Traum vom Fliegen oder Krampf in den Beinen? Über diese Frage entscheiden in luftiger Höhe nur wenige Zentimeter. Wir erklären, wie Sie mehr Beinfreiheit bekommen und was diese kostet.

Flugreisen sind nicht immer angenehm. Nachdem man am Flughafen Gepäckaufgabe, Passkontrolle und Warteschlangen überstanden hat, sitzt man endlich im Flieger. Und die Knie sind gefühlt auf Höhe der Ohren. Beinfreiheit ist ein großes Problem für viele Reisende.

Es ist nicht nur nervig, beengt zu sitzen, bei älteren Passagieren können durch stark abgewinkelte Beine über längere Zeit auch gesundheitliche Probleme entstehen.

Dass wenig Platz furchtbar unangenehm ist, hat nun auch die Reisesuchmaschine Skyscanner nachgewiesen. Das Unternehmen ließ 1.000 Einwohner deutscher Städte befragen. Das Ergebnis: Für rund 60 Prozent der Befragten ist die mangelnde Beinfreiheit das größte Problem beim Fliegen. Schlechtes Essen und nervige Sitznachbarn belegten die Plätze 2 und 3.

Die Suchmaschine hat zudem untersucht, wie groß der Abstand der Sitze bei verschiedenen Fluggesellschaften ist und wie viel ein Zentimeter Beinfreiheit tatsächlich kostet.

Fluglinien sind auf jeden Sitzplatz angewiesen

Durch den globalen Wettbewerb sind Fluglinien mit Kampfpreisen für die Economy-Passagiere auf jeden Sitzplatz in der Kabine angewiesen. Denn Reisende wollen nicht nur bequem, sondern natürlich auch günstig reisen.

Am Beispiel des Lufthansa Airbus A 380-800 hat Skyscanner ausgerechnet, dass durch fünf Zentimeter mehr Beinfreiheit in der Economy-Klasse zwei Sitzreihen, also 20 Sitze, wegfallen würden.

Wer Wert auf mehr Beinfreiheit legt, sollte darauf achten, bei welcher Fluggesellschaft er bucht:

Der Freiraum im Flugzeug ist abhängig von Flugzeugtyp und eingesetzter Maschine. Bei den untersuchten Gesellschaften hatte Air France eindeutig die Nase vorne. Ganze 78,74 Zentimeter werden den Passagieren gegönnt.

Selbst wenn manche Unternehmen vermutlich gerne noch mehr Sitzreihen in die Flugzeuge quetschen würden, der Platz ist begrenzt. Trotz der größeren Maschinen, die mittlerweile im Einsatz sind. Denn die Zahl der Notausgänge gibt die maximale Anzahl der Plätze vor.

Wer die Balance zwischen günstigem Reisen und Komfort halten möchte, sollte sich bestimmte Airlines aussuchen. Denn mehr Beinfreiheit heißt nicht automatisch höhere Kosten.

Wer nach der ultimativen Beinfreiheit beim Fliegen sucht, der sollte diese Tipps befolgen:

  • Früh buchen und den Flieger kennen: Wer schon im Voraus online seinen Sitzplatz bucht, hat meistens mehr Glück als am Schalter im Flughafen. Und je früher, desto besser: die guten Sitzplätze sind nämlich heiß begehrt. Das kostet mittlerweile jedoch meistens eine Extra-Gebühr.
  • Erste Reihe ist immer besser: In der Economy-Klasse bieten viele Maschinen mehr Beinfreiheit an der Trennlinie zur nächstbesseren Klasse. Auch die erste Reihe ist empfehlenswert.
  • Später an Board gehen: Dieser Tipp funktioniert nur, wenn der Flug nicht ausgebucht ist. Wer spät einsteigt, hat einen besseren Überblick, welche Plätze noch frei sind. Sobald das Boarding vollständig ist, kann dann auf einen besseren Platz gewechselt werden.
  • Aussicht gegen Freiheit: Wer lieber die Beine streckt, anstatt die Wolken zu beobachten, sollte den Platz am Gang buchen. Dadurch können Sie ihre Füße ohne Probleme auf den Gang strecken, sobald der Service vorbei ist.