/5
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 3,5 t
  • Länge: 7,18 m
  • Preis: ab 66.599 Euro

Roller Team Kronos 283 TL

  • Gurt-/Schlafplätze: 5/3–5
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 3,5 t
  • Länge: 6,99 m
  • Preis: ab 63.337 Euro

Wohnen

Mit der Sitzgruppe beginnen wir. Roller Team baut eine allseits beliebte L-Bank ein, die man für die Fahrt fix zu einer Querbank mit zwei Gurtplätzen umgestalten kann. Gegenüber gibt es noch einen kleinen Seitensitz, der bereits serienmäßig in einen weiteren Fahrplatz verwandelt werden kann.

Bis zu fünf Personen können um den langen, aber relativ schmalen Tisch auch gemütlich zusammensitzen. Die fünf Fußpaare im knappen Raum unter der Platte zu sortieren ist allerdings nicht ganz leicht. Beim Drehen der Ford-Fahrerhaussitze ist zudem noch etwas mehr Mühe nötig als im Citroën, weil die Sitzlängsverstellung nicht mitdreht. Die Bremse der Tischplatte lässt sich per Griff und Bowdenzug lösen und diese so ganz einfach in Position bringen. Fenster in der T-Haube und in den Seitenwänden lassen ordentlich Licht herein, trotz des Hubbetts obendrüber. Zum lichten Eindruck tragen auch die hellen Möbeloberflächen und die passable Stehhöhe von 1,89 Metern unter dem Hubbett bei.

Im Sun-Living-Wohnzimmer muss man sich dagegen mit knappen 1,73 Meter Stehhöhe begnügen. Hauptgrund dafür ist das großzügige Bodenpodest, das zwar Fahrerhaus und Sitzgruppe im Bodenniveau angleicht, aber auch eine Stolperstufe im Gang schafft. Beim Roller Team verläuft die Stufe weniger störend am Übergang zum Cockpit.

Dass die Sun-Living-Sitzgruppe dennoch großzügiger erscheint, liegt an der prinzipiell luftigeren Anordnung mit Längsbänken. Mit gedrehten Cockpit-Sesseln können hier insgesamt sechs Personen um den Tisch Platz nehmen. Auch die Tischplatte ist größer als im Roller Team, lässt sich drehen und verschieben sowie hälftig zusammenklappen, um den Durchgang ins Fahrerhaus zu erleichtern – gut.

Eine kompakte Winkelküche erwartet den Urlaubskoch im Roller Team. Zwischen dem vorspringenden Schenkel und der Trennwand zur Dusche bleiben aber kaum 47 Zentimeter Freiraum, sodass korpulentere Personen nur mit Mühe an die Arbeitsplatte herantreten können, zumal in Schulterhöhe seitlich noch ein Gewürzregal mit scharfen Blechkanten stört.

Weiteres Manko ist die fehlende Arbeitsfläche, lediglich die einteilige Glasabdeckung des Kochers kann dafür genutzt werden. Ansonsten profiliert sich die Kombüse durch ein großes Spülbecken, einen Dreiflammkocher mit Elektrozündung und eine helle Beleuchtung, die auch den Schubladeninhalt nicht im Dunkeln lässt. Letztere sind allerdings unnötig mühsam zu öffnen, weil die Minidrucktastenschlösser zu wenig Grifffläche bieten. Stauraum gibt es genügend, besonders im Fach unter der Spüle, das bis zur Seitenwand reicht. Ein Auszug würde hier allerdings den Zugriff erheblich erleichtern. Klasse und gut zu nutzen: der 135-Liter-Kühlschrank mit seiner separaten Flaschenschublade.

Die versteckt sich im fast gleich großen Sun-Living-Kühlgerät – nicht ganz so praktisch – hinter der einteiligen Tür. Der direkt benachbarte Küchenblock deutet die Winkelform nur leicht an, öffnet sich dabei aber zur Sitzgruppe hin. So hat die Küchenfee mehr Bewegungsfreiheit als im Roller Team, allerdings auch nicht übermäßig viel, weil gegenüber der wuchtige Sanitärraum steht. Da die drei Kochflammen in Reihe an der Wand entlang angeordnet sind, bleibt hier immerhin etwas echte Arbeitsfläche davor frei. Außerdem gibt es ein separates Kunststoff-Schneidebrett, das auf die trapezförmige Spüle passt und so ebenfalls gute Dienste beim Gemüseschneiden leistet.

