Beim ersten Mal sind wir eher durch Zufall am Gardasee gelandet. Normalerweise unternehmen wir Rundreisen und bleiben selten länger als eine Nacht an einem Platz. Doch das Flair des Sees hat uns überwältigt, und wir blieben gleich mehrere Tage. Das ist jetzt ziemlich genau zehn Jahre her. Seitdem haben wir oft einige Tage auf einem der schönen Campingplätze am See verbracht. Nicht zuletzt 2016 während unserer Flitterwochen, was dem See für uns noch einmal eine besondere Bedeutung verleiht. Zwischendurch streiften wir das Seeufer während unserer Rundreisen in den Süden immer wieder für eine Nacht. Und trotz dieser Erfahrungen haben wir noch längst nicht alles rund um den Gardasee gesehen.

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10 Camping-Tipps

Wie findet ihr den richtigen Platz? Einige Tipps sind in diesem Bericht nachzulesen. Grundlage für unsere Auswahl sind Bewertungen auf der großen Plattform Camping.info.

Für eine möglichst objektive Einschätzung haben wir hier nur Campingplätze berücksichtigt, die bis zum Redaktionsschluss von mindestens 30 Gästen bewertet wurden. Von den vielen Plätzen um den See erreichen nicht alle dieses Kriterium.

1. Agricamping Mabellini

Der Agricamping befindet sich auf einem Biohof. Selbst erzeugtes Obst und Gemüse wird im Hofladen angeboten. Man kann Fahrräder ausleihen und kommt so in fünf Minuten zum südlichen Ufer des Sees.

  • Freizeit: 2,5 km zum See, Pool am Platz, Radfahren, Entspannen, Schwimmen
  • am Platz: Hunde willkommen, wenig Schatten, Lebensmittel 2,4 km, Brötchen am Platz, Restaurant 1 km, in den Ort 2 km
  • Größe: 30 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 1. April – 23. Oktober

2. AB & C Arco Bed and Camping

Von Oliven- und Obstbäumen ist dieser kleine und familiäre Platz umgeben. Ein Radweg führt vom Ort Arco zum nächsten Strandbad. Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants sind zu Fuß rasch erreichbar.

  • Freizeit: 4 km zum See, Pool am Platz, Radfahren, Mountainbike, Klettern
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel, Restaurant 400 m, in den Ort 2 km
  • Größe: 19 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 11. März – 6. November

3. Europa Silvella

Seit 1958 gibt es diesen Platz, der in dritter Generation familiengeführt ist. Er liegt in einem großen Park mit Oliven, Eichen, Robinien und Magnolien. Für viele beliebte Sport- arten sind Animateure vor Ort.

  • Freizeit: direkt am See, Schwimmen, Entspannen, Motorboot
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel und Brötchenservice, Restaurant 300 m, in den Ort 1 km
  • Größe: 345 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 30. März – 9. Oktober

4. Camping Primavera

Nur die Uferstraße trennt den Platz vom Gardasee. Dank der terrassierten Fläche ist der Ausblick ungestört. Wanderwege beginnen hinter dem Gelände. Spaziergänger nutzen die neue Seepromenade.

  • Freizeit: km zum See, Pool am Platz, Schwimmen, Wandern, Entspannen
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel 300 m, Brötchenservice, Restaurant 300 m, in den Ort 300 m
  • Größe: 50 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 1. April – 1. November

5. Fornella Camping & Wellness

Eingebettet zwischen Ufer und einem Olivenanbaugebiet liegt der Platz in einer idyllischen Ecke des Sees. Die Altstadt von San Felice ist nicht weit. Auf dem Platz gibt es Animation und Wellness.

  • Freizeit: direkt am See, Schwimmen, Entspannen, Motorboot
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel, Brötchenservice, Restaurant, in den Ort 2 km
  • Größe: 277 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 1. April – 22. Oktober

6. Camping Mos

Ein Teil der Stellflächen befindet sich unmittelbar am Seeufer. Diese lassen sich mit leichtem Preisaufschlag direkt buchen. Der Zugang zum Wasser führt über den Kiesstrand oder Badesteg.

  • Freizeit: direkt am See, Pool, Schwimmen, Entspannen, Radfahren
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel, Brötchenservice, Restaurant, in den Ort 1,5 km
  • Größe: 60 Parzellen
  • Öffnungszeiten: 16. April – 16. Oktober

7. Camping Nanzel

In einer Bucht gelegen, kann dieser Platz mit einigen Stellflächen am See aufwarten. Das Gelände ist terrassiert und von Olivenbäumen beschattet. In zwei Kilometern erreicht man die Altstadt.

  • Freizeit: direkt am See, Schwimmen, Wandern, Entspannen
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel, Brötchenservice, Restaurant 1 km, in den Ort 1,5 km
  • Größe: 65 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 31. März – 15. Oktober

8. Piani di Clodia

Hier handelt es sich um einen der großen Plätze am See – mit entsprechend vielen Möglichkeiten. Eine Alternative zum Strand ist der riesige Wasserpark. Gleich zwei Restaurants stehen zur Auswahl.

