Auch nach mehr als sechs Jahren in Australien ist es noch immer ein eigenartiges Gefühl und "echte" Weihnachtsstimmung will nicht wirklich aufkommen. Es ist heiß, Menschen tummeln sich am Strand und im Wasser, vor ein paar Tagen haben die Sommerferien begonnen und überall wird (mehr oder weniger verzweifelt) versucht, Weihnachtliche Gefühle aufkommen zu lassen.

Bedauernswerte Menschen in dicken roten Mänteln, mit Stiefeln und einem langen Wattebart verdienen sich ihr Geld damit, den Weihnachtsmann darzustellen. Es sind über dreißig Grad im Schatten – in der Sonne deutlich über 40. Wie warm es unter dem dicken Mantel ist, möchte ich nicht unbedingt wissen.

Richtige Nadelbäume? Ganz schwer zu finden und unbeschreiblich teuer

Hier in Melbourne ebenso wie in Sydney und fast überall sonst in Australien sind die Innenstädte dekoriert, die Einkaufzentren geschmückt. Fahnen, Kugeln, Glocken und ganz viel Grün. Doch nahezu alles, was aussieht wie ein Weihnachtsbaum, ist in Wirklichkeit aus Kunststoff.

Nur hin und wieder sind echte Nadelbäume zu finden. Meist Kiefern. Doch in der Regel halten sie nicht lange – es ist für die Pflanzen einfach zu heiß und der Aufwand, die Bäume regelmäßig zu bewässern, wohl zu groß.

Wer sich seinen Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer stellen möchte, kann das auch hier DownUnder tun. Für einen mittleren Nadelbaum muss man mindestens 100 Dollar hinlegen. Dazu muss dann im Zimmer die Klimaanlage permanent laufen, damit die Nadeln wenigstens ein paar Tage an den Ästen und Zweigen bleiben.

Weiße Weihnacht? Styropor hilft!

In manchen Orten werden sogar "Schneetunnel" gebaut. Aus Styropor. Sie sollen den Australiern ein Gefühl von "Weiße Weihnacht" vermitteln – etwas was die meisten Menschen hier noch nicht erlebt haben und sich auch nur schwer vorstellen können.

Gefeiert wird hier im Übrigen nicht am 24. Dezember – und auch die Bescherung ist erst am 25. Einen Tag später, am 26.12. dann ist schon wieder ein ganz normaler Arbeitstag.

Mehr aus Melbourne und zu den Eigenheiten der Stadt in meinem nächsten Blogbeitrag.

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Echte Nadelbäume sind rar

... und Schnee gibt's nur aus Styropor. So werden die Feiertage in Australien zelebriert.

Blogger Dieter Herrmann

Beruflich ist Dieter Herrmann immer wieder in Kriegs- und Krisengebieten als Ausbilder unterwegs. Privat will er es jetzt etwas ruhiger angehen und lebt deshalb seit einiger Zeit in Australien und berichtet aus der Region. Im Blog schreibt er auch über seine Erlebnisse auf Reisen.