Das Schubladen-Match der Küchen geht 5:2 zugunsten des Sun Living aus. Besteckeinsätze können beide vorweisen, ebenso wie Stauraum in Hänge-, Ober- und Unterschränken. Nur im Sun Living gibt es zwischen Kühlschrank und Bett einen schlanken hohen Regalschrank, der bei Bedarf auch noch für Küchenge- und -vorräte genutzt werden kann.

Das Sun-Living-Bad spart Platz durch ein klappbares Waschbecken über der Toilette. Das Becken ist großflächig, aber nicht besonders tief und zudem für Kinder ziemlich hoch eingebaut. In der Praxis stört aber mehr, dass es sich beim Rauf- und Runterklappen stets mit dem praktischen Organizer in die Quere kommt, der an der Wand aufgehängt ist. Zwei Oberschränke nehmen reichlich Badutensilien auf.

Tiefere Fächer, etwa für Klopapierrollen, gibt es aber nicht. Eine Kombination aus Klapp- und Schiebetüren trennt die hintere Hälfte zum Duschen ab. Angesichts der begrenzten Bad-Grundfläche ist das Ergebnis echt passabel und kann insbesondere mit 2,10 Meter Stehhöhe unter der Klarglas-Dachluke auch Großgewachsene erfreuen. Eine abnehmbare Kleiderstange ermöglicht zudem die flexible Raumnutzung etwa zum Kleidertrocknen.

Der Roller Team kontert mit seiner separaten Dusche, obwohl er insgesamt rund 20 Zentimeter kürzer ist als der Sun Living. Wer häufig duscht, wird dies als echten Vorteil sehen, zumal die Kabine eine gute Größe hat und durch den Radkasten kaum eingeschränkt ist. Eine Kleiderstange macht auch hier das Aufhängen von Kleiderbügeln möglich.

Die Badtür kann zudem über den Gang geschlossen werden und trennt so den Heckbereich als Privatsphäre ab. Da Bad und Dusche aber auf einem höheren Bodenniveau liegen als der Gang dazwischen, kommt kein richtiges "Raumbadfeeling" auf. Das Bad selbst präsentiert sich etwas finster und nackt, hat aber immerhin ein tiefes Waschbecken, ein Fenster und verschiedene Schrankfächer und Ablagen zu bieten.

Zum Schlafen entfaltet sich das linke Roller-Team-Einzelbett zu voller Länge, indem man es in die Dusche hinein auszieht. Eine pfiffige Möglichkeit, Platz zu sparen, wird man doch selten beides gleichzeitig nutzen wollen. Die Liegelänge bleibt aber – trotz dieses "Moves" – auf 1,90 Meter begrenzt, beim rechten Bett sind es sogar größtenteils nur 1,80 Meter.

Der Sun Living setzt sein Mehr an Gesamtlänge für zwei echte Zwei-Meter-Betten ein und lockt zudem mit kuscheligen Matratzenbezügen. Dass sich im kompletten Schlafzimmer aber weder Ablagen noch USB-Buchsen finden, ist ärgerlich. Über den Roller-Team-Betten sind Schwanenhalslampen mit USB-Dosen am Sockel montiert. Eine Ablage für das Smartphone ist aber auch hier in der Nähe nicht zu entdecken. Lediglich über den Fußenden der Betten sind offene Fächer angebracht.

Während der Roller Team Kronos 283 TL ein elektromotorisch bewegtes Hubbett an Bord hat, ist das Exemplar im Sun Living manuell absenkbar. Dennoch verursacht das Heben und Senken auch hier nur wenig Mühe, und es ist mit durchgängig 1,22 Meter Breite auch mal für zwei Erwachsene tauglich – im Roller Team eher nur für zwei Kinder.

Den größten Vorsprung erarbeitet sich der Sun Living mit seiner großzügigen Längsbanksitzgruppe. Auch in fast allen anderen Unterkapiteln liegt er leicht vorn. Lediglich im Bad kann der Roller Team mit seiner separaten Dusche mehr Punkte einheimsen.

