Ulfbjörn, Ragnfrid und Co. - in Stockholm kommen Fans der mittelalterlichen Seefahrer bei Erlebnisgastronomie und einem neuen Wikinger-Museum voll auf ihre Kosten.

Eine Sammlung aufgehängter Wikingerhelme (selbstverständlich ohne Hörner) empfängt die Besucher: Seit dem Frühjahr heißt es in Stockholm "Zurück in die Wikingerzeit".

Neues Museum: Vikingaliv

Besucher begeben sich in dem neuen Museum Vikingaliv (übersetzt "Wikingerleben") auf die Spuren der legendären Nordmänner und -frauen.

Zwischen dem Vasa- und Abba-Museum auf der Insel Djurholmen gelegen, verspricht das Museum eine Zeitreise zurück ins skandinavische Mittelalter zu den bärtigen Männern und selbstbewussten Frauen, die die Welt durch ihre Raubzüge damals in Angst und Schrecken versetzten haben.

Ein hölzernes Wikingerschiff ist zu sehen, Alltagsgegenstände der Wikinger werden erklärt und man lernt die Hauptpersonen der Ragnfrid-Saga kennen, wie etwa die Wikinger Ulfbjörn, Toke und Sigrid und vor allem Ragnfrid sowie ihren Mann Harald.

Der geht im Untergeschoss auf großen Raubzug über das legendäre Birka bis ins ferne Kiew - und die Besucher folgen ihm auf einer elfminütigen Fahrt mit einer Erlebnisbahn. Verschiedene Szenen mit Puppen und Einspielern erzählen die Geschichte.

Die Runde auf Schienen kommt bei den Museums-Besuchern unterschiedlich gut an - auf jeden Fall darauf achten, dass man einen Wagen mit deutschen Erklärungen erwischt. Kinder unter sieben Jahren sollten nicht mitfahren, da sie sich fürchten könnten.

Für den Familienurlaub hält unsere Bloggerin einige Tipps parat.


Mehr über das Leben der Wikinger erfährt man aber zuvor im Obergeschoss. Dort geht es in der relativ kleinen Ausstellung um den Alltag der nordischen Krieger, aber auch um das Leben der daheimgebliebenen Frauen und Kinder.

Was aßen sie, wie wohnten die Familien? Wer kein Englisch oder Schwedisch spricht, wird es allerdings an einigen Stellen schwer haben, den Beschreibungen zu folgen. Mit dem eigenen Smartphone steht bei freiem WLAN ein Audioguide zur Verfügung. Eigene Kopfhörer nicht vergessen.

Museums-Schmaus mit einzigartiger Kulisse

Auf jeden Fall lohnend ist das Museumsrestaurant Glöd. Hier serviert man zur fabelhaften Aussicht über den Gasthafen Wasahamnen neben Sandwiches und Salaten auch von der Wikingerzeit inspiriertes Essen wie eine gußeiserne Wikingerpfanne, hausgemachte Wurst oder Dinkelpfannkuchen.

Das Restaurant geht direkt in den Museumsshop über - vielleicht findet sich hier ja noch ein Mitbringsel jenseits von Dalapferd oder Victoria- und Daniel-Tasse.

Eine günstigere Alternative zum Glöd ist der Foodtruck direkt um die Ecke der Halle: Man holt sich einfach etwas auf die Hand und macht es sich an einem der Tische oder auf dem Holzsteg vor dem Vikingaliv direkt am Wasser gemütlich.

Möwen spazieren vorbei und hoffen darauf, dass vom Essen etwas für sie abfällt. Die Yachten schaukeln friedlich und in der Ferne blitzt die Silhouette von Stockholm in der Sonne.

Wem nach weiteren Museen ist: Auf der einen Seite geht es zum weltberühmten Vasa-Museum mit der rekonstruierten Galeone. Es ist Skandinaviens meistbesuchtes Museum und immer entsprechend voll. Auf der anderen Seite geht es zum Vergnügungspark Gröna Lund und dem quietschbunten Abba-Museum.