  • Freizeit: direkt am See, Pool am Platz, Schwimmen, Entspannen, Radfahren
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel, Brötchenservice, Restaurant, in den Ort 2 km
  • Größe: 870 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 30. März – 8. Oktober

9. Camping Fossalta

Das Ufer ist hier von einer üppigen Vegetation gesäumt und vermittelt Gartenambiente. Seit 1968 wird der Platz von einer Familie geführt und ist nicht zuletzt für den Urlaub von Familien ausgelegt.

  • Freizeit: direkt am See, Pool am Platz, Schwimmen, Entspannen, Radfahren
  • am Platz: Hunde willkommen, viel Schatten, Lebensmittel, Brötchenservice, Restaurant 2 km, in den Ort 3 km
  • Größe: 246 Parzellen, Mietunterkünfte, Womo-Platz vor der Schranke
  • Öffnungszeiten: 1. April – 22. Oktober

10. Piantelle Camping

Mit unterschiedlichen Bereichen und Unterkünften ist der Platz ein kleines Feriendorf. Vom Restaurant über den Supermarkt bis zum Animationsprogramm ist alles geboten. Der Ort Moniga ist nicht weit.

  • Freizeit: direkt am See, Pool am Platz, Schwimmen, Entspannen, Motorboot
  • am Platz: Hunde willkommen, zur Hälfte schattig, Lebensmittel, Brötchenservice, Restaurant, in den Ort 1 km
  • Größe: 120 Parzellen, Mietunterkünfte
  • Öffnungszeiten: 1. April – 20. Oktober

Der Norden und das Monte-Baldo-Massiv

Der nördliche, schmal zulaufende Teil liegt eingekesselt in den Bergen der Kalkalpen. Hier kommen vor allem die Aktivurlauber beim Wandern, Klettern, Mountainbiken und Segeln voll auf ihre Kosten. Am östlichen Ufer verläuft von Torbole bis Torri del Benaco das etwa 30 Kilometer lange Monte-Baldo-Massiv. Über dem mittelalterlichen Städtchen Malcesine erhebt sich dann mit 2.218 Meter Höhe der Monte Baldo selbst. Den Aufstieg können wir nur gut trainierten Wanderern empfehlen.

Wer aber trotzdem den Panoramablick über den See genießen möchte, hat die Möglichkeit, mit der Seilbahn bis auf den Gipfel zu fahren. Im Süden wird der See dann bauchiger, und die Ausläufer der Berge werden stetig flacher. Hier zieht es vor allem die Badeurlauber auf die Liegewiesen und Steinstrände der vielen Badeabschnitte. Auch die Holzstege werden gerne für ein Nickerchen in der Sonne oder den Sprung ins kühle Nass genutzt.

Von Garda bis hinunter nach Lazise verläuft der Lungolago. So heißt die zehn Kilometer lange Uferpromenade, über die wir schon unzählige Male wunderschön von Städtchen zu Städtchen geradelt sind. Unterwegs bieten sich zahlreiche Bars und Restaurants direkt am Wasser für eine kleine Pause an. Besser lässt sich La Dolce Vita kaum erklären: Unter Palmen sitzend schweift der Blick über See und Berge, während man ein Gläschen Aperol oder einen Bardolino genießt.

Weine vom Gardasee

Dieser Rotwein aus der Region verdankt seinen Namen dem Zentrum des Anbaugebiets. Um den Ort Bardolino an der Ostseite des Sees werden in langer Tradition Weinreben, aber auch Oliven angebaut. In dem ehemaligen Fischerdorf findet im Herbst das traditionelle Weinfest statt.

Wir bummeln durch die alten, verwinkelten Gassen mit den vielen kleinen Geschäften. Beim Abendessen am Hafen von Bardolino darf es gerne eine leckere Pizza mit Aussicht auf den Sonnenuntergang sein. Dabei beobachten wir das Treiben der Menschen, und unser Blick fällt auch auf den schiefen Wehrturm. Der Torre Catullo gehört zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zwischen Bardolino und Garda gibt’s gleich vier Campingplätze. Camping San Nicolò liegt direkt am See.

In nur zehn Minuten gelangt man zu Fuß über die Promenade nach Bardolino, bis nach Garda ist es eine gute halbe Stunde. Camping Serenella, Continental und La Rocca sind zwar durch eine kleine Hecke und die Promenade vom See getrennt, dafür liegen sie zentraler zwischen den Orten und verfügen außerdem über einen Pool.

Unsere Flitterwochen haben wir auf Camping Continental verbracht. Ohne vorab zu buchen, gelang es uns, einen Platz in der ersten Reihe mit Seeblick zu bekommen. Wer demnächst die lauen Abende mit einem Glas Bardolino vor dem Campingmobil mit Blick auf die wunderbaren Sonnenuntergänge ausklingen lassen will, reserviert aber besser vorher. Direkt vor dem Campingplatz am Seeufer liegt unser Lieblingslokal Relax Bardolino. Unter einem riesigen Olivenbaum haben wir hier unvergessliche Abende verbracht. Gleich neben dem Lokal beginnt die große Liegewiese.