Beladen

Beide Kontrahenten warten mit respektablen Heckgaragen auf. Doch während das Roller-Team-Gepäckabteil mit etwas größeren Türen und dem üppigeren Quadermaß protzt, macht sich die Sun-Living-Garage mit sechs statt nur einem Zubehörfach bei Freunden der Ordnung beliebt. Sechs statt vier fest angebrachte Zurrösen, zwei statt einem Heizungsausströmer und eine zusätzliche 12-Volt-Steckdose – neben dem 230-Volt-Anschluss, den beide haben – bringen die Sun-Living-Garage nach vorn.

Sieben Hängeschränke stehen in beiden Wohnräumen zur Bestückung mit Kleidung und Reiseutensilien bereit. Sowohl die Exemplare über den Einzelbetten als auch unten am Hubbett fallen jedoch beim Sun Living merklich größer aus als im Roller Team, haben teils sogar Zwischenböden.

Die Kleiderschränke sind jeweils unter den Fußenden der rechten Einzelbetten eingebaut – mit leichtem Größenvorsprung für das Roller-Team-Exemplar. Das hat außerdem Vorteile beim Zugriff, weil neben der Fronttür auch noch der Bettrost, wenn auch etwas umständlich, aufstellbar ist. So kommt man zusätzlich von oben an die Kleidung. Ein Quersteg über der Schranktür bleibt dabei aber stehen. Gegenüber sind zwei Schubladen eingebaut, in denen beispielsweise Unterwäsche leicht erreichbar verstaut werden kann.

Der Sun Living hält an dieser Stelle mit einem riesigen Wäscheschrank mit zwei Etagen dagegen. Voluminöse Strandhandtücher oder Ersatzbettwäsche kann hier bequem und faltenarm eingelagert werden – wenn die Fächer nicht gerade blockiert sind durch die mitgeführten Zusatzpolster, die für den Umbau der Längsbänke in Fahrplätze und zum Verbinden der Einzelbetten gebraucht werden. Im Roller Team muss dagegen lediglich ein Extrapolster für die Betterweiterung mit auf Reisen.

Mit zwei statt nur einem Fach in der Betttreppe und einem praktischen Schuhfach in der rechten Sitztruhe vorn erarbeitet sich der Sun Living weitere Pluspunkte. Dazu kommt der bereits erwähnte, schmale, aber raumhohe Re-galschrank zwischen Kühlschrank und linkem Einzelbett. In seinen tiefen Fächern können reichlich Klamotten und Kleingepäck eingelagert werden. Noch flexibler nutzbar wäre er allerdings, wenn man die Zwischenböden herausnehmen und durch eine Kleiderstange ersetzen könnte und so bei Bedarf einen zweiten, bequem erreichbaren Kleiderschrank verfügbar hätte.

In Sachen Stauräume hat der Sun Living also die Nase ein Stückchen vorn. Anders sieht das Bild allerdings bei der Zuladung aus. Als serienmäßiger 3,5-Tonner bleiben beim reisefertig gewogenen Testwagen nur 345 Kilogramm frei – eindeutig zu wenig für ein Vier-Personen-Mobil. Auch an den Achsen sind die Reserven nicht besonders üppig.

Im Vergleich dazu ist der Roller Team ein gutes Stück leichter unterwegs, hat an den Achsen – besonders hinten – mehr "Luft" und mit 500 Kilo insgesamt eine passable Zuladung, auch für vier Personen.

Für überschaubare 686 Euro Aufpreis steht zudem eine Auflastung auf 4,1 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht für die Ford-Transit-Basis zur Verfügung, die weitere 600 Kilo Reserven bringt. Allerdings ist diese Option nicht mit dem Automatikgetriebe kombinierbar, das zudem die zulässige Anhängelast auf 890 Kilo reduziert.