Vikingaliv: Am einfachsten kommt man mit der Djurgårdsfähre von Slussen auf die Insel), Eintritt 190 SEK (rund 19 Euro), Kinder 120 SEK (rund 12 Euro), geöffnet täglich 10 bis 20 Uhr

Restaurant Glöd: Täglich 10 bis 20 Uhr geöffnet

In der Steiermark werden Urlauber nicht nur von Thermalwasser verwöhnt.


Restaurant Aifur

Wer die Wikinger und das Mittelalter mag und Spaß an Erlebnisgastronomie hat, ist im "Aifur Krog & Bar" richtig: Eine schmale Treppe geht es an der engen Västerlånggatan in der Altstadt Gamla Stan hinab.

Martin Erikson, Tomas Holmqvist, Sebastian Sahlén und Göran Hallmarken haben ihr Restaurant nach dem legendären Wikingerschiff Aifur benannt, nachdem sie sich jahrelang mit Leben, Essen und Kultur der Wikinger in der Zeit von 700 bis 1.100 beschäftigt haben.

Sie sind stolz darauf, dass das Aifur das einzige Restaurant ist, das sich dem gastronomischen Erbe der Wikingerzeit verschrieben hat - und zwar möglichst originalgetreu.

Das Eintauchen ins frühe Mittelalter beginnt gleich am Eingang zum Gewölbe. Der Tischanweiser tutet in ein Horn und kündigt allen bereits tafelnden Gästen lautstark und wortgewaltig die Neuankömmlinge an.

Die werden mit lautem Jubel und Klatschen begrüßt, bevor sie auf einer der Bänke Platz nehmen. Man sitzt eng und Segel erwecken tatsächlich das Gefühl, auf einem Schiff zu sein. Es ist laut und warm in dem Gewölbe.

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Stockholm: Reise-Impressionen aus der Wikinger-Metropole

Schwedens Metropole Stockholm hat viele Attraktionen zu bieten. Vor allem die Wikinger haben es unserer Bloggerin angetan.

In einer Nische machen zwei Musiker Musik auf alten Instrumenten, darunter eine Art mittelalterliche Laute. Zu Essen gibt es Typisches aus der Wikingerzeit, etwa Hirschfilet mit Roter Beete oder Gerstengrütze mit Lachs und Spinat. Dazu mehrere Sorten Met und Craft-Bier aus der Stockholmer Fjädarholmarnas Bryggeri, aufgelistet in einer Getränkekarte namens "Dryckjom".

Das Aifur serviert seine Gerichte ganz authentisch in Tonbechern und -tellern und das dazu gereichte, grob geschmiedete Silberbesteck stellt einen durchaus vor Probleme beim Hantieren. Lustig ist es aber allemal und lecker auch.

Tipp: Wer wie die Wikinger tafeln möchte, sollte rechtzeitig einen Tisch reservieren.

Aifur Krog & Bar: Västerlånggatan 68b.

Wikingermarkt auf den Åland-Inseln

Immer noch nicht genug vom Wikingerleben? Hardcore-Wikingerfans kommen Ende Juli nach Stockholm und fahren - stilecht natürlich mit der "Viking Line" - von hier über die Ostsee nach Mariehamn auf Åland weiter.

Auf den finnischen Inseln in der Ostsee gibt es bei Kvarno ein nachgebautes Wikingerdorf und in der Umgebung zahlreiche Stätten sowie Gräber aus der jüngeren Eisenzeit von 800 bis 1.000 n.Chr.

Jedes Jahr findet am letzten Juliwochenende außerdem ein großer Wikingermarkt statt. Dann gibt es typisches Wikingeressen und jede Menge Met, mittelalterlich gekleidete Wikingerfrauen verkaufen Schmuck und Schmiede zeigen ihr Können.

Mit 10.000 Besuchern gehört der Kvarnbo-Wikingermarkt zu den größten und auf jeden Fall auch zu den schönsten in Nordeuropa.

Anke Benstem (Bild) gehört wie Silke Haas, Sandra Malt, Dörte Saße und Iris Schaper zum Bloggerteam Reisefeder. Die Journalistinnen und Reisebuchautorinnen schreiben über Reisen in alle Welt. Der Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeit.