Wer in Lissabon weilt, sollte seinen Aufenthalt in der portugiesischen Hauptstadt unbedingt für einen Tagesausflug nach Sintra nutzen. Nur 25 km westlich von Lissabon befindet sich die Kleinstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und für ihre wunderschönen Märchenschlösser bekannt ist.

Der Ausflug beginnt am Bahnhof Rossio in Lissabon, der mit seinem imposanten Eingang in Form von zwei kunstvoll verzierten Hufeisen bereits ein richtiger Hingucker ist. Von hier aus besteht eine direkte Zugverbindung nach Sintra, die Fahrkarte kostet hin- und zurück 4.80 €.

Um Sintra zu erkunden, bieten sich am besten die Hop-On-Hop-Off-Touristenbusse, die die Besucher gleich am Bahnhof aus den Zügen abfangen. Für 12 € können alle Linien einen Tag lang beliebig oft genutzt werden.

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Dennoch sollte man von dem ambitionierten Ziel, alle Sehenswürdigkeiten an einem Tag abzuklappern, absehen. Weder würde die Zeit ausreichen, noch würde es Spaß machen. Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, eine kleine Vorauswahl zu treffen, welche Spots man anfahren möchte.

Sehr beliebt, und das aus gutem Grund, ist z. B. das Palácio Nacional da Pena, das aus den Ruinen eines Klosters im 19. Jahrhundert erbaut wurde und als das "Neuschwanstein Portugals" bekannt ist. Auf einem Gipfel der Serra de Sintra errichtet, lässt das Schloss schon von weiter Ferne erahnen, welcher Prachtbau einen erwartet. Farbenfroh und ornamentgeschmückt empfangen die Mauern des Schlosses die Besucher.

Wohin man auch geht oder sieht, überall bieten sich Motive, die man voller Begeisterung mit der Kamera festhalten möchte. Ein Rundgang im Inneren des Schlosses ist im Eintrittspreis inbegriffen - dabei gibt es die Schlossküche und einige königliche Möbel zu bestaunen, darunter auch eine standesgemäß mit dunkelrotem Samt ausgekleidete mobile Toilette.

Ein weiteres Highlight ist der Besuch der Burganlage Castelo dos Mouros, die, wie der Name schon verrät, vor über 1.000 Jahren von den Mauren erbaut wurde. Besonders beeindruckend ist ein Spaziergang auf der Burgmauer, die sich den Hügel entlang schlängelt und dabei einen 360 Grad-Panoramablick über das Tal von Sintra und auf Palácio Nacional da Pena, ermöglicht. Falls der Besucher das Palácio Nacional da Pena noch nicht erkundet hat – schon der Anblick des auf dem gegenüberliegenden Hügel thronenden Schlosses lässt das Touristenherz vor Vorfreude höher schlagen.

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Glücklicherweise enden die schönen Schlösser von Sintra nicht damit. An einer weiteren Station erwartet einen ein besonders sehenswertes Schmuckstück - Quinta da Regaleira - eine romantisch-verwunschen anmutende Villa mit Schloss-Flair, die über eine eigene Kapelle und eine exquisite Parkanlage verfügt. Bekannt ist das Anwesen auch unter dem Namen "Das Schloss von Monteiro, dem Millionär". Gemeint ist damit der frühere Besitzer António Augusto Carvalho Monteiro.

Dank seines riesigen Familienerbes und des lukrativen Handels mit Kaffee und Edelsteinen konnte er sich leisten, den italienischen Architekten Luigi Manini mit dem Erbauen und Gestalten des üppigen Anwesens zu beauftragen.

Ausgestattet mit Seen, einem eigenen, begehbaren Höhlensystem, Wasserfällen, Fontänen, Brunnen, Mosaiken und diversen Bauten wie Türmen, Tunneln, Brücken und Mauern haben wir es hier zweifelsohne mit einem Märchengarten der Extraklasse zu tun, in dem man Stunden verbringen kann.

Somit ist es kein Wunder, dass der Besucher bereits am Eingang eine Karte der Anlage ausgehändigt bekommt, damit er sich nicht verläuft. Wer ein Entdeckerherz in sich trägt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Einem anderen wohlhabenden Geschäftsmann, dem reichen britischen Händler Sir Francis Cook, verdankt auch das Palácio de Monserrate seine exquisite Schönheit. 1858 ließ er die Villa restaurieren und einen exotischen Garten anlegen, der seltene Pflanzenarten aus aller Welt beherbergt und als einer der artenreichsten botanischen Gärten Portugals gilt.

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Märchenstadt Sintra

Sintra - eine portugiesische Kleinstadt, wie sie romantischer und zauberhafter nicht sein kann.

Die Villa ist von gotischen und indischen Einflüssen geprägt - alle Wände und Decken sind prächtig verziert und man kann sich kaum vorstellen, wie viel Zeit und welche Handfertigkeit dafür vonnöten gewesen sein müssen. Auch wenn der Garten nicht in einem so prachtvollen Zustand ist, wie angegeben, ist er einen Spaziergang allemal wert. Allein die gigantischen alten Bäume in diesem Garten lassen einen voller Respekt vor der Mutter Natur zurück.

Wer noch Zeit hat, kann natürlich auch die anderen Sehenswürdigkeiten in Sintra besuchen, darunter z. B. Palácio Nacional de Sintra, Parque de Pena oder dos Capuchos.

Von Sintra aus können auch weitere Ziele wie Cascais und Cabo da Roca - den westlichsten Punkt des europäischen Festlandes - erreicht werden. Diese sind allerdings auch direkt von Lissabon aus erreichbar und verdienen beinahe ihren eigenen Ausflug.

Allein der Besuch von Cabo da Roca sollte keinesfalls am Leuchtturm enden, sondern unbedingt auf eine kleine Wanderung nordwestlich davon ausgedehnt werden, wo man den Tag an einem wunderschönen feinsandigen Strand ausklingen lassen kann.

So oft sie kann, entflieht Dana Katz ihrem Büro und erkundet die Welt. Das Motto der smarten Computerexpertin: Es gibt Zeiten für Hiking und es gibt Zeiten für High Heels. Mehr auf ihrem Blog "The Hiking High Heel".