Der Winter hat Deutschland noch ein paar Monate im Griff. Und für alle, die sich jetzt nach Sonnenstrahlen, warmen Wasser und sanftem Wind auf nackter Haut sehnen, empfehle ich den Senegal als perfekte Urlaubsdestination.

Als ich aufwachte und das dunkle Grau hinter meinen Gardinen musterte, wollte ich mich direkt wieder in meine warme Bettdecke einkuscheln. Es scheint in Deutschland einfach nie richtig hell zu werden im Winter und das macht mich unheimlich müde. Permanent müde.

Daher entfliehe ich gerne dem Winter und tanke Sonne im Ausland. Der Senegal war nicht auf meinem Radar, aber als ich das Internet nach günstigen und kurzen Flugverbindungen durchforstete, kam ich nicht mehr um Senegals Hauptstadt Dakar herum:

In weniger als acht Flugstunden und für 300 Euro Hin- und Rückflug gelangt man in ein 30 Grad warmes Paradies, mit dem ich mich vorher bis auf ein paar Randnotizen in den Nachrichten noch nie richtig beschäftigt habe.

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Dakar, Wüsten und Salzseen

Der Senegal als perfekte Urlaubsdestination mit paradisischen Stränden, malerischen Wüsten und rosa Salzseen.

Und auch mein Umfeld schien keine besonderen Vorstellungen vom Senegal zu haben, außer dass sie mir rieten, auf mich aufzupassen, da das Land sehr gefährlich sei.

Senegal am westlichsten Zipfel Afrikas ist trotz aller Panikmache seit Jahren ein stabiles Reiseziel in der Region und wird vor allen Dingen von Franzosen frequentiert, die das Land aufgrund seiner paradiesischen Strände und relaxten Lebensweise schätzen.

Die rund 15 Millionen Einwohner sind mehrheitlich muslimisch und leben friedlich mit den vielen Christen im Land. Es gab kaum verhüllte Frauen und überhaupt fühlte ich mich sicher und schätzte die unglaubliche Gastfreundschaft und Bereitschaft der Senegalesen zu einem entspannten Plausch.

Meine Reiseroute im Senegal

Senegals quirlige Hauptstadt Dakar ist der Ausgangspunkt eines jeden Reisenden, der mit dem Flieger eintrifft. Die Millionenstadt auf der Halbinsel Kap Verde ist die westlichste Stadt Afrikas und zieht Surfer aus aller Welt an.

Ngor ist eine kleine Insel vor der Küste der Hauptstadt und ein echter Geheimtipp für Surfer. Leere Lineups und freundliche Locals lassen jedes Surferherz höher schlagen.

Wer sich aus Wellen nichts macht, sollte einen der beiden hundert Meter hohen Felsen von Les Mamelles erklimmen. Auf dem höheren steht der älteste Leuchtturm Senegals. Auf dem anderen das Monument de la Renaissance africaine. Es ist die höchste Statue Afrikas mit fast fünfzig Metern und man kann sich leicht in der Stadt daran orientieren, da sie überall sichtbar zu sein scheint.

In der Bucht von Soumbedioune lohnt sich ein Ausflug zu einem typisch senegalesischen Fischmarkt. Die Insel Gorée liegt nur eine halbe Stunde von Dakar entfernt und ist das perfekte Ziel für einen Tagesausflug, um etwas über die Geschichte des Landes zu erfahren.

Bis zum 17. Jahrhundert sind dort Millionen Sklaven in die neue Welt verschifft wurden und im Sklavenhaus kann man immer noch die winzig kleinen Zellen besuchen, in denen die Männer, Frauen und Kinder wie Vieh zusammengepfercht wurden und auf ihren Abtransport warten mussten.

Es gibt so etwas wie das Tote Meer auch mitten im Senegal. Und zwar den Lac Rose, der sich vor allem in der Trockenzeit rosa färben soll. Dort kann man schwerelos auf dem Wasser floaten und geht einfach nicht unter.

Wüstentour nach Lompoul

Die malerische Wüstenlandschaft von Lompoul darf man bei einer Rundreise durch den Senegal nicht verpassen.

Die Wüste kann zwar nicht mit der Sahara mithalten und ist recht übersichtlich, aber die Dünen sind atemberaubend und der Sternenhimmel ohnegleichen.

In der Wüste lohnt sich eine Übernachtung im Desert Camp Lompoul, in dem man in Berberzelten wie ein Nomade schlafen kann.

Weiterhin sollte ein Abstecher in die südliche Casamance-Region um Gambia nicht fehlen, die für ihre schönen Landschaften, Architektur und die Folklore seiner verschiedenen Volksgruppen bekannt ist.

Wer sich für den Sufismus interessiert, ist in Touba gut aufgehoben, dem religiösen Zentrum des Landes. Alle gläubigen Senegalesen sollen mindestens einmal in ihrem Leben nach Toba gereist sein.

Übrigens herrschen jetzt im Winter angenehme 25 Grad im Senegal und es weht ein angenehm kühler Wind. Also höchste Zeit für den Ausflug in die Sonne, um den Winter etwas abzukürzen.

Anja Knorr liebt das Reisen und surft und taucht für ihr Leben gerne. Sie war schon in mehr als vierzig Ländern und weiß, wie man günstig die Welt sieht. Auf ihrem Blog "happybackpacker.de" gibt sie Fernwehgeplagten Tipps rund ums Reisen und Backpacken.