In den frühen Morgenstunden genieße ich vor allem die frische Luft und die Ruhe beim Spaziergang mit unserer Hündin Maya. Lediglich ein paar Jogger sind auf der mit dicken Pinienbäumen gesäumten Promenade unterwegs. Die Wiese füllt sich an warmen Tagen dann immer mehr mit Badegästen, uns eingeschlossen. Am gesamten See gibt es übrigens mehrere ausgewiesene Hundestrände. Außerdem dürfen die Vierbeiner an jeden Strand, wenn keine Menschen da sind.

La Rocca Camping Village war vor zehn Jahren unser erster Anlaufpunkt am Gardasee. Der Platz verdankt seinen Namen dem dahinterliegenden, 291 Meter hohen Berg Rocca di Garda. Er lässt sich bequem in einer 20-minütigen Wanderung erklimmen. Wer gerne etwas länger unterwegs sein möchte, kann einen der Wanderwege vom Nachbarort Garda nehmen. Von oben hat man dann die einmalige Aussicht über das flache Südufer mit den genannten Campingplätzen bis runter nach Bardolino. Zur anderen Seite blickt man auf den wohl beliebtesten Ferienort des Sees, auf Garda. Er gab dem See seinen Namen und wird auch als Perle des Sees bezeichnet. Vom kleinen Hafen aus hat man den wohl schönsten Blick auf den grün bewachsenen und mit Zypressen gesäumten Rocca di Garda.

Wir lassen uns durch die wunderschöne Altstadt treiben und probieren uns durch die unzähligen Gelaterias. Das beste Eis haben wir allerdings in Lazise gegessen. Das kleine Städtchen ist sonst für seine bunten Häuser und das schmale, innenliegende Hafenbecken bekannt. Hier waren wir auf dem Campeggio Comunale am Ortsrand. Vor den Toren des Platzes beginnt jeden Mittwoch der traditionelle Wochenmarkt, der sich entlang der gesamten Promenade bis zum Hafen hinzieht und täglich an einem anderen Ort am See stattfindet.

Wir schlendern entlang der Stände, kaufen ein paar nützliche Souvenirs für den Camper und decken uns mit regionalen Lebensmitteln ein. Mit den Rädern fahren wir über den Lungolago Richtung Bardolino. Schon von weitem fällt uns das 30 Meter hohe Riesenrad von Bardolino ins Auge. Wir machen einen kleinen Stopp und sehen uns den weißen Riesen aus der Ferne an. Hinauf wagen wir uns aber nicht, obwohl auch Hunde mitfahren dürfen.

Mit dem Rad um den See

Für längere Radtouren ist der Lungolago ebenfalls wie geschaffen. Eine 140 Kilometer lange Radstrecke führt einmal um den See. Wer lieber mit dem Motorrad, Auto oder Wohnmobil fahren möchte, hat die Möglichkeit, den See in vier Stunden auf der Gardasana zu umrunden.

Die 160 Kilometer lange Straße ist in zwei Abschnitte unterteilt: Gardasana Orientale am Ostufer und Gardasana Occidentale im Westen. Über beide Teile gelangt man in den flachen Süden nach Peschiera del Garda. Durch den kleinen Ort fließt der Gardasee in den Fiume Mincio, weshalb der Ort mit mehreren Kanälen durchzogen ist. Wie in Venedig kann man sich hier in einer Gondel über die Wasserstraßen fahren lassen. Am Hafen fallen uns die großen Ausflugsdampfer auf. Alle Hafenstädte werden mit den sogenannten Battellos mehrmals täglich angefahren. Auch die schnelleren Tragflächenboote pendeln mehrmals am Tag über das Wasser.

Vom Hafen in Peschiera del Garda geht es bequem zu Fuß zurück zu unserem Platz. Camping Bergamini ist ein kleiner, familiengeführter Platz mit einer Bar am See und einem Infinity-Pool, der optisch fast nahtlos in den Gardasee übergeht. Dank beheiztem Becken genießen wir neben dem Panoramablick über das Wasser auf den Monte Baldo auch in der Nebensaison angenehme Badetemperaturen. Den Kontakt mit dem Seewasser beschränken wir zur kühleren Jahreszeit auf eine Runde mit unserem SUP-Board. Wer keine eigene Ausrüstung hat, kann sich hier an fast jedem Strand ein Board für einen halben oder ganzen Tag mieten.

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Den Hunden ist das Wasser anscheinend nicht zu kalt. Flocke jagt eifrig den Steinen nach, die Manu über den See hüpfen lässt. Abends wird es auch schnell kühl, und wir müssen uns warm anziehen, um vorm Wohnmobil nicht zu frieren. So sitzen wir an unserem letzten Abend noch lange draußen und beschließen, beim nächsten Gardasee-Urlaub vor allem das westliche Ufer zu erkunden.  © Promobil

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