Beim Sun Living ist die angebotene Auflastung auf 4.005 Kilogramm deutlich dringlicher – zumindest bei vier Reisenden. Dafür muss das Heavy-Chassis und der 165-PS-Topmotor mitbestellt werden, was zu Mehrkosten von 3.300 Euro und einem um 40 Kilo höheren Fahrzeuggewicht führt. Mit dem alternativ angebotenen Fiat Ducato als Basis ist sogar eine Auflastung auf 4,4 Tonnen möglich. Die Kombination aus Maxi-Chassis und 180-PS-Motor kostet aber 4.600 Euro.

Auch wenn die Kapitelnote identisch ausfällt, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden. Insgesamt hat die Sun-Living-Crew mehr und besser nutzbare Stauräume zur Verfügung, muss aber mit deutlich weniger Zuladung auskommen.

Technik

Wer Wert auf einen holzfreien, weitgehend unverrottbaren Aufbau legt, wird beim Roller Team fündig. Alle Sandwichplatten sind außen und innen mit GfK belegt dazwischen kommen verschiedene Schäume zur Dämmung und Versteifung zum Einsatz. Auch die PU-Rahmenfenster sind in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit, wie die einfacheren, vorgehängten Exemplare am Sun Living zeigen.

Dach und Wände hüllen sich hier zwar auch in GfK, darunter finden sich aber tragende Holzleisten, und der Aufbauboden besteht aus einer feuchteempfindlicheren Holzplatte, lediglich mit einem dünnen Schutzanstrich versehen. Die Seitenschürzen bestehen immerhin aus robusterem Aluminium. Beim Roller Team sind alle Anbauteile aus Kunststoff.

In puncto Bordtechnik profiliert sich der Roller Team zudem mit seinen größeren Wassertanks und der Druck- statt der Tauchpumpe im Sun Living, der auch mit seiner schlecht zugänglichen Reinigungsöffnung des Frischwassertanks verärgert. Die Stromreserven sind auf ähnlichem Niveau, wobei der Sun Living schon einen Platz für eine Zweitbatterie vorbereitet hat.

Booster für das Laden während der Fahrt haben beide, im Roller Team arbeitet er aber mit bis zu 40 statt 25 Ampere. Bei der Beleuchtungsausstattung hat er ebenfalls die Nase vorn, weil die Lichtstimmung gleichfalls hell und atmosphärisch eingestellt werden kann und die Schalter besser positioniert sind.

Beide Gaskästen fassen zwei Elf-Kilo-Zylinder, sind tief eingebaut und mit breiten Türen versehen, sodass sich die Flaschen bequem tauschen lassen. Serienmäßig heizt hier wie da eine Truma Combi 4 ein. Mit 14 Ausströmern macht sich Sun Living aber ungewöhnlich viel Mühe bei der Warmluftverteilung und packt den Ofen clevererweise in die Sitzgruppe, wo die meiste Wärme gebraucht wird. Gegen Aufpreis lassen sich die Heizleistungen bei beiden noch steigern und die Abwassertanks frostsicher machen. In Sachen Verarbeitung zeigt sich der Sun Living im Vergleich etwas routinierter und durchgängiger auf einem soliden Niveau.

Der GFK-Aufbau mit Rahmenfenstern bringt den Roller Team im Technik-Kapitel auf die Siegerstraße, auch wenn der Sun Living bei Verarbeitung und Wintertauglichkeit mehr punktet.

Fahren

Ford oder Citroën heißt die Frage bei den Basisfahrzeugen. Im direkten Vergleich erkennt man schnell, dass der Citroën nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist. Den letzten Modellwechsel des Fiat Ducato haben die Konzernhalbgeschwister Jumper und Peugeot Boxer bislang nicht nachvollzogen. Der Ford Transit kann darum insbesondere bei den Fahrassistenzsystemen einen deutlichen Vorsprung vorweisen, auch wenn manche Assistenten – wie häufig – extra kosten. Unverständlich ist aber, dass Roller Team den komfort- und sicherheitsrelevanten Abstandsregeltempomat in der Preisliste gar nicht anbietet.

Der Jumper zeigt mit seinem straff und fast schon sportlich ausgelegten Fahrwerk und der direkten Lenkung ein grundsätzlich stabiles Fahrverhalten. Der Komfort bleibt dabei allerdings zu einem guten Teil auf der Strecke. Fahrbahnunebenheiten werden mit einem spür- und hörbaren Poltern quittiert.

