Hongkong, "der duftende Hafen", ist berühmt für seine Wolkenkratzer und beeindruckende Skyline. Tagsüber kann der Besucher in ein Meer von gigantischen Wohnblöcken und Hochhäusern eintauchen. In den Abendstunden erwachen diese zu einem sagenhaften Spektakel aus Farben, Formen und Lichtern.

Es gibt Zeiten für Hiking, und es gibt Zeiten für High Heels!

The Victoria Peak loves you!

Der wohl berühmteste Aussichtspunkt in Hongkong ist der Victoria Peak. Diesen kann man mit der bei Touristen sehr beliebten Peak Tram erreichen. Die altertümlich wirkende Tram bezwingt die 1365 Meter bis zum Peak bei einer Steigung von teilweise 48%.

Auf dem Weg nach oben fährt die Tram an üppiger Vegetation und Hochhäusern vorbei. Hier leben die wohl reichsten Bewohner Hongkongs.
Während der Auffahrt könne es dem Fahrgast angeblich passieren, dass er der sogenannten "Peak Tram Illusion" verfällt: Durch den steilen Aufstieg entstehe das Gefühl, als würden die hohen Gebäude zum Peak "hinfallen". Nach wenigen Minuten wäre dieser "Spuk" aber auch schon wieder vorbei - man steigt unter dem gondelförmigen Peak Tower aus.

Hier ist die Sky Terrace 428 der wichtigste Anlaufpunkt: Das ist die höchste Außen-Aussichtsplattform in und über Hongkong, die einen 360°-Panoramablick über die Stadt bietet. Am Ausblick gibt's nichts zu rütteln – dieser ist ein Must-See! Man muss nicht auf jede Touristenfalle hereinfallen, aber der Victoria Peak gehört auf die Tagesordnung! Was hier allerdings ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint, ist, einen klaren blauen Himmel über Hongkong zu erwischen – dafür scheint die Luft in Hongkong viel zu stark vom Smog belastet zu sein. Ferner kann das Wetter hier während der Sommermonate innerhalb weniger Minuten umschlagen und die Aussicht in dichte Wolken verhüllen. Wer keine Bilderbuchfotos mit flauschigen, weißen Wolken vor einem satten blauen Himmel bekommt, sollte sich einfach nur visuell des Ausblicks erfreuen. Oder mit einem guten Objektiv und Stativ nach Sonnenuntergang wieder kommen.

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Hongkong von oben und von unten

Unsere Bloggerin erkundet Hochhäuser und Hinterhöfe der Millionenstadt.

Bank of China Tower

Eine andere, weniger bekannte Möglichkeit, Hongkong "von oben" zu erleben, befindet sich im Gebäude der Bank of China. Das ist eins der auffälligsten Gebäude in Hongkong, das mit seiner geometrischen Fassade sofort ins Auge sticht. Abends ist das Gebäude ohne Zweifel einer der schönsten Hingucker in der Skyline – sein Lichtspiel wechselt ständig und unterstreicht dabei seine ausgefallene Architektur.

Hier kann jeder Besucher kostenlos nach einem temporären Besucherausweis fragen. Im 43. Stock befindet sich ein großer Saal mit verglaster Fensterfront, durch die man einen wunderschönen Ausblick auf das Central District hat.

Sky 100

Wer nicht unter Höhenangst leidet und auf der Jagd nach der besten Aussicht ist, den verschlägt es nach West Kowloon. Hier kann man die höchste Innen-Aussichtsplattform in Hongkong besuchen: Sky 100. Diese befindet sich im 100. Stockwerk des ICC (International Commerce Center). Ein High-Speed-Aufzug bringt die Besucher in nur 60 Sekunden auf eine Höhe von 393 Metern über dem Meeresspiegel! Mit etwa 17€ (HKD168) ist der Eintritt nicht gerade ein Schnäppchen, aber die Aussicht ist grandios. Auch das Areal um das Gebäude herum ist einen Spaziergang wert.

Perspektivenwechsel

Hongkong zu Fuß zu entdecken könnte unter Umständen sehr anstrengend sein. Und das nicht, weil es dem Besucher an Ausdauer mangeln würde. Es liegt vor allem am Straßenverkehr und der daraus resultierenden Luftbelastung. In den zentral gelegenen Arealen sind die Straßen so stark befahren, dass es unerträglich laut und die Luft unglaublich schmutzig ist. Ein halbstündiger Spaziergang an einer ziemlich befahrenen Straße kann damit enden, dass man nur mit einem aromatisierten Taschentuch vor der Nase weitergehen kann. Durch die Abgase fühlt sich die Luft brennend heiß an und Atmen wird im wahrsten Sinne des Wortes fast unmöglich. Beim nächsten Schnäuzen wird das Ausmaß der Verschmutzung noch deutlicher: Das Ergebnis ist ein nahezu schwarzes Taschentuch.

Ansonsten könnten auch die enormen Menschenmassen den Spaziergang etwas erschweren. Nur wer es (in Asien) einmal versucht hat, auf der falschen Seite einer Unterführung zur U-Bahn-Station zu gelangen, wird eine Vorstellung haben, wovon hier die Rede ist.

Es gibt Zeiten für Hiking, und es gibt Zeiten für High Heels!

Eine sehr gelungene Alternative in solchen Fällen sind die Open-Top Sightseeing Busse in Hongkong. Es handelt sich dabei um Bustouren nach dem "hop-on, hop-off" Prinzip: Man bezahlt einen pauschalen Betrag und kann alle Busstationen mit dem Bus anfahren und an einer beliebigen Haltestelle beliebig oft ein- oder aussteigen.

Die Empfehlung ist, wenn möglich, einen Platz auf dem Bus-Deck zu ergattern. Da die Busse aber sehr oft fahren und nicht immer überfüllt sind, ist das i. d. R. kein Problem. Eine Einzelfahrt kostet läppische HKD33$ (ca. 3,30€), ein Tagesticket HKD200$ (ca. 20€).

Auf diese Art und Weise kann man Hongkong "von unten" erleben: Der Bus schlängelt sich durch die engen Straßen, manchmal auch so, dass man sogar Ästen von herabhängenden Bäumen ausweichen muss. Die Straßenfahrt bietet tolle Einblicke in das geschäftige Leben der Stadt: In schwindelerregender Höhe werden Gebäude saniert, die von nur aus Bambus gebauten Gerüsten umhüllt sind. Kleine Läden, die (für einen Nichteinheimischen) seltsame Waren anbieten, wechseln mit Wohnblöcken ab, die mehr als 30 Stockwerke in den Himmel ragen. Bei genauem Hinschauen entdeckt man an jeder Ecke die Mischung der Gegensätze: Luxuswolkenkratzer vs. Wohnhäusern mit winzigen Wohnungen, riesige Shoppingmalls mit Markengeschäften vs. Hinterhofläden und Garküchen, ein High-Tech-U-Bahn-System vs. Ding Ding Straßenbahnen.

Und in den Abendstunden, kurz bevor die Sonne untergeht, kann man vom Bus-Deck aus beobachten, wie das nächtliche Hongkong langsam zum Leben erwacht: Eins nach dem anderen gehen die Skyline-Lichter an und die letzten Sonnenstrahlen gleiten über die glitzernden Fassaden und die sanften Wellen des Victoria Harbour.