Der Naturschutzbund Nabu hat das Flaggschiff der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises, die "Aida Prima", kritisiert. Die Luft auf dem Schiff sei keineswegs so sauber, wie das Unternehmen behaupte, erklärte der Nabu.

Bei Abgasmessungen auf dem Flaggschiff der Aida-Flotte, "Aida Prima", durch die ARD-Sendung "Plusminus" habe sich eine "alarmierende Konzentration" von ultrafeinen Partikeln ergeben. "Die Crew und die Passagiere an Bord werden Konzentrationen gesundheitsgefährdender Luftschadstoffe ausgesetzt, die weit über dem Niveau stark befahrener Straßen liegen", so der Nabu. Aida Cruises wies die Kritik zurück.

"Die im Beitrag gezeigten Messungen an Bord der "Aida Prima" entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage und stellen kein anerkanntes Prüfverfahren dar", erklärte die Reederei. Die Autoren des Beitrags spielten mit den Ängsten der Verbraucher, hieß es. Man halte alle vorgeschriebenen gesetzlichen Standards und Grenzwert ein.

Nabu äußerte Kritik bereits im Januar

Bereits im Januar hatte der Nabu nach dem Test eines französischen Fernsehsenders die Belastung durch ultrafeine Partikel an Bord von Kreuzfahrtschiffen kritisiert. Die ultrafeinen Partikel sind für den Menschen verhältnismäßig gefährlich, da es im Körper keinen Filter dafür gibt und diese so ins Blut gelangen können. Nach Angaben des Kreuzfahrtverbandes Clia gibt es derzeit im Schiffsbau keinen Filter für diese Partikel. Stattdessen setzten mehrere Reedereien auf Flüssiggasantrieb (LNG). Dabei entstehen die Partikel erst gar nicht.

Die jetzt von "Plusminus" getestete "Aida Prima" kann im Hafen mit LNG betrieben werden, fährt auf See aber mit Marinegasöl. Die nächste Aida-Schiffsgeneration kann komplett mit LNG betrieben werden.  © dpa

Buchungen für Schiffsreisen steigen seit Jahren an – der Kreuzfahrttourismus boomt. Dabei wird nur selten über eine unangenehme Begleiterscheinung gesprochen: die verheerenden Auswirkungen der Riesenkreuzer auf die Umwelt.