Der Transit gibt sich hier deutlich mehr Mühe, Fahrbahndefizite abzumildern. Am Lenkrad fühlt sich dabei alles etwas indirekter an – was aber nicht für die Antriebseinflüsse gilt. Beschleunigt man aus Kurven heraus, zerrt das Transit-Aggregat merklich stärker am Volant, und der optionale, spürbar temperamentvollere 170-PS-Motor des Testwagens verstärkt diese typische Eigenheit des Ford-Transporters nochmals.

Der 140-PS-Diesel im Jumper ist im Vergleich von deutlich phlegmatischerer Natur. Wer an Autobahnsteigungen noch ein bisschen Überhol-Power in Reserve haben möchte, dem sei die aufpreispflichtige 165-PS-Version empfohlen. Ist noch mehr Leistung oder eine komfortablere Alternative zum Schaltgetriebe gefragt, bleibt bei Sun Living immerhin noch die Möglichkeit, auf den Fiat Ducato als Basis umzuschwenken.

Allerdings werden nicht nur für den 180-PS-Topmotor und die Neungang-Automatik kräftige Aufpreise fällig, zudem gibt es die Fiat-Version des S 72 DL auch nicht in der X-TRA-Ausführung – was bei vergleichbarem Ausstattungsumfang zu weiteren Kosten führt.

Wer mit mehr als zwei Personen unterwegs sein möchte, hat im Roller Team nicht nur die Rückbank mit zwei Dreipunktgurten und optional sogar zwei Isofix-Plätzen zur Verfügung, sondern bereits serienmäßig auch noch eine Seitensitzbank, aus der mit wenigen Handgriffen ein fünfter Fahrplatz entsteht. Allerdings fährt der Passagier hier rückwärts mit, hat nur einen Zweipunktgurt und als Kopfstütze einen ungepolsterten Möbelstollen.

Auch beim Sun Living wird aus der rechten Längsbank ein rückwärts gerichteter Einzelsitz mit Beckengurt, der aber mit einer gepolsterten Kopfstütze und sogar einem ausziehbaren Fußbänkchen ausgestattet ist. Der zweite Einzelsitz links zeigt sich gänzlich anders konstruiert, der Passagier sitzt in Fahrtrichtung, hat einen Dreipunktgurt, muss sich aber zum Platznehmen um den Tisch schlängeln. Optional hat dieser Platz auch Isofix.

Vor allem beim Fahrkomfort liegt der Transit vorn – und das sogar ohne Automatik, die es beim Jumper gar nicht gibt. Zudem überzeugt der, allerdings optionale, 170-PS-Motor des Ford.

Daten und Messwerte

Preis & Service

Auch wenn der Grundpreis des Sun Living rund 3.000 Euro höher startet, liegen die beiden Kontrahenten eigentlich nicht weit auseinander. Der Sun Living auf Citroën-Jumper-Basis kommt stets in der sogenannten X-TRA-Ausführung mit einigem an Sonderausstattung wie Nebelscheinwerfern, Rückfahrwarnern, Fahrerhaus-Faltverdunkelung, Dachfenster in der T-Haube und im Wohnraum, Markise und Gasfilter – alles Punkte, die beim Roller Team extra kosten.

Der kontert mit einer ganzen Latte an möglichen Zusatzpaketen, die jeweils mit einem gewissen Preisvorteil angeboten werden und, bei entsprechendem Bedarf, das Preis-Leistungs-Verhältnis noch ein Stückchen verbessern. Das Grundpaket, ohne das wahrscheinlich kein Kronos ausgeliefert wird, umfasst dabei den 170-PS-Motor, die Rückfahrkamera, die Solaranlage, die Aufbautür mit Doppelschließung und Zentralverriegelung sowie die Fahrerhaus-Faltverdunkelung – gegenüber Listenpreis eine Ersparnis von 1.500 Euro.

Das elektrische Hubbett ist im Roller Team Kronos 283 TL serienmäßig. Wahlweise gibt es aber auch das ansonsten identische Modell 283 P ohne Hubbett für 800 Euro weniger. Der Sun Living S 72 DL hat das manuelle Hubbett dagegen generell mit an Bord.

