Grand Canyon - Nationalpark der Superlative

Seine gigantische Weite raubt einem den Atem, sein Gestein erzählt eine uralte Geschichte: Der Grand Canyon ist einer von Amerikas beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten. Nun wird der Nationalpark im Bundesstaat Arizona 100 Jahre alt. (fab/dpa)

Das Alter des Grand Canyon wird unter Geologen seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. In den vergangenen Jahren hatten Forscher argumentiert, der Großteil des 1500 Meter tiefen Canyons im US-Staat Arizona sei schon vor bis zu 70 Millionen Jahren entstanden - also etwa zu jener Zeit, als die Dinosaurier ausstarben. Demnach grub sich zunächst ein nach Westen gerichteter Fluss ins Gestein, dessen Graben dann von einem ostwärts fließenden Gewässer vertieft wurde. Die entstandene Schlucht bildete später das Bett des Colorado River.
Die Forscher um Karlstrom versuchten, die Entstehung des Systems durch geologische und thermochronologische Daten aus vier verschiedenen Teilstücken zu rekonstruieren. Dabei untersuchten sie vor allem, wann das Gestein abkühlte - also erstmals offen lag.
Der Colorado River schuf den Canyon vor fünf bis sechs Millionen Jahren.
Vom Mather Point aus kann man den Sonnenaufgang über dem anderen Ende der Schlucht beobachten.
Wer den Canyon von oben betrachten will, kann dies sehr gut am South Rim. Vom Mather Point aus führt ein Weg bis zur Raststätte Hermit s Rest. Entlang des Weges bieten sich wunderbare Aussichten in die Schlucht.
Einen guten Blick hat man auch von der Skywalk-Plattform im Grand Canyon West. Die hufeisenförmige Aussichtsplattform ragt knapp 25 Meter weit über den Rand der Schlucht hinaus. Das Projekt wird von Hualapai-Indianern auf dem Geländes ihres Reservates mit Hilfe eines Unternehmers aus Las Vegas betrieben.
Der Bright Angel Trail ist im oberen Teil noch viel begangen.
Aber der Grand Canyon ist kein ungefährlicher Ort. Vor allem sollten Wanderungen gut geplant sein. Wanderer sollten ausreichend Wasser und Proviant dabei haben und gut ausgerüstet sein. Die Hitze im Canyon und die eigenen Kräfte werden oft falsch eingeschätzt. Von Ab- und Aufstiegen innerhalb eines Tages wird ausdrücklich gewarnt.
Von Sprüngen auf einer der zahlreichen Felsenformationen ist dringend abzuraten. Immer wieder aber turnen Touristen Nahe des Abgrundes. Aufgrund von Unachtsamkeit und leichtsinnigem Verhalten gibt es jedes Jahr zahlreiche Rettungsaktionen. Besucher des Parkes sollten auf markierten Wegen bleiben, nicht über Absperrungen klettern, am Abgrund keine Faxen machen. Diese Sicherheitstipps gibt der US National Park Service (NPS).
Wer den Grand Canyon nicht zu Fuß durchwandern will, kann dies auch mit einem Maultier-Trip. Allerdings sollten sich Urlauber frühzeitig über entsprechende Angebote informieren. Die Touren sind schnell ausgebucht.
Eine Wanderung hinab in den Canyon kann unvergesslich sein. Das liegt auch an den zahlreichen Tieren, die man im Grand Canyon beobachten kann. Die Schlucht ist Heimat von 373 Vogelarten, darunter Wanderfalken und kalifornische Kondore. Auch Berglöwen, Bisons, Elche und Stinktiere leben in dem Park.
Rafting auf dem Colorado River - für viele Abenteurer ein Muss. Tagestrips und mehrtägige Touren lassen sich im Voraus buchen. Tipps gibt es auf der Seite des Nationalparks NPS.