Kiel (dpa/lno) - Vor dem Hintergrund steigender Corona-Zahlen hat die Landesregierung gut eine Woche vor Ende der Sommerferien die Schleswig-Holsteiner aufgerufen, die Pandemie-Vorschriften einzuhalten.

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Gesundheitsstaatssekretär Matthias Badenhop appellierte am Freitag speziell an Reiserückkehrende aus Gebieten mit hohen Corona-Zahlen und besonderen Risiken, die aktuellen Regeln der Bundesregierung zu beachten. Sie müssen grundsätzlich direkt nach Ankunft für mindestens zehn Tage in häusliche Quarantäne, wobei es für Geimpfte, Genesene und Getestete Ausnahmen geben kann.

Die Quarantänezeit beträgt zehn Tage bei Rückkehr aus einem Risikogebiet oder Hochinzidenzgebiet, sofern weder Impfung noch Genesung nachgewiesen werden können. Nach Aufenthalt in - besonders risikobehafteten - Virusvariantengebieten können nach aktuellem Stand auch diese Nachweise nicht von einer vierzehntägigen Quarantäne befreien. Die Bundesregierung plant hier aber ab Mitte nächster Woche Erleichterungen unter bestimmten Voraussetzungen. Generell hat sie angesichts des starken Reise- und Grenzverkehrs aber beschlossen, die Quarantäne-Regelungen der Coronavirus-Einreiseverordnung in leicht veränderter Form bis zum 10. September zu verlängern.

Unterdessen wachsen die Corona-Zahlen seit einiger Zeit in Schleswig-Holstein wie in ganz Deutschland weiter. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, stieg bis Donnerstag auf 11,6. Am Monatsanfang lag sie noch knapp über 3. Allerdings ist die Zahl der Krankenhauspatienten niedrig: In Kliniken wurden zuletzt sieben Covid-19-Patienten behandelt. Vier lagen auf der Intensivstation, von denen drei beatmet wurden.

"Lassen Sie sich jetzt impfen, schützen Sie Ihre Gesundheit und die Gesundheit derer, die sich nicht impfen lassen können", appellierte Staatssekretär Badenhop. "Noch nie war es so einfach, eine Impfung zu erhalten, nutzen Sie die zahlreichen Angebote!" Gerade mit Blick auf Reiserückkehrende aus Risikogebieten sei die Impfung ein einfaches und wirksames Mittel, einer schweren Erkrankung vorzubeugen.

Seit Freitag kann für alle Impfzentren unter www.impfen-sh.de wieder ein Wunschtermin gebucht werden. In allen Impfzentren können Menschen sich auch ohne Anmeldung impfen lassen, gegebenenfalls verbunden mit etwas Wartezeit. Das betrifft laut Ministerium auch Jugendliche ab zwölf Jahren. Bisher ist gut jeder zweite Schleswig-Holsteiner vollständig gegen das Virus geimpft.

Für Konsequenzen aus der aktuellen Corona-Entwicklung muss aus Sicht der SPD im Kieler Landtag ein Bündel von Faktoren gewichtet werden. "Natürlich muss die Inzidenz auch weiterhin eine zentrale Rolle bei den Überlegungen spielen", sagte Fraktionsvize Birte Pauls der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Zahl der Krankenhauspatienten und die Auslastung der Intensivkapazitäten seien wichtig. Hier gehe es aber nicht nur um den Anteil freier Betten, sondern auch um das zur Verfügung stehende Personal. "Was nutzt es, wenn 20 Intensivbetten frei sind, aber nur 5 davon betreut werden können?"

Auch die steigende Impfquote sei angemessen zu berücksichtigen, sagte Pauls. Hinzu komme die Frage der Immunität nach der Impfung. "Wenn die Auffrischungsimpfung nicht rechtzeitig kommt, was besonders wieder für zum Beispiel Ältere und Kranke wichtig ist, werden wir uns im Kreis drehen."

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