Mit zehn Jahren Dichtigkeitsgarantie kann sich der Roller Team profilieren – dank der robusten Aufbautechnik. Beim Sun Living sind es fünf Jahre. Dagegen punktet dieser mit seinem dichter gewebten Servicenetz – und im Notfall können auch noch die Händler der Muttermarke Adria helfen.

Testdaten Beladen

Sun Living

  • Grund-/Testwagenpreis: 67.897/ 70.860 Euro
  • Turbodiesel 165/170/180 PS: 1.900 Euro /-/-
  • Airbag Fahrer/ Beifahrer/ ESP: Serie/ Serie/ Serie
  • Automatk/ Auflastung 4,0/4,1 t: -/3.300 Euro/-
  • FH-Faltverdunklung/ ZV-Aufbautür: Serie/ Serie
  • 5. Gurtplatz/ Isofix 1x/2x: -/139/ -
  • Dachfenster T-Haube/ Wohnraum: Serie/ Serie
  • Umbau Sitzgruppe/ Einzelbetten: -/Serie
  • Markise 3,5 m / Solaranlage: Serie/ -
  • Aw-Tank frostsicher/ Truma C 6: 499/ 249 Euro
  • el Fußbodentemp./ Ladebooster: 499 Euro/ Serie
  • Backofen/ Ventilatordachhaube: 360 Euro/ -
  • Gas-Cashsensor/-filter: Serie/ Serie

Roller Team

  • Grund-/Testwagenpreis: 65.336/ 71.656 Euro
  • Turbodiesel 165/170/180 PS: -/Paket/-
  • Airbag Fahrer/ Beifahrer/ ESP: Serie/Serie/Serie
  • Automatk/ Auflastung 4,0/4,1 t: Paket/-/ 686 Euro
  • FH-Faltverdunklung/ ZV-Aufbautür: Paket/Paket
  • 5. Gurtplatz/ Isofix 1x/2x: Serie/-/ 159 Euro
  • Dachfenster T-Haube/ Wohnraum: 633/ 351 Euro
  • Umbau Sitzgruppe/ Einzelbetten: 235 Euro/ Serie
  • Markise 3,5m / Solaranlage: 991 Euro/ Paket
  • Aw-Tank frostsicher/ Truma C 6: Paket/ 286 Euro
  • el Fußbodentemp./ Ladebooster: 793 Euro/ Serie
  • Backofen/ Ventilatordachhaube: 487/ 195 Euro
  • Gas-Cashsensor/-filter: -/-

Testurteil

maximal 5 Punkte möglich

Wohnen

Den größten Vorsprung erarbeitet sich der Sun Living mit seiner großzügigen Längsbanksitzgruppe. Auch in fast allen anderen Unterkapiteln liegt er leicht vorn. Lediglich im Bad kann der Roller Team mit seiner separaten Dusche mehr Punkte einheimsen.

  • Sun Living: 3,5 Punkte
  • Roller Team: 3 Punkte

Beladen

Auch wenn die Kapitelnote identisch ausfällt, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden. Insgesamt hat die Sun-Living-Crew mehr und besser nutzbare Stauräume zur Verfügung, muss aber mit deutlich weniger Zuladung auskommen.

  • Sun Living: 3 Punkte
  • Roller Team: 3 Punkte

Technik

Der GFK-Aufbau mit Rahmenfenstern bringt den Roller Team im Technik-Kapitel auf die Siegerstraße, auch wenn der Sun Living bei Verarbeitung und Wintertauglichkeit mehr punktet.

  • Sun Living: 3 Punkte
  • Roller Team: 3,5 Punkte

Fahren

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Vor allem beim Fahrkomfort liegt der Transit vorn – und das sogar ohne Automatik, die es beim Jumper gar nicht gibt. Zudem überzeugt der, allerdings optionale, 170-PS-Motor des Ford.

  • Sun Living: 3 Punkte
  • Roller Team: 3,5 Punkte

Preise und Service

Patt bei Preis & Service. Der Roller Team hat die längere Dichtigkeitsgarantie, der Sun Living das größere Servicenetz.

  • Sun Living: 3,5 Punkte
  • Roller Team: 3,5 Punkte

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